Eschlikon
Verkehrsprobleme: Im Sommer kann die Bevölkerung mitreden

Corona macht dem Eschliker Gemeinderat einen Strich durch die Rechnung: Er muss seine Mitwirkungsanlässe zu Richtplan und Ortsdurchfahrt verschieben.

Olaf Kühne
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Seit vergangenem Jahr hat die Eschliker Bahnhofstrasse vor der Post einen Fussgängerübergang mit Mittelinsel.

Seit vergangenem Jahr hat die Eschliker Bahnhofstrasse vor der Post einen Fussgängerübergang mit Mittelinsel.

(Bild: Roman Scherrer)

Auf den einen oder anderen Monat kommt es nun auch nicht mehr an. Diese entspannte Haltung vertritt der Eschliker Gemeinderat – und meint damit den kommunalen Richtplan. Eigentlich wäre das Werk erstellt, es befindet sich bereits zur Vorprüfung beim Kanton.

Indes wollte der Gemeinderat die Eschliker Bevölkerung miteinbeziehen. Für den vergangenen November waren gleich zwei Veranstaltungen angekündigt: ein Infoabend sowie eine zusätzliche Fragestunde. Doch dann kam Corona mit aller Macht zurück. «Dem Gemeinderat ist es wichtig, der Bevölkerung in persönlichen Gesprächen das für Eschlikon so wichtige Planungsinstrument näherzubringen», schreibt die Behörde in ihrer Mitteilung. Die beiden Infoveranstaltungen sollen deshalb weiterhin stattfinden. Weil es aber eben auf den einen oder anderen Monat nun auch nicht mehr ankommt, und weil in der aktuellen Coronasituation kaum etwas planbar ist, hat der Gemeinderat die Anlässe nun gleich auf den Mai angesetzt.

Gar erst im Sommer erfährt die Eschliker Bevölkerung, wie es um das Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) für die Ortsdurchfahrt steht. Laut Gemeindeschreiber Marcel Aeschlimann wird das BGK im Auftrag des Kantons durch ein Ingenieurbüro erstellt. Was es dereinst kosten wird, auf der Eschliker Ortsdurchfahrt das altbekannte Verkehrsproblem wenigstens zu lindern, ist noch unbekannt. Bekannt ist hingegen, dass das BGK bereits im eidgenössischen Agglomerationsprogramm der dritten Generation steht, im Programm der vierten Generation, welches sich derzeit in der Vernehmlassung befindet, ist es gar mit der höchsten Priorität eingestuft.

Marcel Aeschlimann Gemeindeschreiber Eschlikon

Marcel Aeschlimann
Gemeindeschreiber Eschlikon

(Bild: ZVG)

Der Bund wird sich also finanziell beteiligen, ebenso der Kanton. Die Kosten des Projektes sind indes noch unbekannt, wie auch ein allfälliger Abstimmungstermin in der Gemeinde Eschlikon. Gemeindeschreiber Marcel Aeschlimann sagt dennoch:

«Unser Ziel ist die Umsetzung 2024 bis 2025.»

Vorab soll aber, wie auch für den Richtplan, die Bevölkerung miteinbezogen werden. Sicherstellen will dies der Gemeinderat mit einem sogenannten Echoraum noch vor den Sommerferien. Dieser Miteinbezug fusst nicht zuletzt auf einer Petition der Grünen. Im Februar 2019 hat die Eschliker Ortpartei dem Gemeinderat 360 Unterschriften überreicht, die Petitionäre fordern verkehrsberuhigende Massnahmen, insbesondere auf der Bahnhofstrasse.

Bernhard Braun Interimsgemeindepräsident

Bernhard Braun
Interimsgemeindepräsident

(Bild: ZVG)

Vor allem aber schaut der Eschliker Gemeinderat auf die Nachbargemeinde Münchwilen. 2017 scheiterte dort ein vergleichbares Projekt kläglich an der Urne, seine Verkehrsprobleme hat der Hinterthurgauer Bezirkshauptort aber nach wie vor. «Einen solchen Schiffbruch wollen wir unbedingt vermeiden», sagt denn auch Interimsgemeindepräsident Bernhard Braun. «Nebst der Bevölkerung wollen wir deshalb auch die weiteren betroffenen Interessengruppen ins Boot holen: das Gewerbe und die Schule.»

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