FDP-Gemeinderäte fordern vom Frauenfelder Stadtrat eine wirtschaftsfreundlichere Bodenpolitik

Die FDP-Politiker Sandro Erné und Michael Lerch sind ob der Abwanderung von Frauenfelder Gewerbebetrieben besorgt. Nun haben sie einen entsprechenden Vorstoss eingereicht.

Mathias Frei
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Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse: ein politisch umstrittener Landverkauf der Stadt an den Reiseveranstalter Twerenbold.

Ecke Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse: ein politisch umstrittener Landverkauf der Stadt an den Reiseveranstalter Twerenbold.

(Bild: Donato Caspari)

«Früher war die Stadt Frauenfeld für eine aktive Bodenpolitik bekannt.» Dies aber hätten sie in den vergangenen Jahren vermisst. «Das muss sich aus unserer Sicht wieder klar verbessern», schreiben die FDP-Gemeinderäte Sandro Erné und Michael Lerch in einer gemeinsamen Einfachen Anfragen zuhanden des Stadtrats. Den Vorstoss mit dem Titel «Aktive Bodenpolitik für den Erhalt von Firmen und Arbeitsplätzen durch die Stadt Frauenfeld» haben sie an der kürzlichen Gemeinderatssitzung eingereicht.

Michael Lerch, Gemeinderat FDP.

Michael Lerch, Gemeinderat FDP.

(Bild: PD)

Sie würden aber erfreut zur Kenntnis nehmen, dass sich der Stadtrat dem Thema als departementsübergreifenden Legislaturschwerpunkt annehmen wolle. Denn nachdem sich in den vergangenen vier Jahren in diesem Bereich nicht viel bewegt habe, erachteten sie als wichtig, dass dem Thema bereits jetzt, also noch zu Legislaturbeginn, eine hohe Wichtigkeit zukomme.

Wegzug, weil bezahlbarer Standort fehlte

Sandro Erné, Gemeinderat FDP.

Sandro Erné, Gemeinderat FDP.

(Bild: PD)

Sie hätten in jüngerer Vergangenheit immer wieder beobachten müssen, dass Gewerbebetriebe Frauenfeld verlassen hätten, «da sie hier keinen bezahlbaren Standort fanden», schreiben die Vorstösser. «Wir erinnern an die Firmen Baumer AG Formulare, Pfister AG, Gunterswiler AG oder die Tierarztpraxis Fürer & Spühler AG.» Wirtschaftsförderung bedeutet für die Vorstösser nicht nur, dass neue Firmen nach Frauenfeld geholt werden, sondern auch bestehende Unternehmen und deren Arbeitsplätze gehalten werden können. Mit dem Landkreditkonto verfüge der Stadtrat über ein Instrument, um aktive Bodenpolitik betreiben zu können. Seit 2006 beträgt der Rahmenkredit des Landkreditkontos 25 Millionen Franken. Die Vorstösser geben zu bedenken:

«Die Stadt wuchs in den vergangenen Jahren stetig, und die Bodenpreisen stiegen an.»

So wollen Erné und Lerch wissen, wie die stadträtlichen Bemühungen für eine aktive Bodenpolitik aussehen. Weiter wollen sie wissen, wie hoch der Abgang von Firmen respektive Arbeitsplätzen seit 2010 war und wie viele Unternehmen (und Anzahl Arbeitsplätze) im gleichen Zeitraum nach Frauenfeld gezogen sind. Sie erkundigen sich nach der Möglichkeit, städtisches Land für neues Gewerbe zu günstigen Konditionen im Baurecht abzugeben. Auch fragen sie nach dem Fahrplan für die Einzonung des Gebiets Häfeler unweit des Osterhaldenkreisels. Und sie fragen sich, ob die heutige Landkreditkonto-Limite noch praktikabel ist.