Eschenz
Nach der Verlobung steht die Heirat bevor: Die Landi Untersee und Rhy fusioniert mit der Landi Weinland

An den kommenden Generalversammlungen der Landi Weinland und Landi Untersee und Rhy werden die Mitglieder über die rückwirkend auf den 1. Januar 2021 geplante Fusion bestimmen. Im Zuge dessen soll der Agrarstandort in Eschenz aufgehoben werden.

Roland Müller
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Mit der angestrebten Fusion wird auch der Landi-Laden in Eschenz zur Landi Weinland stossen.

Mit der angestrebten Fusion wird auch der Landi-Laden in Eschenz zur Landi Weinland stossen.

Bild: PD

Im Zürcher Weinland und unteren Thurgauer Kantonsteil zeichnet sich wieder eine grössere Landi-Hochzeit ab. Bereits im vergangenen Herbst haben die Landi Weinland und die Landi Untersee und Rhy sich auf eine Verlobung geeinigt. Jetzt sind die Genossenschafter der beiden Landis mittels Broschüre umfassend über die anstehende Hochzeit informiert worden.

Die Landi Untersee und Rhy bringt in diese Ehe in Eschenz und Wagenhausen je einen Volg-Dorfladen und in Eschenz zusätzlich einen Landi-Laden ein. Aktuell beschäftigt sie 20 Mitarbeiter in 15 Vollzeitstellen und bildet drei Lernende aus. Sie wird von 89 Genossenschaftern getragen und erwirtschaftete 2019 einen Umsatz von etwas mehr als 8 Millionen Franken.

Mit der Fusion steigt die Zahl der Beschäftigten auf rund 270 Beschäftigte und bei den Mitgliedern auf 990 an. Zugleich wird ein Umsatz aus den Bereichen Warenverkauf und Dienstleistungen von rund 130 Millionen Franken erwartet. Ursprünglich wurde die Landi vor 100 Jahren als Landwirtschaftliche Genossenschaft Eschenz gegründet. 2004 fusionierte sie mit der Landi Lagenhausen zur heutigen Landi Untersee und Rhy.

Erste Fusion gescheitert

Eine erste Fusion der Landi Untersee und Rhy mit der Landi Schlatt und Umgebung und der Landi Stammertal kam 2017 nicht zu Stande. In der Zwischenzeit hat sich Schlatt der Landi Weinland angeschlossen. Nun haben die Genossenschafter beider Landis im kommenden Frühling das letzte Wort, indem sie über den möglichen Zusammenschluss rückwirkend auf Anfang Jahr befinden können.

Die Projektgruppe sieht im Zusammenschluss zahlreiche Vorteile. So wird mit der Erweiterung respektive Zusammenlegung des Wirtschaftsgebietes zukünftiges Potenzial gesichert und die Region am Untersee kann nach der Aufhebung des Agrarstandortes in Eschenz von einem gut funktionierenden Lieferdienst profitieren. Zudem profitieren die beiden Volg-Dorfläden von den besseren Einkaufskonditionen und die Mitglieder können von der Ausschüttung einer Rückvergütung profitieren.

Kundenabwanderung verhindern

Zugleich spricht die Projektgruppe auch von Herausforderungen. So wird es für einen Teil der landwirtschaftlichen Kunden durch die Aufhebung des Standortes Eschenz einen weiteren Einkaufsweg geben. Hier soll eine gezielte Beratung mit guten Dienstleistungen wie ein Lieferdienst und vorteilhaften Konditionen aufgebaut werden, um eine Kundenabwanderung zu verhindern. Zudem wird als logische Konsequenz die Kommunikation und Koordination gegen innen wie nach aussen mit dem grösseren Gebiet anspruchsvoller.