FASNACHT IM ALTERSHEIM
Eine Horde wildgewordener Cowboys und Indianer: Mitarbeitende des Tertianum Berlingen lassen sich die Fasnacht durch die Pandemie nicht verderben

Im Haus Seeheim des Tertianum Neutal in Berlingen haben Mitarbeitende die Bewohnerinnen und Bewohner in Kostümen überrascht. Deshalb gab es bei einzelnen sogar Tränen.

Drucken
Teilen
Die verkleideten und mit Schutzmasken ausgerüsteten Mitarbeitenden des Hauses Seeheim.

Die verkleideten und mit Schutzmasken ausgerüsteten Mitarbeitenden des Hauses Seeheim.

Bild: PD

(red) Trotz - oder besser gesagt - wegen der Coronazeiten haben sich Mitarbeitende aus Pflege, Aktivierung und Service des Hauses Seeheim im Wohn- und Pflegezentrum Tertianum Neutal in Berlingen zusammengetan und gemeinsam ein mehrtägiges Fasnachtsprogramm zusammengestellt.

Am Schmutzigen Donnerstag sind die Bewohnerinnen und Bewohner am Vormittag von Angestellten in ihren Zimmern überrascht worden. Über den Schutzmasken trugen sie Gesichtsmasken von bekannten Schlagerstars aus früheren Zeiten. Mireille Mathieu erschien, aus der Musikbox tönte «hinter den Kulissen von Paris», und Udo Jürgens sang «Ich war noch niemals in New York». Auch Heintje gab sich die Ehre, sodass einer Bewohnerin Tränen über die Wangen kullerten.

Auf «Besen-Pferden» über die Seeheim-Wiese

Als nächster Programmpunkt folgte eine Fasnachtsaufführung von einer Horde wildgewordener kostümierter Mitarbeiterinnen und ihrer «Besen-Pferde» auf der Seeheim-Wiese im Schnee. Unter dem Motto Cowboy und Indianer mit dem dazugehörigen Lied zeigten sie ihre einstudierte Choreografie. Warm eingepackte, begeisterte Bewohnerinnen und Bewohner platzierten sich auf den Balkonen oder sassen am Fenster zum See, schunkelten mit und winkten dazu.

Als Cowboys und Indianer verkleidete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tanzen auf der Wiese im Schnee.

Als Cowboys und Indianer verkleidete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tanzen auf der Wiese im Schnee.

Bild: PD

Unter fachkundiger Anleitung mit Taktvorgabe von Pflege- und Hausdienstpersonal wurde euphorisch geklatscht und getanzt. Sehr motivierte Bewohnerinnen holten ihr Taschentuch hervor, winkten damit oder banden es sich sogar um den Kopf, um ein wenig wie «Nscho-tschi» auszusehen.

Die Darbietungen mit Zugabe um Zugabe sollten vor allem auch ein grosses Dankeschön für die fröhlichen und tapferen Bewohnerinnen und Bewohner sein, die in dieser schwierigen Zeit so diszipliniert und unterstützend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da seien und viel Verständnis zeigten.

Nach einem verlängerten Fasnachtswochenende wurde im Zeitungsklub beschlossen, dass jemand aus der Institution am Untersee einen Artikel für die Zeitung schreiben soll. Damit alle Welt weiss, wie dort der Alltag gestaltet wird. Ein Satz, der Mut macht, kam in der Zeitungsrunde von einer Bewohnerin: «Nur nie den Mut und die Hoffnung verlieren – der nächste Tag wird sicher besser, wenn der heutige nicht so war wie erwünscht.»