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«Eine Katastrophe für mich»: 20 Minuten warten auf dem Abstellgleis ab dem Fahrplanwechsel im Dezember

Der Fahrplanwechsel ist für viele ein Gewinn. Es gibt aber auch Verlierer: Zum Beispiel Bahnfahrer, die von Bettwiesen oder Märwil nach St. Gallen fahren. Sie müssen in Wil 20 Minuten Zwangspause machen.
Sebastian Keller
Die S10 fährt in Bettwiesen ein: Wer ab dem 9. Dezember von hier nach St.Gallen reisen will, muss in Wil 20 Minuten auf den Anschlusszug warten. (Bild: Andrea Stalder)

Die S10 fährt in Bettwiesen ein: Wer ab dem 9. Dezember von hier nach St.Gallen reisen will, muss in Wil 20 Minuten auf den Anschlusszug warten. (Bild: Andrea Stalder)

«Das ist eine Katastrophe für mich», sagt Silvan Krähemann aus Bettwiesen. Quelle seines Ärgers ist der Fahrplanwechsel vom 9. Dezember. Ab dem zweiten Adventssonntag verlängert sich sein Arbeitsweg mit dem Zug nach St. Gallen. Heute benötigt Krähemann von Bettwiesen in die Gallusstadt 38 oder 39 Minuten – je nach Verbindung. Mit dem neuen Fahrplan sind es 57 Minuten.

«Ich habe es erst kürzlich von meinem Bruder erfahren», sagt der dreifache Familienvater. Grund für die Verschlechterung seiner Verbindung sind neue Abfahrtszeiten in Wil. Konkret: Neu fahren die Anschlusszüge zum Beispiel um 7.19 und 7.49 Uhr und nicht mehr um 7.01 oder 7.32 Uhr. Das bedeutet: 22 Minuten Wartezeit in Wil. Am Abend sind es immer noch 20 Minuten. Aktuell sind die Anschlüsse in Wil schlank – mit drei oder fünf Minuten. «Ich habe keine Möglichkeit, auszuweichen», sagt Krähemann.

Die S-Bahn muss verschoben werden

Wegen der sich anbahnenden Verschlechterung hat der Bettwieser E-Mails geschrieben. An die SBB, an Thurbo, die Kantone St. Gallen und Thurgau. Überall erhielt er ähnliche Antworten. «Leider» ist ein häufiges Wort. Leider verlängere sich die Umsteigezeit in Wil, weil die S1 nach St. Gallen 15 Minuten früher verkehren müsse. Und das muss sie wegen des Fern- und Güterverkehrs. So etwa aufgrund des halbstündlich verkehrenden Intercitys «St. Galler Sprinter». Es hat – einfach gesagt – für die S1 zur gewünschten Zeit keinen Platz auf den Schienen zwischen Wil und der Gallusstadt.

Stefan Thalmann von der kantonalen Abteilung öffentlicher Verkehr. (Bild: Donato Caspari)

Stefan Thalmann von der kantonalen Abteilung öffentlicher Verkehr. (Bild: Donato Caspari)

«Wir hätten es uns auch anders gewünscht», sagt Stefan Thalmann, Leiter der Thurgauer Abteilung öffentlicher Verkehr. «Wir haben zusammen mit den SBB, Thurbo und dem Kanton St. Gallen nach Lösungen gesucht.» Selbst auf Bundesebene wurden die Veränderungen am Knoten Wil thematisiert, wie diese Zeitung weiss. Eine bessere Lösung konnte nicht gefunden werden. Von den schlechteren Anschlüssen von der Linie Wil-Weinfelden (S10) auf Züge in Richtung St. Gallen seien täglich rund 80 Personen betroffen, weiss Thalmann. Schlechtere Anschlüsse müssen auch jene hinnehmen, die mit dem Bus von Fischingen, Braunau oder Hosenruck kommen und nach St. Gallen reisen. Auch sie warten künftig 20 Minuten in Wil. Selbst für Raucher eine zu lange Pause.

Die meisten Leute profitieren vom Fahrplanwechsel

Das gilt auch für Reisende aus dem Toggenburg, wie die «Wiler Zeitung» unlängst berichtete. Aufgrund der Verschlechterung würden viele Pendler aufs Auto umsteigen, wird befürchtet. «In der Summe», sagt Thalmann, «gibt es wesentlich mehr Leute, die vom Fahrplanwechsel profitieren.» So zum Beispiel vom durchgehenden Halbstundentakt an Werktagen mit den S-Bahnen im ganzen Thurgau und von besseren Anschlüssen an die Schnellzüge in Romanshorn, Kreuzlingen, Rorschach und Schaffhausen. «Es ist uns bewusst, dass diese Aussage für die Betroffenen ein schwacher Trost ist», sagt Thalmann.

Für Silvan Krähemann kommt ein Umstieg aufs Auto nicht in Frage. Er werde deshalb künftig bei gutem Wetter mit dem Velo nach Wil fahren. Bei Regen und Schnee fällt diese Alternative allerdings ins Wasser. «Im Winter muss ich in den sauren Apfel beissen.» Zeit dafür hat er am Bahnhof Wil ab dem 9. Dezember genügend – leider.

Der Fahrplan ab dem 9. Dezember 2018: www.fahrplanentwurf.ch, ab 17. Oktober 2018 unter www.sbb.ch.

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