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Familienunternehmen in Kreuzlingen stellt Schlittschuhe für die ganze Welt her

Seit bald einem Jahrhundert werden auf der Thurgauer Seite des Bodensees Schlittschuhe hergestellt. Viele Profis vertrauen auf Graf Skates. Der Markt ist aber schwieriger geworden.
Florian Beer
Eishockeyschuhe in der Produktion von Graf Skates in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Eishockeyschuhe in der Produktion von Graf Skates in Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Es begann in einer kleinen Schuhmacherwerkstatt in Kreuzlingen. Karl Graf gründete darin im Jahr 1921 das Unternehmen Graf & Co. Er reparierte zunächst Strassenschuhe. Später fing der passionierte Leichtathlet damit an, Sportschuhe herzustellen. Schlittschuhe waren damals nur ein Nischenprodukt und man schnallte sich sogenannte Schraubendampfer an die Schuhe.

Als der Fussballschuh materialtechnisch revolutioniert wurde, konzentrierte sich Graf in den 1950er-Jahren auf Schlittschuhe. 1974 begann die immer noch gültige Spezialisierung auf Eishockey- und Kunstlaufschuhe.

Die Zusammenarbeit mit Profis ist schwieriger geworden

Heute, fast 100 Jahre nach der Firmengründung, ist Graf Skates ein international aufgestelltes Unternehmen mit 17 Mitarbeitern in zwei Fabriken in Kreuzlingen und einem Ableger in Kanada. Neben dem nordamerikanischen Markt gehören unter anderem die Eissportnationen Russland, Deutschland und die skandinavischen Länder zu den Hauptmärkten. Graf Skates verkauft in über 20 Länder Schlittschuhe für Eishockey und Kunstlauf.

«Das internationale Geschäft begann in den 1970er-Jahren, als wir einen Auftritt an der Ispo, einer Sportartikelmesse, in München hatten»

Petra Di Nardo-Graf, Vizepräsidentin Graf Skates AG. (Bild: Reto Martin)

Petra Di Nardo-Graf, Vizepräsidentin Graf Skates AG. (Bild: Reto Martin)

sagt Petra Di Nardo-Graf. Die Urenkelin des Firmengründers arbeitet seit 26 Jahren für das Unternehmen und leitet es als Vizepräsidentin zusammen mit ihrem Vater, der wie sein Vater und sein Grossvater Karl heisst. Auch Weltmeisterschaften und der Spengler Cup seien gute Gelegenheiten gewesen, Kontakte mit ausländischen Unternehmen, Sportteams und Sportlern zu knüpfen. «Man traf sich zum Beispiel mit dem Vertreter eines Grossverteilers und der stellte den Kontakt zu den Teams und Läden her», erklärt Graf.

Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
Kreuzlingen TG - Blick in die Produktion der Graf Skates AG in Kreuzlingen.
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Seit bald einem Jahrhundert produziert Graf Skates in Kreuzlingen Schlittschuhe

Heute sei das nicht mehr so einfach wie früher. Die Eishockeyteams haben alle Verträge mit ihren Ausrüstern abgeschlossen, die sie wortwörtlich von Kopf bis Fuss einkleiden. Da gäbe es für ein kleines Unternehmen wie ihres keine Chance, gross mitzureden. Zudem werden Profis heute stärker von aussen beworben als früher.

«Die Zusammenarbeit mit Profis ist deshalb insgesamt zurückgegangen»

Mauro Di Nardo, Produktion und Verkauf Graf Skates AG. (Bild: Reto Martin)

Mauro Di Nardo, Produktion und Verkauf Graf Skates AG. (Bild: Reto Martin)

sagt Mauro Di Nardo. Er ist zuständig für Produktion und Verkauf, arbeitet seit Mai 2018 für die Schlittschuh-Firma und unterstützt seine Frau und seinen Schwiegervater bei geschäftlichen Angelegenheiten. Kennengelernt haben er und seine Frau sich – wie hätte es auch anders sein können – auf der Eisbahn.

Sanktionen gegen Russland schaden dem Geschäft

Insgesamt sei der Verkauf von Schlittschuhen in letzter Zeit leicht zurückgegangen. Das liege unter anderem an den geburtenschwachen Jahrgängen. «Es gibt weniger Junge als früher, weshalb der Vereinssport auch abnimmt», sagt Graf. In kalten Wintern laufe das Geschäft dafür sehr gut. «Vor allem wenn es Natureis gibt, zieht das viele auf die Schlittschuhe», sagt Di Nardo. Vor zwei Jahren habe beispielsweise ein Hotel aus St. Moritz aus diesem Grund eine grosse Ladung an Schuhen mit Kufen bestellt.

Die Verkaufszahlen sinken auch aus politischen Gründen. «Der russische Markt ist sehr wichtig für uns. Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland und der Zusammenbruch der Währung haben unserem Export-Geschäft geschadet», sagt Graf.

Produktion in elf Schritten und zwölf Arbeitsstunden

In Kreuzlingen werden die Schlittschuhe von Graf Skates in zwei verschiedenen Gebäuden produziert. In der Näherei an der Hafenstrasse 2 wird der Schuh als solcher hergestellt. Die Einzelteile werden zuerst zugeschnitten, dann an den Kanten abgeschliffen und anschliessend zusammengenäht. Damit die einzelnen Teile dabei nicht verrutschen, werden sie vorher zusammengeklebt. Danach werden die Ösen gesetzt und die Kappen werden eingenäht. In der Bodenabteilung an der Wiesenstrasse 1 wird der zusammengenähte Schuh mit Wärme über eine Form verpresst und vorgeformt. Nachdem die Sohle auf den Schuh aufgesetzt wurde, werden sie zusammengeklebt. Zum Schluss kommt das Ganze in die Kufenmontage und wird schliesslich gereinigt, überprüft und verpackt.

Pro Jahr werden in Kreuzlingen zwischen 10'000 und 12'000 Schlittschuh-Paare hergestellt, weltweit beträgt die Produktion rund 70'000 Paar. Davon gehen etwa 3000 Paare an Profis, der Rest an Hobby-Sportler. Die günstigeren Produkte werden in Asien hergestellt.

Die Philosophie von Graf Skates steht im Slogan: «Feel the difference». Und diesen Unterschied in der Qualität merke man. Deshalb unterstützt die Firma auch die Hockeyschule Thurgau, denn laut Graf ist es «wichtig, schon früh gutes Schuhwerk zu haben».

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