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Die Gemeinde Neunforn will fast flächendeckend Tempo 30 einführen - Streitpunkt ist aber eine Strasse in den Kanton Zürich

Derzeit läuft die öffentliche Bekanntmachung: In mehreren Neunforner Ortsteilen soll es Verkehrsberuhigung geben. Diskussionen gibt es um die Waltalingerstrasse.
Mathias Frei

Tempo 30 bewegt in Nüfere – und das nicht erst seit gestern. Anfangs 2018 forderten Neunforner Einwohner mit einer Petition verkehrsberuhigende Massnahmen. Zuvor hatte es bereits Begehren von Einzelpersonen gegeben. Tempo 30 war seither auch an den Gemeindeversammlungen ein Thema. Nun hat der Gemeinderat einen ersten Vorschlag für Verkehrsberuhigungsmassnahmen auf dem gesamten Gemeindegebiet präsentiert. Gemeindepräsident Benjamin Gentsch sagt:

«Wir sehen diese Arbeit als Auftrag der Bevölkerung.»

Benjamin Gentsch, Gemeindepräsident Neunforn. (Bild: Mathias Frei)

Benjamin Gentsch, Gemeindepräsident Neunforn. (Bild: Mathias Frei)

Derzeit läuft die öffentliche Bekanntmachung des Tempo-30-Konzeptes. Bis zum 14.September sind Stellungnahmen aus der Bevölkerung möglich und erwünscht. Danach wird der Gemeinderat mit dem Verkehrsplaner die Anliegen auswerten und in die Pläne einfliessen lassen, die sodann zur Vorprüfung ans kantonale Departement für Bau und Umwelt gehen.

Oberneunforn: Auf der Ossingerstrasse und der Hauptstrasse bleibt es bei Tempo 50. Überall sonst soll in Zukunft Tempo 30 gelten. (Bild: Andrea Stalder)

Oberneunforn: Auf der Ossingerstrasse und der Hauptstrasse bleibt es bei Tempo 50. Überall sonst soll in Zukunft Tempo 30 gelten. (Bild: Andrea Stalder)

Siedlungsorientiert versus verkehrsorientiert

«Unser Konzept sieht so aus, dass auf siedlungsorientierten Strassen innerorts Tempo 30 gilt. Auf den verkehrsorientierten Strassen soll weiterhin Tempo 50 gelten», erklärt Gentsch. Das heisst, dass etwa in Oberneunforn die Hauptstrasse und die Ossingerstrasse 50er-Zonen bleiben. Das stellt niemand in Frage. Kontrovers diskutiert wird dagegen der Umstand, dass im Siedlungsgebiet nur die südliche Hälfte der Waltalingerstrasse verkehrsberuhigt werden soll. Das sei aber nur aktueller Planungsstand, sagt Gentsch.

«Aufgrund der zu erwartenden Rückmeldungen ist klar, dass die Tempo-30-Zone weiter nördlich Richtung Ortseingang beginnen soll.»

Was der Gemeinderat gerne im Zusammenhang mit den verkehrsberuhigenden Massnahmen einführen würde, ist eine Gewichtsbeschränkung von maximal 7,5 Tonnen auf der Waltalingerstrasse, die ins zürcherische Waltalingen führt. Ausgenommen davon wäre die örtliche Landwirtschaft. «Der Gemeinderat erachtet die Beschränkung des Höchstgewichts für sinnvoll», erklärt Gentsch.

Die zuständigen kantonalen Stellen, das Tiefbauamt Thurgau und die Zürcher Kantonspolizei, zeigten sich in der Vorprüfung weniger begeistert. Ohne einen Infrastrukturmangel sei eine solche Massnahme nicht zulässig, hiess es. Zudem würde der Schwerverkehr auf diese Weise nur um die Hälfte reduziert. Und zuerst müssten andere Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit geprüft werden. Gentsch aber bekräftigt: «Wir werden an unserer Forderung festhalten, um das Problem der schweren und breiten Fahrzeuge lösen zu können.»

Kaum bauliche Massnahmen nötig

Ein anderer Diskussionspunkt ist die Wilemerstrasse ausserorts zwischen Oberneunforn und Primarschulhaus Rietacker. «Gemäss unserem Verkehrsplaner hätte hier eine Geschwindigkeitsbeschränkung keine Chance, weil die Strecke zu übersichtlich ist», sagt Gentsch. Diskussionslos sollten dagegen die 30er-Zonen in Niederneunforn und im Fahrhof durchgehen. Bauliche Massnahmen wären nach jetzigem Stand nur an zwei Stellen in Niederneunforn nötig. Ansonsten reichen Bodenmarkierungen und Schilder.

«Wobei die Kosten kein Ausschlusskriterium bei der Umsetzung sind.»

Das sagt Gentsch. Er rechnet, dass es noch mindestens ein Jahr dauert, bis die 30er-Zonen umgesetzt werden können. «Nach der öffentlichen Bekanntmachung hat die Bevölkerung noch zweimal die Möglichkeit, sich einzubringen.»

Von der Familie Koradi kommt im Rahmen der öffentlichen Bekanntmachung sicher eine Stellungnahme. Max Koradi und seine Frau wohnen am nördlichen Teil der Waltalingerstrasse, wo es nach aktuellem Stand weder eine Verkehrsberuhigung noch eine Beschränkung geben soll. «Optimal wäre ein Maximalgewicht von 3,5 Tonnen», sagt Max Koradi. Aber das sei wohl nicht umsetzbar. In Sachen Tempo 30 fordert er aber Nachbesserungen, bevor das Konzept zur Vorprüfung an den Kanton geht. Im nördlichen Teil der Waltalingerstrasse seien Tempi um die 50 üblich, obwohl die Strasse dafür definitiv zu schmal sei. Wenn zwei Fahrzeuge hier kreuzen würden, müsse das eine auf ihren Vorplatz ausweichen.

«Ich sehe den guten Willen des Gemeinderats, aber hoffe, dass er auch an der Thematik dranbleibt.»

Christina Küchlin, welche die Anfang 2018 eingereichte Petition mitinitiiert hat, ist zufrieden, dass bei ihr an der Herrengasse Tempo 30 geplant ist. Zur Waltalingerstrasse sagt sie: «Ein guter Anfang, aber noch nicht zu Ende gedacht.»

Unterlagen zur öffentlichen Bekanntmachung (bis 14.September) auf www.neunforn.ch.

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