Glosse

ResTZucker: Fest im Sattel

Der Unterschied zwischen Schweinehaltung und Amtshaltung ist, die Schweine planen nicht, und die anderen machen trotzdem Mist, schreibt Thomas Götz im ResTZucker.

Thomas Götz
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Thomas Götz.

Thomas Götz.

Bild: Andrea Stalder

Im Thurgau wird der Amtsschimmel fleissig geritten, er ist ja auch das beste Pferd im Stall. Apropos Stall, ein Saupech für die Kalchrainer Borstentiere, aber ein Schweineglück für die Thurgauer Raumplaner, die den Bogen raus haben und wissen, Rundbogenzelte passen nicht in die Landschaft.

Der Unterschied zwischen Schweinehaltung und Amtshaltung ist, die Schweine planen nicht, und die anderen machen trotzdem Mist. Ich hätte mir mit meinem Weinfelder 50-Franken-Gutschein gerne ein Stück von einem glücklichen Schwein gekauft. Leider hat mir der Amtsschimmel mit der Besteuerung des Gutscheins den Appetit verdorben.

Weilten die weiblichen Mitglieder des Regierungsrates letzte Woche noch in den Ferien? Wollten Regierungsrat Martin und Regierungsrat Schönholzer die Gelegenheit nutzen, einmal selbst zu entscheiden? Es hat sich herausgestellt, die Coronamassnahmen waren ein Entscheid des gesamten Teams. Haben die kurzen Wege zu den Organen der Gewerbe- und Wirtschaftsverbände den Entscheid beeinflusst? Um wiedergewählt zu werden, sollte man es sich mit den Verbänden nicht verscherzen.

Kein Wunder, dass der laue Entscheid unserer Magistrate binnen 48 Stunden vom Bundesrat umgekrempelt wurde. Die Order des Bundesrates griff bereits zehn Stunden nach deren Ankündigung. Die Thurgauer Massnahmen wären erst gestern am 23. Oktober in Kraft getreten, unsere Führungselite wollte die Publikation im Amtsblatt abwarten.

Der Amtsschimmel hat gewiehert. Beim Amtsschimmel im Thurgau handelt es sich übrigens nicht um einen Hengst, sondern um einen Wallach. Es fehlt ihm an… Sie wissen schon.