Eschenz zählt fünf Mal nach, ist wieder beschlussfähig und feiert neue Gemeindepräsidentin

Der Eschenzer Gemeinderat ist wieder ohne externes Mitglied beschlussfähig. Linda Signer schafft die Wahl zur Gemeindepräsidentin.

Margrith Pfister-Kübler
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Die frisch gekürte Eschenzer Gemeindepräsidentin Linda Signer stösst mit ihrem Mann Robert Signer auf ihren Wahlerfolg an.

Die frisch gekürte Eschenzer Gemeindepräsidentin Linda Signer stösst mit ihrem Mann Robert Signer auf ihren Wahlerfolg an.

Bild: Reto Martin

Eschenz hat eine neue Gemeindepräsidentin. Die parteilose Linda Signer wurde am Sonntag mit 380 Stimmen (eingegangen 695, gültige Wahlzettel 580, leer 94, ungültig 21) ins Amt gewählt. Auf 200 Wahlzetteln «Vereinzelte» waren Dominik Spycher, Heidi Springmann und andere notiert.

Eschenz zählt 1214 Stimmberechtigte. Linda Signer war die einzige Kandidatin. Signer sagte beim Wahlapéro in der Buebebadi in Eschenz, wo sie in Begleitung ihres Ehemannes Robert Signer und den Kindern Soraya, Marlon und Sissi war:

«Es ist wunderschön. Ich bin glücklich. Es ist für mich ein spezieller und emotionaler Tag und ich freue mich auf meine Aufgaben.»

«Wir freuen uns, dass Mamma gewählt wurde, denn Mamma hat viel Arbeit in diese Wahl investiert», erklären die Kinder. Auf das Ergebnis musste man allerdings lange warten. Als Vizepräsident Dominik Spycher mit den «nachgezählten» Ergebnissen im Zelt der Buebebadi ankam, stieg die Spannung: «Es wurde sehr eng. Wir zählten fünfmal nach», so Spycher.

Norman Hild schafft Wahl trotz absolutem Mehr nicht

Die Hürde in den Gemeinderat schafften bei 720 eingegangenen Stimmzetteln, davon 30 leer, 23 ungültig, 667 gültige Wahlzettel mit dem grössten Stimmenanteil von 476 Stimmen: Erich Studer (parteilos), 40-jährig, Projektleiter Bau. Mit 122 Stimmen Abstand folgte Fabian Tschalèr (parteilos), Leiter Werkhof Stein am Rhein. Er wurde mit 354 Stimmen als Gemeinderat gewählt.

Norman Hild (SVP), Landwirt, Dorfteil Bornhausen, erreichte ebenfalls das absolute Mehr von 317, schied jedoch mit 342 Stimmen als Überzähliger aus. Als besonders wurde die hohe Wahlbeteiligung von 64 Prozent gewertet.

Amtsantritt sofort am Montagmorgen

Vizepräsident Spycher freute sich, dass die Behörde nun wieder komplett und somit ohne externen Gemeinderat beschlussfähig ist. Das Amt der Gemeindepräsidentin und der neu gewählten Gemeinderäte werde von diesen viel abverlangen, sagte Spycher in seiner Wahlfeierrede:

Dominik Spycher, Vizegemeindepräsident.

Dominik Spycher, Vizegemeindepräsident.

Bild: Donato Caspari
«Denn gerade in der heutigen Zeit, in der Individualität vorherrscht, ist es nicht selbstverständlich, so ein Amt anzunehmen.»

Amtsantritt ist sofort. «Erster Arbeitstag ist morgen Montag», sagte Roger Forrer, der frühere Steckborner Stadtpräsident, der das Steuer des Gemeinderatsschiffs Eschenz im März als Troubleshooter übernahm, nachdem Gemeindepräsident Claus Ullmann im März sein Amt per sofort niedergelegt hatte und gleichzeitig die Gemeinderäte Hansruedi Buff und Erwin Bühler ihren Rücktritt bekannt gegeben haben.

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