Eschliker CVP stellt kurz vor der Abstimmung Standort der Sporthalle infrage

Dass die Gemeinde Eschlikon eine neue Turnhalle braucht, war am Infoabend vom Mittwoch unbestritten. Hingegen irritierte die CVP Publikum und Referenten mit einem wenig ausgegorenen Vorschlag.

Olaf Kühne
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Über das Projekt "Out in the green" des Winterthurer Architekturbüros Graf Biscioni stimmen die Eschliker 23. September ab. (Bild: ZVG)

Über das Projekt "Out in the green" des Winterthurer Architekturbüros Graf Biscioni stimmen die Eschliker 23. September ab. (Bild: ZVG)

Fünfmal grün, einmal rot. Oder: Fünf Eschliker Ortsparteien sind für den Bau einer neuen Turnhalle, die CVP ist als einzige dagegen. Just eine der wenigen von Schulpräsident Linus Köppel präsentierten Powerpoint-Folien, welche nicht in der Abstimmungsbotschaft enthalten sind, sorgte am Mittwochabend für den kontroversesten Diskussionsstoff.

"Die Initianten haben es versäumt, andere Standorte zu prüfen."

Toni Peterhans, CVP Eschlikon

Mit den eingangs erwähnten Farben wollte Köppel aufzeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Eschliker Ortsparteien hinter der Zehn-Million-Vorlage steht. Das Nein der CVP bewegte FDP- und Interpartei-Präsident Thomas Rutishauser zum Votum: «Ausgerechnet die Familienpartei ist gegen eine neue Sporthalle.» Was CVP-Präsident Toni Peterhans natürlich nicht auf sich sitzen lassen konnte. «Wir sind überhaupt nicht gegen eine neue Turnhalle», sagte er. «Aber wir halten den Standort neben der Schulanlage Bächelacker für schlecht gewählt.» Die Initianten hätten es versäumt, andere Standorte zu prüfen. Peterhans brachte namens der CVP das Areal «Untere Mettlen» in Wallenwil ins Spiel. Dieses sei für die neue Halle wesentlich besser geeignet, da es Platz für zusätzliche Aussenanlagen biete und zudem dank des nahen Bahnhofes einen ÖV-Anschluss. Weiter gehöre das Land der Bürgergemeinde, welche es bestimmt «für etwas Spezielles» verkaufen würde.

ÖV-Anschluss für Schule nicht wichtig

Schulpräsident Köppel konterte, ein solcher Anschluss sei nicht wichtig. «Wir bauen die Halle für Eschlikon, nicht für Auswärtige.» Und er als Schulpräsident wolle den Bau so nahe wie möglich bei der bestehenden Schulanlage. Schliesslich sei die Schulgemeinde auch Bauherrin und nutze die Halle künftig zu zwei Dritteln.

Sagen die Eschliker Stimmbürger am 23. September Ja, wird auf der Parzelle "Braatewääg, Friesler" 2021 die neue Sporthalle eingeweiht. Im Hintergrund die Schulanlage Bächelacker. (Bild: Olaf Kühne)

Sagen die Eschliker Stimmbürger am 23. September Ja, wird auf der Parzelle "Braatewääg, Friesler" 2021 die neue Sporthalle eingeweiht. Im Hintergrund die Schulanlage Bächelacker. (Bild: Olaf Kühne)

Die neue Sporthalle ist auf der Parzelle «Braatewääg, Friesler» geplant. Sie gehört der Politischen Gemeinde. Diese überträgt es der Schulgemeinde gemäss Abstimmungsbotschaft unentgeltlich zum Buchwert von 800000 Franken. Gemeindepräsident Hans Mäder sagte zum CVP-Vorschlag denn auch: «Untere Mettlen ist Wohnzone 3. Das ist teures Bauland.»

Bauland kostet ein Vielfaches

Worauf sich Bürgergemeindepräsident Marcel Müller einschaltete. Er hatte am Mittwochabend offensichtlich auch zum ersten Mal von der CVP-Idee gehört und sagte: «Wir würden unser Land schon verkaufen. Aber unser Bodenpreis ist um ein Vielfaches höher.» Sprich, die Sporthalle würde sich um einige Millionen Franken verteuern.

"Ich verstehe nicht, wie man zum jetzigen Zeitpunkt noch einen neuen Standort ins Spiel bringen kann."

Kurt Egger, Grüne Eschlikon

Schliesslich schaltete sich auch ein sichtlich genervter Kurt Egger, Präsident der Grünen, in das Schaulaufen der Eschliker Partei- und Gemeindepräsidenten ein: «Die Standortfrage haben wir jahrelang diskutiert. Ich verstehe nicht, wie man zum jetzigen Zeitpunkt noch einen neuen Standort ins Spiel bringen kann.»

Am Infoabend beteiligten sich indes auch «gewöhnliche» Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Ihre Fragen, Wünsche und Ergänzungen bezogen sich im Wesentlichen auf Parkplatz- und Verkehrskonzepte sowie auf architektonische Details. Stimmen, die sich grundsätzlich gegen eine neue Eschliker Sporthalle aussprachen, waren am Mittwochabend hingegen nicht zu vernehmen.

Liegenschaftenvorsteher Beat Müller, Gemeindepräsident Hans Mäder und Finanzchefin Ariana Brühwiler bereiten sich auf den Infoabend zur neuen Turnhalle vor. (Bild: Olaf Kühne)

Liegenschaftenvorsteher Beat Müller, Gemeindepräsident Hans Mäder und Finanzchefin Ariana Brühwiler bereiten sich auf den Infoabend zur neuen Turnhalle vor. (Bild: Olaf Kühne)