Fast eine Million Franken Überschuss in Felben-Wellhausen

Der Gemeinderat Felben-Wellhausen erleidet an der Versammlung mit einem «grünen» Parkplatzprojekt Schiffbruch. Dafür glänzt er mit einem überaus positiven Jahresabschluss.

Christof Lampart
Drucken
Teilen
Gemeindepräsident Werner Künzler setzt sich für das Parkplatzprojekt ein, allerdings ohne Erfolg beim Souverän. (Bild: Christof Lampart)

Gemeindepräsident Werner Künzler setzt sich für das Parkplatzprojekt ein, allerdings ohne Erfolg beim Souverän. (Bild: Christof Lampart)

Die Idee war gut gemeint, die Reaktionen der Stimmbürger an der Gemeindeversammlung am Dienstagabend jedoch heftig. Der Gemeinderat von Felben-Wellhausen schlug vor, Zentrumsparkplätze beim sogenannten Lindenspitz zu bauen. Der Gemeinderat wollte am südlichen Ende der Parzelle 245 einen Rasen-Parkplatz mit 25 Parkplätzen errichten, der auch als Spielplatz hätte genutzt werden können.

Damit dies garantiert sei, sollte ein Oberbau gewählt werden, wie man ihn auf Campingplätzen findet: die Tragschicht sollte aus einem Sand- und Humusgemisch sein, auf der dann ein Rollrasen verlegt werden sollte. Ein 1,80 Meter hoher Ballfangzaun hätte für die Sicherheit der spielenden Kinder sorgen sollen. Die Kosten hätten sich auf 170000 Franken belaufen.

Lieber Grünfläche statt Parkplätze

Kaum hatte die Behörde jedoch das Projekt erläutert, hagelte es Kritik. Eine Dame wollte dort einen Kinderspielplatz realisiert wissen, einer weiteren Frau war die Zufahrt zu gefährlich, ein Dritter wandte ein, dass man mit einem Rasen wahrscheinlich die letzten Reste an Biodiversitätsflächen im Dorfzentrum tilge.

Andere monierten, dass es im Dorf genug Parkplätze hätte, doch die Leute nur zu faul zum Laufen seien und so weiter. Es wurde schon bald einmal in der Diskussion ersichtlich, dass das Vorhaben der Behörde aus den verschiedensten Gründen keine Chance haben würde. In der Abstimmung unterlag die Gemeindebehörde, welche in der Zwischenzeit selbst eingeräumte hatte, nicht auf dem Projekt beharren zu wollen, mit 16 Ja zu 70 Nein bei 7 Enthaltungen.

Es winkt eine Steuerfusssenkung

Überhaupt keine Kritik gab es dann an der Jahresrechnung 2018, schloss diese doch aufgrund diverser Besserstellungen bei einem Gesamtaufwand von gut 7 Millionen Franken mit einem Gewinn von 975'267 Franken ab. Die Rechnung wurde mit grossem Mehr genehmigt. Der Gewinn wurde dem Eigenkapital zugewiesen, das sich neu auf über drei Millionen Franken beläuft. Finanzchefin Gabriela Lehner erklärte, dass, sollte die Tendenz weiterhin so positiv sein, demnächst über eine Steuerfusssenkung nachgedacht werden könne.

Ebenso wurden für die Legislaturperiode 2019 bis 2023 die Rechnungsprüfungskommission und das Wahlbüro neu bestellt. Ihnen gehören folgende Personen an: Rechnungsprüfungskommission: Nadine Beccarelli-Haas, Alois Fecker (beide bisher), Jürg Guggenbühl und Susanne Dutly (beide neu). Wahlbüro: Eliane Häni-Möckli, Stefan Ramsperger, Paul Rüedi, Franzisca Rupp-Lüthi (alle bisher) und Christian Hug und Andrea Manser (beide neu).

Positiv verlief auch der Abend für Bashkim Krivaqa; der gebürtige Kosovare wurde mit 93 Ja zu 3 Nein eingebürgert.

Auch Schulgemeinde im Plus

Die Präsidentin der Primarschule Felben-Wellhausen, Andrea Küng, konnte an der Schulgemeinde, welche unmittelbar vor der Rechnungsgemeinde der Politischen Gemeinde am gleichen Ort stattfand, gute Nachrichten überbringen, schloss doch die Jahresrechnung 2018 mit einem Ertragsüberschuss von 373'794 Franken ab. Allerdings lag auch der Aufwand 118'000 Franken über dem Budget, was mit dem Sturmtief Burglind zusammenhing, welches das Turnhallendach abgedeck hatte. (art)

Aktuelle Nachrichten