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Exodus in der Frauenfelder Exekutive: Drei Stadträte treten 2019 zurück

Mit Christa Thorner, Urs Müller und Ruedi Huber verzichten drei von fünf Mitgliedern der städtischen Exekutive auf eine neuerliche Kandidatur für die Stadtrats-Gesamterneuerungswahlen von kommendem Februar.
Mathias Frei
Die aktuelle Frauenfelder Exekutive: Vizepräsidentin Christa Thorner (SP), Stadtrat Ruedi Huber (SVP), Stadträtin Elsbeth Aepli (CVP), Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP) und Stadtrat Urs Müller (Chrampfe & Hirne). (Bild: Mathias Frei)

Die aktuelle Frauenfelder Exekutive: Vizepräsidentin Christa Thorner (SP), Stadtrat Ruedi Huber (SVP), Stadträtin Elsbeth Aepli (CVP), Stadtpräsident Anders Stokholm (FDP) und Stadtrat Urs Müller (Chrampfe & Hirne). (Bild: Mathias Frei)

«Eigentlich» ist so ein Wort. «Eigentlich müsste sich nichts ändern», sagt Stadtpräsident Anders Stokholm. Aber es ändert sich eben doch was – in der Zusammensetzung des Stadtrats in der neuen Legislatur 2019 bis 2023. Das steht seit der Medienkonferenz von Dienstag fest. Mit dem Verzicht von Vizepräsidentin Christa Thorner (SP) war zu rechnen gewesen. Sie hatte ihren Rücktritt per Ende Legislatur 2015 bis 2019 schon vor einem Jahr bei der der stadträtlichen Halbzeitbilanz angekündigt.

«Eigentlich müsste sich nichts ändern.»
(Anders Stokholm, Stadtpräsident)

Dass der Aderlass im Stadtrat aber so gross werden würde, ist eine Überraschung. Ein zweiter Rücktritt auf kommenden Sommer lag im Bereich des Möglichen. Aber dass sich mit Urs Müller (Chrampfe & Hirne) und Ruedi Huber (SVP) nebst Thorner gleich zwei weitere Mitglieder der Exekutive nicht mehr zur Wiederwahl für die kommende Amtsperiode stellen, kommt unerwartet.

Seit 2001 im Amt und dabei drei Stadtväter erlebt

Thorner, Vorsteherin des Departements für Gesellschaft und Soziales, ist gemessen an Amts- wie an Lebensjahren das aktuell älteste Stadtratsmitglied. Seit Juli 2001 ist sie im Amt, kommendes Jahr wird sie 66 Jahre alt. Sie hat Hans Bachofner, Carlo Parolari und nun Stokholm als Stadtväter erlebt. Nach dem Rücktritt von Sven Frauenfelder aus dem Stadtrat hatte sie das SP-Mandat beerben können. Bei der damaligen Exekutiversatzwahl waren Thorner und alt Stadtrat Werner Dickenmann für die frei werdenden Sitze von Frauenfelder respektive Peter Glatz angetreten. Nach dem Rücktritt Dickenmanns 2011 übernahm sie das Vizepräsidium. Für sie sei es Zeit, ihre Tätigkeit als Stadträtin zu beenden, sagt die SP-Politikerin.

Urs Müller (Chrampfe & Hirne) war seit seiner Wahl per April 2005 Frauenfelds Bau- und Verkehrsvorsteher. Vorgänger des damals 32-Jährigen war Alfred Pernet gewesen. Der junge CH-Gemeinderat hatte sich in der damaligen Ersatzwahl überraschend gegen seinen SVP-Kontrahenten Bruno Diethelm durchgesetzt. Bekanntlich solle man aufhören, wenn es am schönsten sei, meint der heute 45-jährige Müller. Er spricht vom richtigen Zeitpunkt, etwas Neues anzufangen – obschon ihm seine Arbeit als Stadtrat überhaupt nicht verleidet sei. Nicht zuletzt werde er seine Mitarbeiter bei der Stadt vermissen. In welche Richtung er sich beruflich orientieren werde, stehe aber noch nicht fest. Derzeit ist Müller nebst dem Stadtratsmandat als Geschäftsstellenleiter des GIS-Verbunds Thurgau beim kantonalen Amt für Geoinformation tätig.

Der erste Wahlgang findet am 10.Februar 2019 statt

Stimmberechtigte Frauenfelderinnen und Frauenfelder werden für den ersten Wahlgang am 10. Februar an die Urne gerufen. Das ist ein eidgenössischer Abstimmungssonntag. Ein allfälliger zweiter Wahlgang findet am 31. März statt – zeitgleich mit den Gemeinderatswahlen. Für die Gewählten beginnt die neue Legislatur am 1. Juni 2019, und endet am 31. Mai 2023. Kandidaturen müssen bis spätestens 17. Dezember 2018 der Stadtkanzlei Frauenfeld gemeldet werden. (ma)

SVP-Mann Ruedi Huber dagegen wurde erst 55-jährig in den Stadtrat gewählt. Er sei im Gegensatz zu Müller ein Spätberufener gewesen, sagt Huber. Im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen war er per Juni 2011 auf seinen Parteikollegen Werner Dickenmann gefolgt. Huber hat seither die Sport- und Freizeitanlagen unter sich. Mittlerweile steht er auch den Werken vor. Nächstes Jahr feiert er seinen 63. Geburtstag. Nebst dem politischen Amt ist er Vizedirektor des landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg, das vom Kanton betrieben wird. Vor einem Jahr hatte er angekündigt, entweder im Frauenfelder Rathaus oder auf dem Arenenberg kürzerzutreten. Weil im kommenden Jahr am BBZ eine grosse Sanierung ansteht, verzichtet er nun auf eine neuerliche Kandidatur als Stadtrat. Der Entscheid sei ihm nicht leicht gefallen, aber altersbedingt begründet und weil er wieder mehr Zeit für seine Familie haben wolle.

Nach Auskunft der Zurücktretenden werden ihre Parteien mit neuen Kandidaturen zu den Gesamterneuerungwahlen antreten. Am fortgeschrittensten ist die Kandidatensuche offenbar bei der SP. Wie Thorner sagt, finde im September die entsprechende Nominationsveranstaltung statt. Die Parteileitung von SVP und CH sind von ihren Stadträten vorinformiert worden.

Aepli und Stokholm wollen’s nochmals wissen

Zur Wiederwahl stellt sich Stadtpräsident Anders Stokholm (Jahrgang 1966), der das Departement für Finanzen, Stadtentwicklung und Zentrales führt. Der FDP-Politiker ist das amtsjüngste Stadtratsmitglied. Er war für den zurückgetretenen Carlo Parolari per Sommer 2015 ins Stadtpräsidium gewählt worden. «Ich bin immer noch sehr motiviert», sagt der Stadtpräsident und verweist auf wichtige Weichenstellungen in der nächsten Amtszeit.

«Solange ich Freude am Amt habe und meine Arbeit geschätzt wird, stelle ich mich zur Verfügung.»
(Elsbeth Aepli, Stadträtin)

Eine weitere Legislatur will auch Stadträtin Elsbeth Aepli (CVP) als Vorsteherin des Departements für Alter und Gesundheit anhängen. Bei den Gesamterneuerungswahlen 2003 hatte die Inhaberin einer Anwaltskanzlei und damalige Gemeinderätin den CVP-Sitz der zurückgetretenen Margrit Camenzin beerbt. Damit steht Aepli nun in ihrer vierten Legislatur – und hat eine fünfte vor Augen. Nächstes Jahr wird sie 55 Jahre alt. «Solange ich Freude am Amt habe und meine Arbeit geschätzt wird, stelle ich mich zur Verfügung», sagt sie. Weil erst 2015 das neue Amt für Alter und Gesundheit geschaffen worden ist und es in jüngerer Vergangenheit Wechsel in der Geschäftsleitung des Alterszentrums gegeben habe, setze sie auf Kontinuität. Sie sei auch aus der Bevölkerung motiviert worden, nochmals anzutreten.

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