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Eschenzer können das «vaterländische Kopfweh» am 1. August ausschlafen

Die Gemeinde Eschenz hat bereits am Mittwoch zur 1.-August-Feier eingeladen. Festredner und Kantonsarchäologe Hansjörg Brem findet das schlau.
Rahel Haag
Festredner Hansjörg Brem und Gemeindepräsident Claus Ullmann beim Singen der Nationalhymne. (Bild: Rahel Haag)

Festredner Hansjörg Brem und Gemeindepräsident Claus Ullmann beim Singen der Nationalhymne. (Bild: Rahel Haag)

Gemeindepräsident Claus Ullmann steht im Festzelt und begrüsst eine Besucherin. Er trägt rote Hosenträger mit Schweizerkreuzen darauf. Ihre Blicke streifen die restlichen Besucher, die schon auf den Festbänken Platz genommen haben.

Ein Seebär sticht heraus. Er trägt Vollbart und eine Kapitänsmütze. Sein rotes T-Shirt ziert ein grosses, weisses Kreuz auf der Brust. In roter Schrift ist dort zu lesen: «Ich bin Eidgenosse. Schweizer kann jeder werden.» Der Seebär bemerkt die Blicke, deutet auf seine Brust und hebt strahlend beide Daumen. Dann hakt sich bei seiner Begleiterin unter und schunkelt zur Musik des Duo Sommertraum.

Ausserhalb des Festzelts bringt sich die Musikgesellschaft Eschenz in Stellung. Einer der Musiker putzt seine Posaune. Der Fähnrich schäkert mit einem Buben. Kurze Zeit später wendet er sich ab. Die grosse Fahne in seinem Rücken flattert im Wind. Der Bub springt hoch, versucht einen Zipfel zu fassen zu kriegen. Unbemerkt und ohne Erfolg.

Hansjörg Brem braucht keine Anleitung

Die Festrede hält an diesem Abend der Kantonsarchäologe Hansjörg Brem. «Im Internet gibt es Anleitungen, wie man eine Rede zum 1. August schreibt», sagt er zu Beginn. Er habe das aber nicht nötig. «Ich habe in Eschenz genug erlebt.» Die Feierlichkeiten finden in der Gemeinde am Untersee bereits am 31. Juli statt. Eschenz sei eben eine schlaue Gemeinde.

«Wer schon einen Tag vorher feiert, kann am nächsten Tag das vaterländische Kopfweh ausschlafen»

sagt Brem, «und obendrein zweimal Feuerwerk zünden.»

Markus Merkt, Vizedirigent der Musikgesellschaft Eschenz. (Bild: Rahel Haag)

Markus Merkt, Vizedirigent der Musikgesellschaft Eschenz. (Bild: Rahel Haag)

Einer, der nicht zu tief ins Glas schauen sollte, ist Markus Merkt. Der 37-Jährige ist seit drei Jahren Vizedirigent der Musikgesellschaft Eschenz – und Deutscher. Er lebt mit seiner Familie ennet des Untersees in Öhningen. Vorher wohnten sie in Amriswil und Hüttwilen. «Nun muss ich am 1. August wieder ganz normal arbeiten», sagt er. An diesem Abend springt er für Bernhard Baumann ein. Der Dirigent weilt in den Ferien.

Normalerweise spielt Markus Merkt Tenorhorn

Es ist nicht Merkts erster Einsatz am 1. August. «Wobei, als Dirigent schon», sagt er. Normalerweise sitzt er ebenfalls unter den Musikern und spielt Tenorhorn. In dieser Funktion habe er schon vier- oder fünfmal an einer 1.-August-Feier teilgenommen. Seit 2012 ist er Mitglied der Musikgesellschaft Eschenz. Genau wie seine Frau, die Querflöte spielt.

«Mir gefällt der Brauch»

sagt Merkt. Die Feier sei ähnlich, wie jene, die in Deutschland am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, begangen werde. Besonders freue er sich am 1. August auf das Feuerwerk in Stein am Rhein. «Das werden wir von unserem Garten aus mitverfolgen.» Während der Nationalhymne und des Thurgauerlieds an diesem Abend habe er nicht mitgesungen. «Ich musste mich auf das Dirigieren konzentrieren.»

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