Münchwilen: Mehr Personal für Wil West

In Wil West können in den nächsten zwei Jahrzehnten mehr als 2000 Arbeitsplätze entstehen. Dank einer regionalen Raum- und Verkehrsplanung soll die ganze Region an Attraktivität gewinnen.

Hans Suter
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Wil West: Im südöstlichen Teil der Gemeinde Münchwilen sind bis zu 2000 und in der angrenzenden Industriezone Gloten bis zu 1000 Arbeitsplätze möglich. (Bild: Hanspeter Schiess/Urs Bucher)

Wil West: Im südöstlichen Teil der Gemeinde Münchwilen sind bis zu 2000 und in der angrenzenden Industriezone Gloten bis zu 1000 Arbeitsplätze möglich. (Bild: Hanspeter Schiess/Urs Bucher)

Vergangenen Freitag war Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen. Die Regio Wil sucht einen Standortförderer, einen Gesamtprojektleiter und eine PR-Fachperson mit einem Arbeitspensum von je 80 bis 100 Prozent. Anne Rombach, Geschäftsführerin der Regio Wil sagt:

«Wir haben eine Vielzahl interessanter Bewerbungen erhalten.»

In den nächsten Tagen stünden die Bewerbungsgespräche an. Bis die Auserwählten ihre Stelle antreten, dürfte es aber noch etwas dauern. «Wer in einer festen Anstellung ist, hat je nach Funktion eine Kündigungsfrist von drei bis sechs Monaten», gibt Rombach zu bedenken. Dennoch: Alles liegt im vorgesehenen Zeitplan.

Anne RombachGeschäftsführerin Regio Wil

Anne Rombach
Geschäftsführerin Regio Wil

Mit den drei neuen Stellen verdoppelt sich das Personal der Regio Wil auf einen Schlag. Warum ist das notwendig? Die Antwort liefert ein kurzer Blick auf die Aufgaben und Strukturen der Organisation. Die als Verein organisierte Regio Wil ist im Auftrag ihrer 22 St. Galler und Thurgauer Mitgliedgemeinden im Grossraum Wil für die regionale Raum- und Verkehrsplanung sowie für die Wirtschaftsförderung zuständig.

Ein Kernstück ist der Entwicklungsschwerpunkt (ESP) Wil West, wo im Grenzdreieck Wil-Münchwilen-Sirnach in den nächsten zwei Jahrzehnten über 2000 Arbeitsplätze entstehen können. Der ESP Wil West und das Agglomerationsprogramm sind in der Öffentlichkeit die bekanntesten «Produkte» der Regio Wil. Die konkreten Umsetzungsarbeiten beginnen aber erst. Dazu braucht es Personal.

Strukturen werden dem Stand der Dinge angepasst

An der Delegiertenversammlung vom 22. November wurde eine Strukturerweiterung beschlossen. So soll die Raum- und Verkehrsplanung beim Verein Regio Wil belassen, die Standort- und Wirtschaftsförderung hingegen in eine neue Organisation eingebracht werden. Dieser Verein wird demnächst gegründet. Er wird direkt der Regio Wil angegliedert, weshalb diese ihre bisherige Fachgruppe für Wirtschaft auflöst. Der Name der Organisation ist noch nicht bekannt. Dem Vernehmen nach wird er nicht an die Geografie gekoppelt sein.

Das Betriebsmodell sieht vor, dass der Betrieb in den bestehenden Räumen der Regio Wil im Railcenter südlich des Bahnhofs Wil angesiedelt ist. Allerdings verfügt die Geschäftsstelle nicht über die notwendigen personellen und fachlichen Ressourcen. Deshalb wird nun Personal gesucht. Die neue Standort- und Wirtschaftsorganisation soll einen Standortförderer als Leiter erhalten.

Als Zweck sind die Positionierung, Stärkung und Entwicklung des Wirtschaftsraums, die regionale Wirtschaftspflege und Standortprofilierung definiert. Der neu zu gründende Verein arbeitet auf Basis einer Leistungsvereinbarung mit der Regio Wil; die administrative Geschäftsführung liegt bei der Regio Wil.

Finanzierung ist bis ins Jahr 2021 sichergestellt

Die Komplexität in den Projekten ist hoch, insbesondere bei der Standortentwicklung Wil West, die sich über zwei Kantone erstreckt. Deshalb wird ein Gesamtprojektleiter gesucht. Seine Hauptaufgaben liegen in der Vorbereitung strategischer Entscheidungen, der operativen Führung sowie der Koordination und Weiterentwicklung des Gesamtvorhabens.

Das Generationenprojekt Wil West ist in einer Charta zwischen den drei Standortgemeinden, den zwei Standortkantonen und der Regio Wil geregelt. Für die Kommunikationsunterstützung wird zudem eine PR-Fachperson gesucht. Alle neuen Stellen sind der Geschäftsführerin der Regio Wil unterstellt.

Finanziert wird die neue Standort- und Wirtschaftsorganisation im laufenden Jahr durch die Mitgliederbeiträge der Regio Wil. Bewilligt wurden eine einmalige Anschubfinanzierung von 238'000 Franken und ein Betriebsbeitrag von 75'000 Franken, gesamthaft also 313'000 Franken. Für das Jahr 2020 sind ein Betriebsbeitrag von 220'000 Franken und einmalige Kosten für externe die Mandatsbetreuung von 30'000 Franken und ab dem Jahr 2021 ein wiederkehrender Betriebsbeitrag von rund 215'000 Franken vorgesehen. Regio-Wil-Geschäftsführerin Anne Rombach betont:

«Die Mitgliederbeiträge der Regio Wil werden nicht erhöht.»

Aktuell leisten die 22 Mitgliedgemeinden einen Jahresbeitrag von fünf Franken pro Einwohner und Einwohnerin. Dabei soll es bleiben. Vielmehr soll die Wirtschaft eingeladen werden, sich über Sponsoring und andere Formen an der Finanzierung der Wirtschaftsförderung zu beteiligen.