Das Wängemer Gemeindehaus ist eine Baustelle, die Wängemer Finanzen sind es nicht

Der Wängemer Gemeinderat legt einen positiven Rechnungsabschluss vor. Am 27. September befinden die Stimmbürger darüber an der Urne.

Olaf Kühne
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Gemeindepräsident Thomas Goldinger und Gemeindeschreiber Timo Bär begutachten den Umbau ihres Gemeindehauses.

Gemeindepräsident Thomas Goldinger und Gemeindeschreiber Timo Bär begutachten den Umbau ihres Gemeindehauses.

Bild: Olaf Kühne

Das Wängemer Gemeindehaus ist eine Baustelle. Das Gebäude ist eingerüstet, Gemeindeschreiber und Gemeindepräsident teilen sich ein kleines provisorisches Büro im ersten Stock, derweil im Parterre Handwerker zugange sind (siehe Zweittext).

Alles andere als eine Baustelle sind hingegen die Wängemer Gemeindefinanzen. Seinen Rechnungsabschluss hat der Gemeinderat auch schon in der Vergangenheit an der Urne unterbreitet, coronabedingt findet heuer die Abstimmung jedoch erst am 27. September statt. Und so landete in diesen Tagen der Jahresbericht 2019 in den Wängemer Briefkästen.

Das dazugehörige Budget präsentierte Gemeindepräsident Thomas Goldinger gar vor bald zwei Jahren. Damals ging der Gemeinderat noch von einem Minus von 348'000 Franken aus und sprach von einem «strukturellen Defizit». Es kam anders. Mit einem Minus von gerade mal 849 Franken darf der Wängemer Rechnungsabschluss 2019 getrost als Punktlandung bezeichnet werden.

Die grösste Abweichung vom Budget findet sich in den um 225'000 Franken höheren Steuereinnahmen. Kleinere Abweichungen finden sich im ganzen Abschluss – nach oben und nach unten. Im Gespräch mit unserer Zeitung streicht Goldinger eine dieser kleineren Differenzen dann doch noch hervor: «Mit unserem Dorffest zum 50-Jahr-Jubiläum haben wir uns verschätzt, es hat 45'000 anstelle von 30'000 Franken gekostet.» Weil daraus aber ein einmaliges Fest mit Tausenden Besuchern entstanden sei, seien diese Mehrausgaben mehr als nur gerechtfertigt.

Kurz vor der Einweihung

(kuo) Noch ist das Wängemer Gemeindehaus mit Baugerüsten verkleidet. Doch laut Gemeindepräsident Thomas Goldinger sollen der Umbau und die umfassende Sanierung des zuvor maroden Gebäudes Ende September abgeschlossen sein.

Danach soll es sicher eine Einweihung geben, wohl in Form eines Tages der offenen Tür. Wie dieser in Coronazeiten aussehen und wann genau er stattfinden wird, weiss Goldinger noch nicht. «Wir werden das bald entscheiden und dann natürlich kommunizieren», sagt der Gemeindepräsident.

Zufrieden ist er aber jetzt schon – wenn er in seinem Büro steht, das künftig zwar kleiner sein wird, dafür aber umso heller und vor allem mit Fenstern, durch deren Rahmen keine Zugluft mehr rein strömt. Letzteres war denn auch eines der Hauptargumente für den 1,5-Millionen-Antrag, welchen der Gemeinderat im vergangenen Dezember stellte. Dazu kamen von der Fassade abblätternder Verputz sowie ein Gebäudeinneres, dem man nur mit viel Wohlwollen wenigstens 70er-Jahre-Charme attestieren konnte.

Auch wenn die Bauarbeiten derzeit noch in vollem Gange sind, zeigt ein Blick in die Baustelle, dass sich das Projekt gelohnt hat. Bereits jetzt wirkt alles offener, heller und freundlicher.
Den Handlungsbedarf sahen wohl auch die Wängemer Stimmbürger gegeben. An der rekordverdächtig kurzen Budgetgemeindeversammlung bewilligten sie das Vorhaben diskussionslos und einstimmig.

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