Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Homburger Küchengeschäft bleibt in der Familie

Seit Anfang Jahr leitet Marc Herzog die Küchen Herzog AG in Unterhörstetten. Planmässig hat nun die vierte Generation in der Traditionsfirma das Sagen.
Stefan Hilzinger
Albert Herzog und Sohn Marc Herzog begutachten ein eben fertiggestelltes Küchenmöbel. (Bild: Reto Martin)

Albert Herzog und Sohn Marc Herzog begutachten ein eben fertiggestelltes Küchenmöbel. (Bild: Reto Martin)

Die Maschine steht in einem Gitterkäfig. Zu sehen sind Förderbänder, Greifer, Kabel und Steuerungskästen aus Metall. Ab und zu kreischt eine Säge auf. Auf dem Band davor passieren fixfertige Küchenelemente auf dem Weg zur Endmontage. Angestellte setzen Schubladen ein. Albert Herzog, der Seniorchef der Herzog Küchen AG in Unterhörstetten sagt:

«Die Maschine bohrt Löcher, presst Beschläge ein und verleimt die Elemente zu fertigen Küchenelementen.»

Die jüngste Millionen-Investition für eine rationelle Fertigung von Einbauküchen folgt der Tradition des gut hundertjährigen Familienunternehmens: Erwirtschaftete Mittel möglichst wieder ins Unternehmen zu stecken.

Automatisierung und Schreinerhandwerk

Das ist im Sinne von Marc Herzog. Der älteste Sohn von Albert Herzog hat die Leitung der Firma auf Anfang Jahr hin von seinem Vater übernommen. «Ich werde in diesem Jahr 70. Den Wechsel haben wir in den vergangenen Jahren schrittweise vorbereit», sagt Albert. An der Weihnachtsfeier informierte die Familie die Belegschaft, mit der Neujahrspost die Kundschaft.

Marc Herzog gehört der vierten Herzog-Generation an. An ihm ist es nun, das Firmen-Schiff sicher durch den Markt für Küchen zu navigieren. Marc Herzog sagt:

«Wir spüren die Konkurrenz, vor allem weil viele Küchenmöbel importiert werden.»

Doch an Trümpfen in der Hand fehle es der Firma nicht. «Wir bieten halbindustriell gefertigte Küchen der unteren Mittelklasse an, aber auch handgefertigte High-End-Modelle», sagt er. Die Firma sei trotz Wachstum und mittlerweile 200 Angestellten eines geblieben: eine handwerkliche Schreinerei. Jährlich verlassen rund 4500 Einbauküchen den Betrieb auf dem Seerücken. Der wichtigste Markt ist die erweiterte Ostschweiz zwischen Bodensee, Chur und Zürich.

Der Bauboom flacht etwas ab

In den vergangenen Jahre profitierte die Firma vom Bauboom, mit Küchen für kleinere und grössere Überbauungen. Doch vor allem bei Mietwohnungen sei der Höhepunkt wohl überschritten, sagt Albert Herzog, der bis auf weiteres Präsident des Verwaltungsrates bleibt und auch an der Verkaufsfront noch den einen oder anderen Kunden betreut. Beim Bau von Stockwerkeigentum halte der Boom noch etwas an.

Eine solide Kundengruppe sind ausserdem Privatkunden, klassischerweise Eigentümer von Einfamilienhäusern. «Sie machen etwa einen Drittel unseres Geschäftes aus. Der grösste Teil ist Ersatz von bereits bestehenden Küchen», sagt Marc Herzog. Denn neue Einfamilienhäuser werden ja je länger desto weniger gebaut.

Die Küche habe sich in den vergangenen Jahren von einem abgeschlossenen Werkplatz zu einem Begegnungsort entwickelt. «Küche und Kochen haben viel mit Lifestyle zu tun», sagt Marc Herzog. Wichtig sei es da für ihn als Unternehmer, Trends rechtszeitig zu erkennen und auch persönlich auszutesten, wie aktuell das Garen im Vakuum, in der Sprache von Paul Bocuse «Sous-Vide»-Technik genannt.

Dreimal Albert, nun Marc

Die Geschichte der Firma Herzog Küchen AG beginnt im Jahr 1912. Damals gründete Albert Herzog in Unterhörstetten eine Zimmerei und Schreinerei. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernimmt Sohn Albert Herzog den Handwerksbetrieb in zweiter Generation. Ab Mitte der 1950 Jahre erfolgt die Spezialisierung auf Küchenbau; 1967 dann die Gründung der Aktiengesellschaft Herzog Küchen.

Schrittweise wird der Standort Unterhörstetten ausgebaut. Niederlassungen in Gossau, Rapperswil-Jona und Schlieren kommen im Laufe der Jahre dazu. Mit Albert und Raphael Herzog übernimmt ab 1983 beziehungsweise 1985 die dritte Generation die Leitung des Unternehmens. 2010 bezieht die Firma am Gründungsstandort den mittlerweile vierten Erweiterungsbau der Produktion mit neuer Speditionshalle. 2012 feiert das Unternehmen seinen 100. Geburtstag.

Per Anfang Jahr 2019 übernimmt Marc Herzog (Jahrgang 1979) aus der vierten Generation die Geschäftsleitung. Onkel Raphael, Bruder Oliver und Cousine Sharon sind ebenfalls in leitender Position im Familienunternehmen tätig. Die Firma beschäftigt aktuell rund 200 Personen, wovon acht Lehrling. Der Grossteil der Angestellten ist in der Produktion am Standort in Unterhörstetten tätig. (hil)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.