Explosionsgefahr durch Wasserrohrbruch: «Passage» in Frauenfeld bleibt am Donnerstag geschlossen

Aufgrund eines Wasserrohrbruchs im Traforaum musste die Feuerwehr am Donnerstagnachmittag das Einkaufszentrum Passage in Frauenfeld evakuieren. Weil das Wasser den Hauptleitkasten zerstörte, blieb die «Passage» über Stunden ohne Strom. Die Verantwortlichen hoffen, das Zentrum am Freitag wieder wie gewohnt öffnen zu können.

Samuel Koch
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Passanten und Angestellte harren vor den Eingangstüren zum Einkaufszentrum Passage aus.

Passanten und Angestellte harren vor den Eingangstüren zum Einkaufszentrum Passage aus.

(Bild: Samuel Koch)

In weissen Kutten und Kochhauben warten die Angestellten des Restaurants mit dem grossen M vor dem Einkaufszentrum Passage in Frauenfeld. Wie viele Dutzend Arbeitnehmer und Passanten stehen sie am Donnerstagnachmittag vor geschlossenen Türen und harren bei kalten Temperaturen der Dinge.

Jörg Ehrensperger, ehemaliger Leiter der «Passage» und Hauptmann bei der Frauenfelder Feuerwehr.

Jörg Ehrensperger, ehemaliger Leiter der «Passage» und Hauptmann bei der Frauenfelder Feuerwehr.

(Bild: Nana Do Carmo)

Grund für die Evakuation der «Passage» ist ein Wasserrohrbruch wenige Minuten zuvor im Sprinklerbereich im hinteren Teil des Einkaufszentrums vis-à-vis des Bahnhofs. «Wir haben aus Sicherheitsgründen umgehend das ganze Gebäude evakuiert», sagt Jörg Ehrensperger, ehemaliger Leiter der Passage und Hauptmann bei der Frauenfelder Feuerwehr.

Kurzschluss konnte verhindert werden

Die Feuerwehr rückte sofort mit einem Einsatztrupp aus, versperrte den Zugang zum Hintereingang und pumpte das Wasser ab. So konnte die Feuerwehr einen Kurzschluss und eine Explosion verhindern. Denn wegen des Wasserschadens wurde unter anderem der Traforaum geflutet, wo der Hauptleitkasten steht. «Weil er in Mitleidenschaft gezogen wurde, konnten wir den Strom nicht mehr einschalten», sagt Ehrensperger, der immer wieder Fragen von Passanten beantworten und ans Smartphone gehen muss.

Feuerwehrleute sperren den Zugang zum Hintereingang ab.

Feuerwehrleute sperren den Zugang zum Hintereingang ab.

(Bild: Samuel Koch)

Immerhin ist es der Feuerwehr rasch gelungen, dass die Werkbetriebe das Wasser abdrehen und die Stromzufuhr kappen konnten.

«Alle sind unseren Anweisungen ohne Widerrede gefolgt.»

Dadurch sei die «Passage» nach rund drei Minuten bereits komplett evakuiert gewesen. Personen sind keine zu Schaden gekommen.

Dutzende Personen warten vor den Toren zum Einkaufszentrum Passage auf Entwarnung.

Dutzende Personen warten vor den Toren zum Einkaufszentrum Passage auf Entwarnung.

(Bild: Samuel Koch)

Tiefkühlware umlagern, um Schaden zu minimieren

Nach zirka einer halben Stunde konnten die Verantwortlichen vorerst Entwarnung geben, so dass Autofahrer zumindest ihre Fahrzeuge aus der zwischenzeitlich gesperrten Tiefgarage fahren durften, obschon Wasser bis dorthin durchgedrungen war.

Trotz Entwarnung sah sich die Zentrumsleitung gezwungen, die «Passage» für den Donnerstag vorzeitig zu schliessen und sicher nicht vor Freitagmorgen wieder zu öffnen.

Am Abend haben Elektriker nach Lösungen gesucht, um den Strom zumindest für die Tiefkühllager wieder einzuschalten. «Angestellte haben derweil versucht, die Kühler zu leeren, alle Tiefkühlwaren in Lastwagen umzuladen und so den Schaden zu minimieren», sagt Ehrensperger. Zu einer möglichen Schadensumme mag er sich indes nicht äussern. Der Umsatzausfall könne kaum beziffert werden. «Aber immerhin ist niemandem etwas passiert.»

Die Nachricht für alle, die in die «Passage» wollen. Immerhin die Apotheke bleibt während den Öffnungszeiten offen.

Die Nachricht für alle, die in die «Passage» wollen. Immerhin die Apotheke bleibt während den Öffnungszeiten offen.

(Bild: Sebastian Keller)