Finanzen
Schulgemeinde Aadorf präsentiert ein «optimistisches» Budget 2022 – «wir halten den Steuerfuss auf 90 Prozent»

Die Schulgemeinde Aadorf informiert im Budget 2022 über die finanzielle Lage. Gemäss Mitteilung stehen grosse Investitionen an. Der Steuerfuss soll nach der Senkung um vier Prozent im 2020 gleichwohl beibehalten werden.

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Das Sekundarschulhaus Löhracker in Aadorf.

Das Sekundarschulhaus Löhracker in Aadorf.

Bild: Reto Martin

(red) Die nach wie vor durch Covid-19 beeinflusste Lage stellt auch die Finanzen der Schule Aadorf vor grosse Herausforderungen. «Wir versuchen die Kosten tief zu halten und mit den Steuererträgen sorgsam umzugehen», schreibt die Schule in einer Mitteilung zum Budget 2022. Dabei behalte man den im Jahr 2020 gesenkten Steuersatz von 94 auf 90 Prozent im Fokus.

Vor 12 Monaten habe man an dieser Stelle noch mit grosser Vorsicht in Bezug auf die Steuererträge berichtet. «Heute dürfen wir feststellen, dass die Erträge erfreulicher als noch befürchtet zu Buche schlagen.» Die Schule geht davon aus, dass die budgetierten Werte um 350'000 bis 400'000 Franken übertroffen werden.

Nach dem Rechnungsabschluss 2020 beträgt der Bilanzüberschuss rund 5,3 Millionen Franken. Mit den Fonds und den Legaten liegt das Eigenkapital bei rund 7,7 Millionen Franken. Die für 2022 geplanten Investitionen können damit finanziert und der Werterhalt der Liegenschaften gewährleistet werden. «Die finanzielle Situation darf durchaus als gesund beurteilt werden», heisst es in der Mitteilung weiter.

In Ettenhausen fehlt voraussichtlich ein Schulzimmer

Auch im kommenden Jahr rechnet die Volksschulgemeinde mit einem Aufwandüberschuss. Man geht von einem Minderbetrag in der Höhe von 760'200 Franken aus, was angesichts des noch immer hohen Eigenkapitals verantwortbar sei. Das Budget 2022 basiert auf den aktuellen Schülerzahlen, den verschiedenen Budgeteingaben der Schuleinheiten und Abteilungen und den zu Grunde liegenden Steuerprognosen für 2022 der politischen Gemeinde.

Im Vergleich zum Budget 2021 rechne man mit einem höheren Aufwand in der Grössenordnung von 270'000 Franken oder rund 1,3 Prozent auf total 20,3 Millionen Franken. Darin enthalten sind generelle Lohnerhöhungen von 0,4 Prozent, eine um 45'000 Franken höhere Krankentaggeldprämie sowie neue Klassen in Aadorf aufgrund höherer Schülerzahlen. Auch in Ettenhausen ist auf das Schuljahr 22/23 eine zusätzliche Klasse geplant.

Die Steuereinnahmen sollten sich wieder auf der Basis von 2020 erholen. Begünstigt werde dies durch die nach wie vor rege Bautätigkeit im Wohnungsbereich, was zu steigenden Einwohnerzahlen führt. Davon profitiert die Gemeinde doppelt, da auch bei den Grundstückgewinnsteuern nochmals eine Steigerung erwartet wird.

Das Liegenschaftsbudget 2022 fällt etwas tiefer aus, zumal fünf kleinere Sanierungen über die Investitionsrechnung abgerechnet werden müssen. Der Assekuranzwert der Gebäude der Volksschulgemeinde Aadorf beträgt rund 86,6 Millionen Franken. Es seien an allen Schulstandorten kleinere und grössere Unterhalte geplant, um die Substanz der Schulhäuser zu erhalten. Auch in Maschinen, Mobiliar und Raumausstattungen werde einiges investiert.

Weiter hält die Schulgemeinde fest:

«Wir müssen feststellen, dass die kontinuierlich steigenden Schülerzahlen unsere Raumplanung rascher an die Grenze bringen als von uns gewünscht.»

Dies bedeutet, dass die zur Verfügung stehenden Räume nun bereits belegt sind. Im Hinblick auf das Schuljahr 2022/23 heisst das, dass in Ettenhausen ein Schulzimmer fehlt. «Damit wir die geforderte Qualität bieten können, kommen wir nicht umhin, mit einem Pavillon ein zusätzliches Klassenzimmer zu schaffen.» Dieses Projekt verschlinge rund die Hälfte der geplanten Investitionen von 1,7 Millionen Franken. Die übrigen sieben Projekte, welche allesamt werterhaltenden Charakter haben, liegen alle über der vorgeschriebenen Aktivierungsgrenze von 75'000 Franken.

Ein zusätzliches Schulhaus ist unumgänglich

Der Finanzplan wurde von Verwalter Markus Büsser mit den neuen Erkenntnissen aktualisiert. Auch in den kommenden Jahren wird die Schulgemeinde weitere Investitionen tätigen müssen. Einerseits stehe die schon länger nötige Sanierung der Sek Nord an, andererseits sei man gefordert, die stetig steigenden Schülerzahlen und die damit zusammenhängenden Raumbedürfnisse zu decken.

«Wir machen daraus kein Geheimnis: Ein zusätzliches Schulhaus ist unumgänglich.»

Das Wann, Wo und Wie gross hängt jedoch noch stark von der Anpassung des Zonenplans ab, über welchen gemäss Fahrplan der Gemeinde im Verlauf von 2022 abgestimmt wird. Dieses Vorhaben möge vielleicht teuer erscheinen, werde aber mittel- und langfristig Planungssicherheit geben und von teuren Provisorien und Notlösungen verschonen. Die Schulgemeinde geht davon aus, dass in den Jahren 2023 bis 2026 mit Investitionen von rund 16,5 Millionen Franken gerechnet werden muss. Darin eingeschlossen ist bereits eine erste Tranche für den erwähnten Neubau ab 2026. Dabei sei von Aufwandüberschüssen bis zu 900'000 Franken pro Jahr auszugehen. Aufgrund des vorhandenen Eigenkapitals sei dies verkraftbar, ohne den Steuerfuss zu erhöhen.

In der ersten Novemberhälfte werden die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Einladung zur Gemeindeversammlung zusammen mit dem Budget erhalten. Die detaillierten Dokumente können auf der Website www.schulenaadorf.ch eingesehen werden: Rubrik «Über uns», weiter zu «Verwaltung».

Die Gemeindeversammlung findet am Dienstag, 7. Dezember 2021, um 19.30 Uhr statt. Gleich anschliessend erfolgt die Budgetversammlung der politischen Gemeinde.

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