Feuerschäden
2020 wüteten im Thurgau weniger verheerende Brände

Die Thurgauer Gebäudeversicherung weist für das vergangene Jahr Brandschäden an Liegenschaften von insgesamt 8,34 Millionen Franken aus. Dieser Betrag liegt 5,5 Millionen Franken unter dem budgetierten langjährigen Mittel und ist der tiefste Wert der letzten zehn Jahre.

Silvan Meile
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Der grösste Brand im vergangenen Jahr liess in Guntershausen bei Aadorf eine Brandruine zurück.

Der grösste Brand im vergangenen Jahr liess in Guntershausen bei Aadorf eine Brandruine zurück.

Kurt Lichtensteiger

Das grösste Feuer wütete im vergangenen Jahr kurz vor Heiligabend. Am 14. Dezember 2020 verlor ein 64-Jähriger in Guntershausen alles, was er hatte. Die Flammen raubten ihm Wohnung, Kleider und Erinnerungsstücke. Nicht nur das Wohnhaus, auch eine Motorradwerkstatt und zwei Ateliers blieben als Brandruine an der Hauptstrasse zurück.

Das Feuer in Guntershausen war der letzte Grossbrand vor dem Jahreswechsel im Kanton Thurgau. Und er war jener mit dem grössten Sachschaden: 1,35 Millionen Schadenssumme weist die kantonale Gebäudeversicherung in ihrem nun erschienenen Geschäftsbericht in der Liste der «teuersten Schadensfälle des Jahres 2020» aus.

Tiefste Schadenssumme der vergangenen zehn Jahre

Nicht nur in Guntershausen hat das Schicksal 2020 hart zugeschlagen. Auch etwa in Pfyn, Amlikon, Buhwil oder Islikon musste die Feuerwehr im vergangenen Jahr brennende Wohnhäuser löschen. Dennoch halten die Zahlen der Gebäudeversicherung fest, dass die Flammen 2020 weniger zerstörerisch um sich griffen als in anderen Jahren.

«Glücklicherweise ist das Jahr 2020 ein Jahr mit geringer
Feuerschadenbelastung», heisst es im Geschäftsbericht. Mit 8,3 Millionen Franken liegt das Total der ausgewiesenen Schadenssumme knapp 5,5 Millionen Franken unter dem budgetierten langjährigen Mittel. Das ist der tiefste Wert der vergangenen zehn Jahre. Dies trotz anhaltender reger Bautätigkeit. Zum Vergleich: 2012 lag die entsprechende Schadenssumme auf dem Kantonsgebiet bei 18,8 Millionen Franken.

In 14 Fällen war es Brandstiftung

Lob gibt es von der Gebäudeversicherung für die Brandbekämpfer, die im vergangenen Jahr zu einem Feuer eilten.

«Dem hervorragenden Einsatz der Feuerwehren ist es auch zu verdanken, dass keine Menschen ums Leben kamen.»

Die Schadenssumme von 8,34 Millionen Franken des vergangenen Jahres im Kanton Thurgau ergibt sich aus 270 Bränden, die meisten nur kleine Feuer. Als häufigster Auslöser listet die Gebäudeversicherung Blitzschlag (85 Ereignisse), Feuerungsanlagen (63) und Elektrizität (41) aus. In 14 Fällen war Brandstiftung die Ursache für den Brand.

Viele Brände wegen Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit

Schweizweit würden sich gemäss Geschäftsbericht jährlich rund 11'000 Brände in Gebäuden ereignen. «Neben zahlreichen Verletzten müssen dabei pro Jahr zwischen 13 und 31 Menschen im Feuer ihr Leben lassen.» Die Brandschäden an den Gebäuden beliefen sich auf 300 bis 350 Millionen Franken pro Jahr.

Im Geschäftsbericht der Thurgauer Gebäudeversicherung heisst es weiter:

«In vielen dieser Fälle sind die Brände auf Unachtsamkeit und Fahrlässigkeit zurückzuführen.»

Dem wirkt die Beratungsstelle für Brandverhütung entgegen. «Sie trägt mit ihrer Präventionsarbeit dazu bei, Brände durch richtiges Verhalten zu verhindern und Schäden zu minimieren.»