Glosse

Eschliker denken laut nach - fast so laut wie der Verkehr durch ihr Dorf

Südsicht auf grüne Nationalräte, verlagerte Verkehrsprobleme und einen kantonalen Zahlensalat.

Olaf Kühne
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Olaf Kühne(Bild: Peter Pfistner)

Olaf Kühne
(Bild: Peter Pfistner)

Für diese Erkenntnis müsste man eigentlich weder Experte noch Grünen-Wähler sein. Eigentlich. Und dennoch wird diese Erkenntnis immer und immer wieder neu gewonnen: Neue Strassen bringen neuen Verkehr.

Gut, Sirnach kriegt jetzt eine Umfahrungsstrasse und sieht deshalb in Sachen Lebensqualität goldenen Zeiten entgegen; zumindest der Ortsteil Hofen. Dumm nur, dass diese Umfahrung künftig just vor dem Eschliker Ortseingang endet.

Dort ist man Autos gewohnt, nutzt sie auch gerne selber – für den Einkauf im eigenen Dorf oder um die Kinder zur Schule zu bringen. Über noch mehr Verkehr sind die Eschliker dennoch nur mässig begeistert.
Wie viel genau «mehr» ist, weiss übrigens niemand so genau. Wie auch, wenn der Kanton nicht mal weiss, wieviele Autos derzeit durch Eschlikon fahren. Mit Zahlen ist das nämlich so eine Sache.

In der Verkehrsstatistik sind’s 12'000, im Verkehrskonzept 8'000. Vielleicht zählen die Statistiker SUV doppelt, die Konzepter hingegen Teslas nur halb. Man weiss es nicht.

Jedenfalls schicken die Eschliker jetzt einen grünen Nationalrat nach Bern. Und bis der dort zum Rechten schauen kann, denken sie schon mal laut über eine eigene Umfahrungsstrasse nach. Dass die ursprüngliche Idee just durch ein Naturschutzgebiet geführt hätte, war dann halt nicht ganz so grün. Weitere Ideen werden aber bestimmt noch folgen – basierend auf immer wieder neuen Erkenntnissen.

Eine Umfahrung bleibt in Eschlikon Thema

Der Eschliker Gemeinderat kritisiert das kantonale Gesamtverkehrskonzept. Um eine Basis für allfällige Massnahmen zu haben, lässt er nun eine Verkehrszählung durchführen.
Roman Scherrer