Am Blasmusik-Sonntag in Bichelsee ist es fast so lüpfig wie am Schwingfest

Der Blasmusik-Sonntag in Bichelsee hat Tradition. Schon kurz nach Beginn im Sternenhof brauchte es mehr Bänke. Die Besucher und Musikanten sind begeistert von der Stimmung.

Christoph Heer
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Die Schlossberg-Musikanten aus Uster trumpfen musikalisch gross auf. (Bild: Christoph Heer)

Die Schlossberg-Musikanten aus Uster trumpfen musikalisch gross auf. (Bild: Christoph Heer)

«Als Blasmusikfans lassen wir uns diesen Anlass doch nicht entgehen. Zudem kennen wir den Dirigenten der Schlossberg-Musikanten. Ein Kommen lohnt sich nur schon wegen der tollen Atmosphäre, wir kommen wieder», sagt eine Gruppe aus Uster. Vom gleichen Ort stammen besagte Schlossberg-Musikanten, deren Moderatorin Barbara Wanner betont, dass man gerne im Hinterthurgau auftritt, insbesondere vor einem solch tollen Publikum. Über 20 Jahre lang – mit Unterbrüchen – gibt es diesen Blasmusikanlass im südlichsten Zipfel des Thurgaus. Dank der tadellosen Organisation der hiesigen Blaskapelle Zapfenland, der absolut würdigen Infrastruktur des Sternenhofs und dem herrlichen Sommerwetter, stand stimmungsvollen Stunden nichts im Weg.

Höcklige Stimmung. (Bild: Christoph Heer)

Höcklige Stimmung. (Bild: Christoph Heer)

Die Thurgados spielen mitten im Publikum

Den musikalischen Auftakt macht indes eine andere, die zweite Gastkapelle, welche aus der Region Sulgen bis Neukirch-Egnach angereist ist. Die Thurgados sind hier zum ersten Mal mit dabei und haben Freude – insbesondere am grossen und gut gelaunten Publikum.

«Wir brauchen die Nähe zum Publikum, insofern spielen wir auch immer wieder inmitten der Zuhörer, das gibt uns ein Gefühl der Zugehörigkeit, und man spürt den Puls der Anwesenden.»

Dirigentin Yvonne Kohler sagt weiter, dass es schlicht herrlich ist. «Diese Atmosphäre in der Halle und im angrenzenden Zelt, richtig heimelig. Wir sind auch gut aufgenommen worden, so macht musizieren grossen Spass.»

Flotte Blasmusik. (Bild: Christoph Heer)

Flotte Blasmusik. (Bild: Christoph Heer)

Ein kleines Dorffest – auch für alle Auswärtigen

Sämi Oberholzer, Leiter Blaskapelle Zapfenland. (Bild: Christoph Heer)

Sämi Oberholzer, Leiter Blaskapelle Zapfenland. (Bild: Christoph Heer)

Es entwickelt sich schnell eine Art Dorffest, mit dem feinen Unterschied, dass auch viele Auswärtige mit dabei sind. Ein kühles Bier geniesst in der hintersten Reihe der Kirchberger, im Schatten isst ein Kreuzlinger ein Steak mit Brot, und die beiden aus Kloten haben zwar noch nichts bestellt, erfreuen sich aber an den Blaskapellen in Bichelsee. Nur lobende Worte hüben wie drüben, da sollte eigentlich eine Weiterführung der Zusammenarbeit von Sternenhof und Blaskapelle Zapfenland nichts im Wege stehen. Aus Sicht des Sternenhofs betont Roli Koller, dass man zuerst ein Fazit zieht. «Dann schauen wir weiter.» Dass man vom Erfolg, sprich vom Grossandrang, beinahe überrannt wurde, entging auch Sämi Oberholzer, musikalischer Leiter der organisierenden Blaskapelle Zapfenland, nicht.

«Einmalig, dass derart viele Besucher schon vor der Mittagszeit gekommen sind, das freut uns riesig, gibt aber auch viel zu tun für alle Helfer im Vor- und Hintergrund.»

Ein einzigartiges Blasmusikerlebnis, das wohl nahe an die Stimmung des Eidgenössischen Schwingfests in Zug kommt.