Eschlikon
«Entscheid ist über die Jahre gereift»: Bernhard Braun kandidiert als Gemeindepräsident

Seit Anfang Jahr ist er Interims-Gemeindepräsident von Eschlikon. Nun ist für Bernhard Braun klar: Er wird im Juni für die Nachfolge von Hans Mäder kandidieren.

Roman Scherrer
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Bernhard Braun sitzt seit 2003 im Eschliker Gemeinderat.

Bernhard Braun sitzt seit 2003 im Eschliker Gemeinderat.

Bild: PD

Es schien nur eine Frage der Zeit: Am Donnerstag teilt Bernhard Braun mit, dass er am 13. Juni als Eschliker Gemeindepräsident kandidiert. Der Überraschungseffekt dieser Meldung ist überschaubar, weil der 55-Jährige bereits Interesse an einer Kandidatur angemeldet hatte und seit Anfang Jahr als Gemeindepräsident ad interim wirkt. Das Amt hat er übernommen, nachdem der bisherige Eschliker Gemeindepräsident Hans Mäder im vergangenen November als Wiler Stadtpräsident gewählt worden ist.

Das Interims-Amt habe denn auch eine wichtige Rolle bei seinem Entscheid gespielt:

«Es hat sozusagen den letzten Schub gebracht, den es noch gebraucht hatte.»

Der Gedanke als Gemeindepräsident zu kandidieren, ist in ihm sogar «über die Jahre gereift». Bereits 2015 habe er sich diesen Schritt überlegt. Weil sich aber damals bereits drei andere Kandidaten gemeldet hatten, sah er davon ab. «Zudem sah ich es damals vom Alter her als etwas zu früh an. Nun passt das sehr gut. Und es ist vielleicht die letzte Chance, etwas Neues zu wagen.»

Seit 2003 sitzt Bernhard Braun im Eschliker Gemeinderat. Damals stiess er als Ersatz für den als Gemeindepräsident gewählten Robert Meyer ins Gremium. «Wie die Jungfrau zum Kind», blickt das Mitglied der Grünen zurück. Er sei zwar politisch interessiert gewesen, aber nicht an einem Amt. «Umso mehr habe ich mich geschmeichelt gefühlt, als mir die Leute das zutrauten.» Ursprünglich wollte Braun nur zwei Legislaturen lang Gemeinderat bleiben. Jetzt befindet er sich in der fünften – und war in den vergangenen sechs Jahren Vizegemeindepräsident.

«Es ist mir nie langweilig geworden. Es ist grossartig, sich für eine Gemeinde einzusetzen und sie weiterzuentwickeln. Ich habe das Amt immer als eine Art Weiterbildung angesehen.»

Seit gut einem Jahr ist Braun auch Kantonsrat. Weil sein Parteikollege Kurt Egger die Wahl in den Nationalrat schaffte, konnte Braun für ihn nachrücken. Auch das Amt im Grossen Rat hat bei seinen Überlegungen zum Eschliker Gemeindepräsidium eine Rolle gespielt. «Ich finde die Kombination der beiden Ämter sehr gut», sagt Braun und erklärt: «Das Networking mit Kantonsratskollegen oder Mitgliedern des Regierungsrats ist sehr wertvoll und ein Vorteil für die Gemeinde.»

Frage nach Pensum bereits beantwortet

Am 7. März stimmen die Eschliker über eine neue Gemeindeordnung ab. Sie schreibt vor, dass der Gemeindepräsident mit einem Pensum von 60 bis 80 Prozent angestellt sein soll. Für Braun steht bereits fest, dass er als Gemeindepräsident 80 Prozent arbeiten wollen würde. Nicht nur, weil er dies bereits jetzt in seinem Interims-Amt tut. Braun ist überzeugt:

«Eine Gemeinde, die sich so schnell entwickelt wie Eschlikon, braucht einen Gemeindepräsidenten, der sicher 80 Prozent arbeitet.»

Es gehe nämlich schnell vergessen, dass das Gemeindeoberhaupt in verschiedensten regionalen und kantonalen Gremien mitwirkt. Das höhere Pensum bevorzugt Braun aber auch im Hinblick darauf, dass die neue Gemeindeordnung das Abschaffen der Ressorts im Gemeinderat vorsieht. «Wir haben jetzt eine super Behörde, alle wissen, was sie zu tun haben.» Sollte sich aber für einzelne Projekte künftig kein Gemeinderat als Leiter finden lassen, würde diese Aufgabe beim Gemeindepräsidenten verbleiben.

Derzeit arbeitet Braun noch als Ressortleiter im Bereich Infrastruktur der Südostbahn AG. Er habe 25 Jahre berufliche Erfahrungen in der Personalführung, rührt er für sich selbst die Werbetrommel. «Die Leute sehen in mir jemanden, der auf sie zugeht.» Aus der Bevölkerung habe er bereits viele positive Rückmeldungen erhalten zu seinem Interims-Amt. Ja gar Gratulationen durfte er schon entgegennehmen, erzählt Braun lachend.

«Ich musste erklären, dass ich noch gar nicht gewählt bin. Als Antwort erhielt ich, es solle in dem Fall für die Wahl im Juni gelten.»

Bisher ist Bernhard Braun der einzige offizielle Kandidat für das Eschliker Gemeindepräsidium. Die Interpartei hat Interessenten für das Amt gebeten, sich bis zum 26. Februar zu melden. Die offizielle Eingabefrist für Wahlvorschläge läuft noch bis zum 19. April.