Erster bestätigter Corona-Fall im Kanton Thurgau ++ Vier Infizierte in der Ostschweiz ++ Mehrere Fälle in Grenzgebieten

Im Thurgau gibt es den ersten Corona-Fall. Bei einer 47-jährigen Ärztin aus dem Raum Kreuzlingen wurde das Virus nachgewiesen. In der Ostschweiz sind nun drei Personen positiv auf das Virus getestet worden.

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Bei einer 47-jährigen Thurgauerin wurde das Corona-Virus nachgewiesen.

Bei einer 47-jährigen Thurgauerin wurde das Corona-Virus nachgewiesen.

Bild: DPA

(pd/bro/stm) Im Kanton Thurgau wurde die erste Person positiv auf das Corona-Virus getestet. Bei der Person handelt es sich um eine 47-jährige Ärztin aus dem Raum Kreuzlingen. Das gaben die Thurgauer Behörden am Freitagmorgen an einer Medienkonferenz bekannt. Wie Kantonsärztin Agnes Burkhalter sagt, gehe es der Frau den Umständen entsprechend gut, sie zeige leichte Symptome.

«Eine Hospitalisation ist nicht notwendig. Die Frau muss jedoch 14 Tage zu Hause bleiben und hat Verhaltensinstruktionen erhalten.»

Test bei Kindern negativ

Die Person habe sich im privaten Umfeld bei einer erkrankten Person in der Schweiz angesteckt. Der erste Test aus St.Gallen sei positiv, ebenso wie das zweite Laborresultat des Referenzlabors für Viruserkrankungen (NAVI) in Genf. Ihre beiden Kinder seien ebenfalls getestet worden. Deren Resultate seien negativ gewesen. Weil sie mit ihrer Mutter im selben Haushalt wohnen, müssen sich die Kinder entsprechend den Bundesempfehlungen für 14 Tage in Quarantäne begeben.

30 Kontaktpersonen ebenfalls in Quarantäne

«Rund 30 enge Kontaktpersonen wurden informiert und werden sich ebenfalls für zwei Wochen in Quarantäne begeben», sagt Kantonsärztin Burkhalter. Quarantäne bedeutet, dass die Leute im häuslichen Umfeld bleiben müssen, wenn möglich mit eigenem Zimmer, eigenem Bad, mit separaten Mahlzeiten und unter Einhaltung der Hygieneregeln des Bundes. Bei Symptomen müssen sie sich beim Hausarzt melden, dann erfolgt der Abstrich. Mit diesem Schritt soll die Ansteckungskette unterbrochen werden. Quarantäne wird als Vorsichtsmassnahme auch bei Personen verhängt, die keine Symptome einer Erkrankung zeigen.

Der erste bestätigte Fall im Kanton Thurgau ändere nichts an der medizinischen Beurteilung, erklären die Behörden an der Medienkonferenz.

Vier Infizierte in der Ostschweiz

Der erste Ostschweizer Corona-Fall wurde am Mittwoch bekannt. Eine St.Galler Studentin hat sich in Mailand mit dem Virus infiziert. Die Frau steht unter Quarantäne. Tagsdarauf vermeldete der Kanton Appenzell Ausserrhoden, dass bei einer 50-jährigen Frau das Virus ebenfalls festgestellt wurde. Angesteckt habe sich die Frau bei einem Nachtessen ausserhalb des Kantons. Die Betroffene und ihre Familie würden sich in Quarantäne befinden. Der Gesundheitszustand beider Frauen sei stabil, teilten die Behörden mit. Die Person aus dem Kanton Thurgau, die sich mit dem Virus angesteckt hat, ist der dritte Fall in der Ostschweiz. Am Freitag wurde ein zweiter Fall aus dem Kanton St.Gallen bekannt: Es handelt sich dabei um eine Frau aus dem Raum St.Gallen. Laut Behörden befindet sie sich in guter gesundheitlicher Verfassung.

Fälle in Ostschweizer Grenzgebieten

Auch ennet der Ostschweizer Kantonsgrenzen gibt es mehrere Corona-Infizierte. Am Dienstag bestätigte Liechtenstein den ersten Infizierten. Der Mann hatte in der Schweiz Kontakt mit einer infizierten Person und befindet sich nun im Liechtensteiner Landesspital in Isolation. Das österreichische Bundesland Vorarlberg meldete am Donnerstag den ersten Corona-Infizierten, der sich wohl bei einem kürzlichen Aufenthalt in Wien infiziert hat und sich nun im Krankenhaus Hohenems befindet. Und im Bodenseekreis (D) sind drei Fälle bestätigt, schreibt «SWR Aktuell» auf seiner Webseite.

Am Mittwoch wurde eine Frau im Kantonsspital Winterthur positiv auf das Corona-Virus getestet. Gemäss «Top Online» befindet sie sich auf einem isolierten Zimmer im Spital. Die Frau hatte sie sich bei einem Mann angesteckt, der zuvor in Italien war.

Im Kanton Graubünden sind aktuell elf Personen am Corona-Virus erkrankt, wie es am Freitag auf der Webseite des Kantons heisst. Bei den Personen handelt es sich um Kinder, Frauen und Männer, die sich im Oberengadin aufhalten. Alle elf Personen befinden sich zur Isolation im Spital. Im Kanton Schaffhausen gibt es Stand Freitagvormittag keinen bestätigten Corona-Virus-Fall.

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