Feinfühlig interpretiert am Diessenhofer «Letten's got talent»

Léonie Vogel hat den zweiten «Letten’s got talent»-Wettbewerb in der Rhyhalle gewonnen. Im Zentrum stand aber die Freude an der Musik.

Thomas Brack
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Beim Schlusslied «Don’t Stop Me Now» treten alle Teilnehmerinnen gemeinsam auf, begleitet von Musiklehrerin Eliane Michno. (Bild: Thomas Brack)

Beim Schlusslied «Don’t Stop Me Now» treten alle Teilnehmerinnen gemeinsam auf, begleitet von Musiklehrerin Eliane Michno. (Bild: Thomas Brack)

Liegt es an ihrem Namen Léonie von Lateinisch leo – der Löwe, dass sich der schüchterne Teenager beim ersten Erklingen der Begleitmusik mit ihrer Stimme in eine Löwin verwandelt mit einer unglaublichen Stimmgewalt und Bühnenpräsenz?

Sie hat mit «Warrior» ein anspruchsvolles Lied gewählt, das ihrer kraftvollen Stimme alles abverlangt. Obschon sie sich auf dünnes Eis wagt, schafft sie mit zauberhafter Leichtigkeit die Übergänge von laut zu leise und zeigt bei der zweiten Durchführung des «Letten’s got talent»-Wettbewerbs am Donnerstagabend einen dynamischen, rhythmisch fast perfekten Auftritt. Léonie Vogel wirkt auch in zerbrechlichen Momenten souverän und wird die strahlende Siegerin.

Ein Kandidat bricht die weibliche Phalanx

150 meist jugendliche Zuhörer folgen gespannt den Darbietungen in der Diessenhofer Rhyhalle. Immer wieder brandet Applaus auf für die beherzten Auftritte ihrer Klassenkolleginnen. «Es braucht Mut zum Auftreten und Disziplin zum Üben», betont die Organisatorin und Moderatorin des Anlasses, Musiklehrerin Eliane Michno.

«Der Auftritt stärkt das Selbstvertrauen der jungen Talente. Für die meisten ist es das erste Mal, dass sie mit Mikrofon vor Publikum singen.»

Angetreten sind zehn Kandidatinnen und ein Kandidat. Ein Junge namens Nicholas bricht kühn in die weibliche Phalanx, welche mit gefühlvoll gesungenen Liedern den Abend dominiert. Am Klavier setzt er zu einem coolen Swing an. Aus der Reihe der englischen Songs springt Carolina Moscianese mit dem lateinisch gesungenen Kirchenlied «Panis Angelicus», das die Zuhörerinnen mit in himmlische Sphären entgleiten lässt. Bemerkenswert ist auch der Auftritt der Instrumentalistinnen Salomé, Sarah und Mia mit Geige und zwei Querflöten.

Léonie Vogel singt als Siegerin des Wettbewerbs ein weiteres Stück (3. von links). Ganz links steht die Organisatorin des Anlasses, Musiklehrerin Eliane Michno. (Bild: Thomas Brack)

Léonie Vogel singt als Siegerin des Wettbewerbs ein weiteres Stück (3. von links). Ganz links steht die Organisatorin des Anlasses, Musiklehrerin Eliane Michno. (Bild: Thomas Brack)

Musikanlage streikte kurzerhand wegen Überhitzung

Als unter dem Ansturm heisser Emotionen die Musikanlage wegen Überhitzung kurze Zeit streikt, zeigen sich Simea und Melanie davon unbeeindruckt und singen trotz dreimaligen Anlaufs keck ihr Lied «Love Me Like You Do».

Angesichts der Übermacht an weiblichen Sängerinnen erstaunt es nicht, dass es schliesslich deren drei in den Final schafften. Diese müssen nun noch ein zweites Lied im Repertoire haben und dieses vortragen. Hier setzt sich Léonie Vogel mit «Hurts» gegen Carolina Moscianese mit «Never Enough» und Aileen Engeler mit «Rolling In The Deep» durch. Begeistert klatscht das Publikum mit. Mit dem gemeinsamen Schlusslied «Don’t Stop Me Now» wird sicht- und hörbar, dass die solidarisch geteilte Freude an der Musik im Vordergrund steht und nicht die Ego-Allüren zukünftiger Stars.

Als Juroren walten Peter Brandenberger, Finalist bei «Voice of Switzerland 2014», Jean-Pierre Dix, Leiter der Musikschule Untersee und Rhein und Sek-Schulleiter Roland Dorer.

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