EVP Thurgau will mit Leidenschaft für Mensch und Umwelt einen zusätzlichen Sitz im Grossen Rat

Mit den Schwerpunktthemen «Ethische Wirtschaft», «Familie, Gesundheit», «Menschenhandel» und «Umweltschutz» geht die EVP Thurgau ins neue Jahr und in den Wahlkampf.

Kurt Peter
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Sie stellten die EVP-Schwerpunkte vor: Nina Beerli, Adrian Ziörjen, Doris Günter, Elisabeth Rickenbach und Wolfgang Ackerknecht.

Sie stellten die EVP-Schwerpunkte vor: Nina Beerli, Adrian Ziörjen, Doris Günter, Elisabeth Rickenbach und Wolfgang Ackerknecht.

(Bild: Kurt Peter)

«Mit Leidenschaft für Mensch und Umwelt ist unser Jahresmotto.» Das sagte EVP-Parteipräsident Wolfgang Ackerknecht anlässlich der Medienkonferenz im Weinfelder Restaurant Eisenbahn. Die Klimadebatte sei wichtig, aber «wir dürfen in dieser Diskussion die Menschen nicht vergessen». In Zukunft hänge die Zusammenarbeit stärker vom gegenseitigen Respekt und der Achtung der Natur ab. Diese Grundhaltung werde sich positiv auf das Arbeitsklima auswirken, dies führe zu tieferen Gesundheitskosten. Ackerknecht erklärt:

«Die Klimadebatte wird so in einen grösseren, gesamtheitlichen Kontext gestellt.»

Mit dem Einsatz der EVP für diese Werte sei es auch das Ziel, einen Sitz im Grossen Rat dazuzugewinnen: von fünf auf sechs. «Wir setzen auf den Bezirk Münchwilen, hier arbeitet ein engagiertes Team.»

Biodiversität, Familien und Investitionen in die Pflege

Parteileitungsmitglied Nina Beerli betonte die Bedeutung der Konzernverantwortungsinitiative:

«In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass zur Durchsetzung von Umweltstandards und Menschenrechten nicht allein auf das freiwillige Engagement der Unternehmen gesetzt werden kann.»

Sie kritisierte die Tatsache, dass Schweizer Banken weiterhin kräftig in die Förderung fossiler Energien investierten. Im Bereich «Digitalisierung» gelte es, bei allen Chancen die Gefahr des Arbeitsplatzverlustes – vor allem bei gering Qualifizierten – im Auge zu behalten. «Arbeit ist nicht nur dazu da, viel Gewinn zu generieren», mahnte sie.

«Die EVP fordert den Einsatz für die Biodiversität», sagte Kantonsrätin Doris Günter. Dies bedeute Einsatz für die Vielfalt der Arten, Vielfalt der Ökosysteme und eine hohe genetische Vielfalt. Daher unterstütze die Partei die Biodiversitätsinitiative. «Damit werden die Begriffe Biodiversität und Artenvielfalt im Gesetz verankert.» Um die finanziellen Mittel gezielt einzusetzen, brauche es eine kantonale Strategie.

Für Kantonsrätin Elisabeth Rickenbach «ist die Familie die Keimzelle unserer Gesellschaft». Umso mehr bedürfe sie Schutz und Unterstützung. Zudem müsse die Option, Familie und Beruf zu vereinbaren, Selbstverständlichkeit werden:

«Deshalb unterstützen wir den Vaterschaftsurlaub.»

Beim Thema «Gesundheit» forderte Rickenbach eine qualitativ hochstehende Pflege und nachhaltige Investitionen: «Dazu braucht es die Pflegeinitiative.» Die EVP setze sich unter anderem für bedarfsgerechte Wohn- und Pflegemodelle, flächendeckende Palliative Care statt Suizidbeihilfe sowie für mehr Ausbildungsplätze ein.

«Die EVP hat an ihrem Sonderparteitag eine Resolution verabschiedet, welche die Kantone auffordert, genügend finanzielle Mittel für eine effektive und spezialisierte Strafverfolgung von Ausbeutung und Menschenhandel bereitzustellen», sagte Adrian Ziörjen, Präsident der EVP Kreuzlingen. Die geltenden Straftatbestände seien, um die «Ausnützung der wirtschaftlichen Ausweglosigkeit von Menschen» zu ergänzen.