Fälle im Thurgau: Die Fuchsräude schlägt wieder zu

Die Räude breitet sich im ganzen Kanton aus und rafft immer mehr Füchse dahin. Wie kann man sie aufhalten?

Lukas Belic
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Fuchs mit für Räude typischen felllosen Fleck und vernarbtem Gewebe oberhalb von Kreuzlingen.

Fuchs mit für Räude typischen felllosen Fleck und vernarbtem Gewebe oberhalb von Kreuzlingen.

Bild: PD

Die Fuchsräude treibt im Thurgau ihr Unwesen. «Seit Monaten breitet sich die Krankheit zunehmend aus. Sie ist zurzeit im gesamten Kanton sehr verbreitet», sagt der Leiter der Jagd und Fischereiverwaltung des Kantons, Roman Kistler. Gemessen werde die Ausbreitung der Krankheit anhand von Schätzungen, die sich durch Rückmeldungen der Jagdgesellschaften und Passanten ergeben würden.

Die Räude tritt seit 2014 im Thurgau grossflächig in Erscheinung. Fuchsräude wird durch sogenannte Grabmilben verursacht, die sich in die Haut des Wirtes bohren, dort Eier legen und durch ihre Abfallprodukte starken Juckreiz verursachen. Dieser Juckreiz geht soweit, dass sich die Füchse ganze Fellbüschel auskratzen und sich sogar Hautstücke herausbeissen. «Man erkennt die erkrankten Tiere ziemlich schnell daran, dass sie nur noch wenig Fell haben und ihr Hautgewebe übersäht von Krusten ist», sagt Roman Kistler.

Was tun, wenn man einem räudigen Fuchs begegnet?


Walter Schmid, Vorstandspräsident von Jagd Thurgau, sagt:

«Wenn Spaziergänger einen toten oder lebendigen Fuchs sehen, der von der Räude betroffen ist, sollte man umgehend den Jagdaufseher oder die Polizei verständigen.»

Man solle seine Haustiere auf keinen Fall in die Nähe des erkrankten Tieres lassen, da sich die Räude durch direkten Körperkontakt übertrage. Sollte ein Haustier jedoch angesteckt worden sein, sei dies kein Grund zur Sorge, sagt Jacqueline Müller, Kleintierärztin vom Tiermedizinischen Zentrum in Müllheim. «Haustiere reagieren sehr gut auf die Therapie, sogar zu 100 Prozent.» Für die Behandlung gebe es verschiedene Mittel. «Der Juckreiz bleibt nach der Behandlung noch einige Zeit, lässt sich aber mit Lotionen oder Shampoos lindern.»


Ein erkranktes Wildtier zu behandeln sei fast unmöglich, sagt Walter Schmid.

«So makaber es klingen mag: Die einzige Möglichkeit die Räude bei Wildtieren einzudämmen ist, die infizierten Tiere zu erschiessen, sodass diese die Krankheit nicht weiterverbreiten können.»

Auch solle man den Fuchsbestand klein halten, da ein grösserer Bestand zu mehr Infektionen und Überträgern führe. Die Räude sei selbst für Menschen ansteckend. Bei Menschen nennt man die Krankheit Krätze. «Es sind jedoch dieselben Milben», sagt der Schmid.

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