Eschlikon
Das Industriegebiet erhält Zuwachs – und die Gemeinde einen einen grossen Batzen

Der Eschliker Gemeinderat will das gemeindeeigene Grundstück im Riet an ein Unternehmen aus der Region verkaufen. Das würde der Gemeinde drei bis vier Millionen Franken bringen.

Roman Scherrer
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Blick auf die Gemeinde-Parzelle im Industriegebiet.

Blick auf die Gemeinde-Parzelle im Industriegebiet.

Bild: Olaf Kühne

Freie Flächen gibt es im Eschliker Industriegebiet Riet nur noch wenige. In den vergangenen etwas mehr als zehn Jahren sind hier gleich mehrere Grundstücke überbaut worden. Eine der grössten und noch freien Baulandparzellen in der Industriezone liegt südlich des Bewetec-Areals. Sie ist rund 14'000 Quadratmeter gross – was etwa der Fläche von zwei Fussballfeldern entspricht – und gehört der politischen Gemeinde.

Zum Verkauf ausgeschrieben hat der Gemeinderat das Land nicht, dennoch steht er nun in Verkaufsverhandlungen mit einem Interessenten. «Wir haben schon die Absicht, die Parzelle zu verkaufen», sagt Hans Mäder, noch Eschliker Gemeindepräsident und frisch gewählter Wiler Stadtpräsident.

«Denn das sind drei bis vier Millionen Franken, die auf unserem Landkreditkonto blockiert sind.»

Vor ein paar Jahren sei das Land für die Gemeinde noch strategisch wichtig gewesen, als noch die Absicht bestand, einen Gleisanschluss für das Industriegebiet zu bauen. «Jetzt ist aber strategisch wichtiges Geld blockiert, für den Fall, dass wir es wirklich einmal brauchen.»

Gemeinde arbeitet Verträge aus

Über dieses Geld kann die Gemeinde Eschlikon wohl schon bald verfügen. Denn laut Mäder sind die Verkaufsverhandlungen bereits fortgeschritten. «Es sieht gut aus. Wir arbeiten derzeit die konkreten Verträge aus», berichtet er. Darin soll unter anderem festgelegt werden, dass der Käufer das Land selber bebaut und nicht gleich weiterverkauft. «Zudem ist uns wichtig, wie der Bau daherkommt. Die Wallenwiler – sie blicken ja direkt auf das Industriegebiet – sollen nicht an eine Betonwand schauen müssen», erklärt Mäder.

Hans MäderGemeindepräsident Eschlikon

Hans Mäder
Gemeindepräsident Eschlikon

Bild: Olaf Kühne

Der Kaufinteressent – dessen Namen der Gemeinderat noch nicht nennen will – soll rund 50 Arbeitsplätze nach Eschlikon bringen. «Es sind interessante Arbeitsplätze in den Bereichen Büro und Lager», sagt Mäder. Ausserdem bringe das Unternehmen zwar etwas Lastwagenverkehr mit sich, insgesamt sei aber kein grosses zusätzliches Verkehrsaufkommen zu erwarten. Mäder lässt durchblicken:

«Man kennt die Firma in der Gegend. Es ist ein Handelsbetrieb, ein innovatives Unternehmen, das gut zu Eschlikon passt.»

Eigentlich wollte der Eschliker Gemeinderat ein Konzept für den Verkauf der Industrieparzelle im Riet ausarbeiten. «Der Interessent ist uns nun quasi zuvorgekommen», sagt Mäder.

Mehrere interessierte Unternehmen haben nicht Kriterien entsprochen

Immer wieder einmal hat die Behörde in den vergangenen Jahren Kaufanfragen für das Grundstück erhalten. Diese haben aber nicht den Kriterien entsprochen, welche der Gemeinderat für einen allfälligen Verkauf definiert hatte, also etwa die «Schaffung einer grossen Anzahl gut qualifizierter Arbeitsplätze» oder ein «tragbares Verkehrsaufkommen».

Die meisten Anfragen seien von Firmen gekommen, die nur einen Teil des Landes hätten kaufen wollen. «Wir wollen die Parzelle aber nicht aufteilen», erklärt Mäder. Beim aktuellen Interessenten ist dies jedoch auch kein Thema. «Er passt perfekt zu unseren Kriterien.»