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Eschenz war schon im frühen Mittelalter begehrt

Unweit der Insel Werd brachten Aushube für Neubauten historische Spuren zutage. Archäologen stiessen auf die bisher grösste im Thurgau entdeckte Siedlung aus dem Frühmittelalter.
Silvan Meile
Die Arbeiten der Achräologen fanden auf einer Aushub-Baustelle statt. (Bild: Amt für Archäologie Thurgau)

Die Arbeiten der Achräologen fanden auf einer Aushub-Baustelle statt. (Bild: Amt für Archäologie Thurgau)


Dieser Fund wirft Licht auf eine finstere Epoche. In Eschenz stiessen die Archäologen auf Überreste von Häusern aus der Zeit nach den Römern, dem dunklen Mittelalter. Während die römische Kleinstadt auf dem Gebiet des heutigen Eschenz bereits gut dokumentiert ist, sind Spuren aus der Zeit zwischen dem 5. und 11. Jahrhundert nach Christus rar, erklärt Archäologin Simone Benguerel vom Thurgauer Amt für Archäologie.

Die bislang grösste Siedlung im Thurgau

Bisher kamen vor allem Grabfelder von damals zum Vorschein. Aufgrund der geschichtsträchtigen Vergangenheit erstaunt es aber nicht, dass die frühmittelalterliche Siedlung genau in Eschenz entdeckt wurde. Überraschend ist aber ihre Dimension: «Unbestritten ist die neue Siedlung die bislang grösste aus dieser Zeit im Thurgau», heisst es in einer Mitteilung.

Simone Benguerel, Archäologin: «Siedlungsstrukturen aus dieser Zeit sind selten.»

Die Thurgauer Archäologen stiessen bei ihren Grabungen auf immer mehr Spuren und entdeckten schliesslich Grundrisse von insgesamt rund einem Dutzend sogenannter Grubenhäuser aus dem Frühmittelalter. «Siedlungsstrukturen aus dieser Zeit sind selten», sagt Archäologin Benguerel.

Für die Nachwelt bleiben die Informationen

Die archäologischen Grabungen fanden auf einer Baustelle dreier Mehrfamilienhäuser am Höflerweg statt. Zu einem Baustopp sei es nicht gekommen. «Unsere baubegleitenden Massnahmen liefen parallel zu den Aushubarbeiten», sagt Benguerel. Die Archäologen dokumentierten die Fundstellen und bargen einige Objekte. Weitere Forschung werde nicht betrieben. Vor Ort gibt es nichts zu bestaunen. Mittlerweilen sei auch der Aushub der Neubauten auf der 4000 Quadratmeter grossen Parzelle fertig ausgebaggert.

Für die Nachwelt bleiben die von den Archäologen gesammelten Informationen. Auf sie wird allenfalls zurückgegriffen, falls mal jemand über die Zeit des Frühmittelalters im Thurgau forschen sollte.

Weitere Bauten im Umfeld der Insel Werd

Bei den nun von den Archäologen dokumentierten Grubenhäusern handelt es sich um kleinere Rechteckbauten mit Räumen, die zwischen 30 und 50 Zentimeter tief in den Boden versenkt wurden. «In solchen Halbkellern herrschte ein eher kühles und feuchtes Raumklima», schreibt das Amt für Archäologie über den Fund. «Sie dienten als Vorratsräume und eigneten sich gut für die Textilverarbeitung.»

Bei den zugehörigen Wohnbauten handle es sich typischerweise um Holzbauten. Bereits 1992 stiessen Bauarbeiter in der unmittelbaren Nähe des jetzigen Fundes in Eschenz auf Reste eines Gebäudes aus dem 7. Jahrhundert. Auch lassen historische Quellen etwa Schriften zum heiligen Otmar sowie andere archäologische Spuren auf weitere frühmittelalterliche Bauten im Umfeld der Insel Werd schliessen.

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