Abstimmung
Trotz Gegenwind vor der Abstimmung: Gemeinde und Schule Fischingen erhalten alle Anträge an der Urne bewilligt

Gemeinderat und Schulbehörde erhalten in Fischingen sämtliche Geschäfte genehmigt.

Olaf Kühne
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Blick auf den bestehenden Fussballplatz beim Schulareal Sonnenhof. Für ein neues Spielfeld kann die Gemeinde nun die Obstplantage (links im Bild) in die Zone für öffentliche Bauten aufnehmen.

Blick auf den bestehenden Fussballplatz beim Schulareal Sonnenhof. Für ein neues Spielfeld kann die Gemeinde nun die Obstplantage (links im Bild) in die Zone für öffentliche Bauten aufnehmen.

Bild: Olaf Kühne

Auf ungewohnt breiten Widerstand stiess der Fischinger Gemeinderat im Vorfeld des Abstimmungssonntags. Wie andere Gemeinden auch, hatte Fischingen coronabedingt seine Gemeindeversammlung abgesagt.

Im Gegensatz zu anderen Gemeinden, wo meist nur über das Budget abgestimmt wird, brachte Fischingen indes sämtliche Geschäfte an die Urne. Besonders umstritten waren dabei Zonenplan und Baureglement. Zwar hatte der Gemeinderat noch im Februar zwei diesbezügliche Informationsveranstaltungen durchgeführt. «Damals erhielten wir lediglich neun Rückmeldungen», sagte gestern Gemeindepräsident René Bosshart. Vor dem Urnengang fehlten aber offensichtlich zahlreichen Bürgern die direktdemokratischen Möglichkeiten einer Gemeindeversammlung. Sie warben mit Transparenten und Flugblättern für ein Nein und sprachen sich damit namentlich gegen die Umzonung für einen neuen Fussballplatz in Dussnang sowie gegen eine Überbauung in Oberwangen aus.

Eine Mehrheit konnten sie damit aber nicht hinter sich scharen. Bei einer Stimmbeteiligung von 37 Prozent befürworteten 58 Prozent den «revidierten Rahmennutzungsplan mit Zonenplan und Baureglement». In trockenen Tüchern ist die Sache damit aber noch nicht. «Gegen die Urnenabstimmung über den Zonenplan ist derzeit eine Beschwerde beim Kanton hängig, sagte René Bosshart, «und konkret gegen den Zonenplan in Oberwangen und die Umzonung für den Fussballplatz mehrere Einsprachen.»

Mit 56 Prozent Ja-Stimmen befürworteten die Fischinger eine Volksinitiative, welche Mobilfunkantennen nur noch in Ausnahmefällen ausserhalb von Gewerbezonen zulassen will. Das Orts- oder Landschaftsbild beeinträchtigen dürfen sie nie. Zudem wird der Gemeinderat verpflichtet, von den Mobilfunkanbietern ihre Netzplanung für jeweils drei Jahre einzufordern. Weil diese Initiative auf das Fischinger Baureglement abzielte, muss dessen Änderung nun zur Prüfung zum Kanton. «Verstösst die Initiative nicht gegen übergeordnetes Recht, kann das geänderte Baureglement in Kraft treten», sagte René Bosshart. «Falls für den neuen Artikel keine Genehmigung erteilt werden kann, gilt künftig das Kaskadenmodell des Gemeinderates, nach welchem für eine Mobilfunkantenne zwingend immer zuerst der Bau in einer Gewerbezone geprüft werden muss.»

Die weiteren Geschäfte von Gemeinde und Schule gingen problemlos über die Bühne. Das Gemeindebudget erntete eine Zustimmung von 90 Prozent, demjenigen der Schule stimmten 81 Prozent zu. Zudem kann die Schule für 300'000 Franken die Schnitzelheizung des Areals Sonnenhof ersetzen (65%) und für 250'000 Franken die Bühnentechnik der Hörnlihalle (59%). Und die Gemeinde schliesslich kann die Wasserversorgung im Berggebiet der Genossenschaft Energie Fischingen übertragen (89%).