Glosse

Fäkalien in der Kantonshauptstadt Frauenfeld und anderswo: Ja, aber

Murgspritzer: TZ-Redaktor Mathias Frei erklärt, was Indizien sind für Zivilisation. Fakt ist: Im Oberthurgau hilft nur noch Fäkalhumor. 

Mathias Frei
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Die Kläranglage in der Grossen Allmend in Frauenfeld ist seit 50 Jahren in Betrieb. (Bild: Andrea Stalder)

Die Kläranglage in der Grossen Allmend in Frauenfeld ist seit 50 Jahren in Betrieb. (Bild: Andrea Stalder)

Stuhlen ist menschlich. Jeder muss mal gross. Aber bitte im Privaten. Muss ja niemand mitansehen müssen. Wir haben Toiletten und in der Frauenfelder Innenstadt «WC 4 all» und in der Grossen Allmend seit 50 Jahren die Kläranlage. Dem zivilisatorischen Fortschritt sei Dank.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld. (Bild: Reto Martin).

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld. (Bild: Reto Martin). 

Auf unsere Kläranlage dürfen wir stolz sein. Klärwerkmeister Markus Breu und seine Mannen leisten saubere Arbeit, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Sie machen aus Scheisse Gold. Wie das funktioniert und was es mit dem Duft der grossen, weiten Welt auf sich hat, erfährt man am Tag der offenen Tür der Ara in anderthalb Wochen.

Menschliche Wildnis herrscht dagegen – wie könnte es anders sein – im Oberthurgau. So ging vergangenen Samstag ein öffentliches Stuhlen in Arbon über die Bühne. «Usestuehlete» nannte sich das Fäkalspektakel. «Das Städtli einmal von innen zu sehen, ermöglicht die Arboner Usestuehlete», war kürzlich in der TZ zu lesen. Besser wäre wohl «Darmspiegelung first». Ob die Unmengen von Stuhlgang, die an das dunkelste Mittelalter gemahnen, für Arbon sprechen, muss hier aber nicht zu Ende diskutiert werden.