Ersatzwahl
Eschliker Gemeindepräsidium: Der Vize meldet Interesse an

Nach der Wahl Hans Mäders zum Wiler Stadtpräsidenten braucht Eschlikon einen neuen Gemeindepräsidenten - oder eine neue Gemeindepräsidentin. Die Ersatzwahl ist am 13. Juni 2021.

Olaf Kühne
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Im Eschliker Gemeindehaus ist vorerst noch Hans Mäder Gemeindepräsident. Am 1. Januar übernimmt Vize Bernhard Braun - vorerst interimistisch.

Im Eschliker Gemeindehaus ist vorerst noch Hans Mäder Gemeindepräsident. Am 1. Januar übernimmt Vize Bernhard Braun - vorerst interimistisch.

(Bild: Roman Scherrer)

Man durfte damit rechnen: Am vergangenen Sonntag wählten die Wiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im zweiten Wahlgang den Eschliker Gemeindepräsidenten Hans Mäder (CVP) zu ihrem neuen Stadtpräsidenten. Weil diese Wahl in der CVP-Hochburg Wil absehbar war, hatte sich denn auch der Eschliker Gemeinderat bereits im Sommer mit dem möglichen Abgang seines Gemeindepräsidenten per Ende Jahr auseinandergesetzt. Damals wurde beschlossen und aufgegleist, was nun stattfindet: Gemeinderat und Vizegemeindepräsident Bernhard Braun (Grüne) übernimmt ab 1. Januar interimistisch das Eschliker Gemeindepräsidium bis zum Amtsantritt seines Nachfolgers am 1. Juli.

Bernhard Braun Eschliker Gemeindepräsident ad interim

Bernhard Braun
Eschliker Gemeindepräsident ad interim

(Bild: ZVG)

Oder aber: Er bleibt dannzumal gleich in seinem neuen Büro sitzen. Denn wie der Grünen-Kantonsrat diese Woche gegenüber dem Onlineportal hallowil.ch verlauten liess, sei eine Kandidatur für das Eschliker Gemeindepräsidium «durchaus eine Option». Er sei aus der Bevölkerung und seinem Bekanntenkreis bereits wiederholt darauf angesprochen worden, dass man ihm das Amt zutraue.

Auf Nachfrage unserer Zeitung präzisiert Braun seine möglichen Ambitionen. «Ich bin seit 17 Jahren Gemeinderat, seit sechs Jahren Vizegemeindepräsident», sagt er. «Ich kenne das Amt also schon sehr gut. Aber an der Spitze einer Gemeinde und einer Behörde zu stehen, ist dann doch noch einmal etwas anderes.» Die interimistische Ausübung des Gemeindepräsidiums wolle er deshalb als eine Art Probezeit nutzen - wenn auch bei weitem nicht die ganzen sechs Monate. «Spätestens im März werde ich entschieden haben, ob ich kandidiere oder nicht.»

Dass Gemeinderäte für das Gemeindepräsidium kandidieren, ist in Eschlikon nichts Neues. Bereits Mäders Vorgänger, GLP-Kantonsrat Robert Meyer, kam aus der Behörde. 2015 buhlten dann mit Adrian Stutz (SVP) und Peter Meier (FDP) gleich zwei Amtierende um Meyers Nachfolge. Sie mussten sich jedoch dem bis dato weitestgehend unbekannten Mäder geschlagen geben.

Peter Meier Eschliker Gemeinderat

Peter Meier
Eschliker Gemeinderat

(Bild: ZVG)

Von den beiden ist Peter Meier nach wie vor im Amt. Auf Anfrage schliesst er eine erneute Kandidatur jedoch aus: «Natürlich werde ich oft darauf angesprochen, doch aus heutiger Sicht ist es für mich kein Thema mehr.» Prioritär für den Gemeinderat sei zudem, erst die neue Eschliker Gemeindeordnung im März zur Abstimmung zu bringen. Just dieser Urnengang ist denn auch der Grund, weshalb der Gemeinderat die Ersatzwahl erst auf Juni angesetzt hat. Definiert doch die revidierte Gemeindeordnung mit dem sogenannten Geschäftsleitungsmodell nicht zuletzt die Funktion des Gemeindepräsidenten neu: Er soll sich nicht mehr um das operative Tagesgeschäft der Gemeindeverwaltung kümmern müssen. «Mit dieser Reihenfolge der Urnengänge wissen auch allfällige Kandidatinnen und Kandidaten lange vor dem ersten Wahlgang, worauf sie sich einlassen», sagt Bernhard Braun.

Alex Frei Interpartei Eschlikon

Alex Frei
Interpartei Eschlikon

(Bild: ZVG)

Steht eine Wahl an, zumal eine so bedeutende wie die des Gemeindepräsidiums, kommt, wie andernorts auch, die Interpartei ins Spiel. Mit gleich sechs Ortsparteien verfügt sie in Eschlikon über eine breite Basis. Geleitet wird das Gremium seit Kurzem von CVP-Präsident, Kantonsrat und Bezirksgerichtspräsident Alex Frei. Er sagt auf Anfrage: «Die Interpartei will und wird in der Ersatzwahl eine Rolle spielen.» Nur sei es noch zu früh, diese Rolle bereits zu definieren. «Hans Mäder wurde ja gerade erst gewählt», sagt Frei. Aber seitens Interpartei müsse man das Ganze schon zügig an die Hand nehmen. «Wir werden uns vor Weihnachten oder kurz danach treffen.»

Die Rolle der Interpartei hänge im Wesentlichen auch davon ab, wann sich welches Kandidatenfeld auftue. «Bringen eine oder mehrere Ortsparteien eigene Kandidaten? Oder müssen wir gar Inserate schalten, um jemand Externes zu suchen? Wir wissen es noch nicht», sagt Alex Frei.