Ersatzwahl
Ihr fehlt eine Frau im Gemeinderat: Martina Lehmann kandidiert für die Matzinger Behörde

Nach der Wahl von Gemeinderat Peter Schellenberg zum Gemeindepräsidenten wurde in der Matzinger Behörde ein Sitz frei. In der Ersatzwahl vom 13. Juni ist Martina Lehmann die einzige offizielle Kandidatin.

Olaf Kühne
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Auf eine Ersatzwahl folgt die nächste: Am 7. März wählten die Matzinger Stimmbürgerinnen und Stimmbürger den amtierenden Gemeinderat Peter Schellenberg zum Gemeindepräsidenten. Er folgt in dieser Funktion auf Walter Hugentobler, welcher wiederum in Fischingen den Posten des Klosterdirektors übernimmt (unsere Zeitung berichtete).

Dieses Prozedere macht eine weitere Ersatzwahl erforderlich, sie ist auf den 13. Juni angesetzt ‒ und findet nun sogar mit einer offiziellen Kandidatur statt: Kurz vor Ablauf der Meldefrist hat sich Martina Lehmann zur Verfügung gestellt.

Martina Lehmann kandidiert in der Ersatzwahl vom 13. Juni für den Matzinger Gemeinderat.

Martina Lehmann kandidiert in der Ersatzwahl vom 13. Juni für den Matzinger Gemeinderat.

(Bild: ZVG/Kirsten Oertle)

Die 45-Jährige lebt mit ihrem Mann und ihrem achtjährigen Sohn seit zehn Jahren in Matzingen. Und sie ist auch keine Unbekannte mehr in der Gemeinde. «Wir haben uns bestens integriert und fühlen uns sehr wohl hier», sagt Martina Lehmann im Gespräch mit unserer Zeitung. Zur Untermauerung ihrer Aussage fügt sie ihr Engagement im Kind- und Elternverein Matzingen an, wo sie im Vorstand mitwirkt. Zudem sei ihr Mann in der Feuerwehr, der Sohn in der Jugi.

So wohl, wie es Martina Lehmann in Matzingen ist, so zufrieden ist sie auch. Nach «Baustellen» gefragt, die es auf der lokalpolitischen Ebene zu beheben gilt, benennt sie zwar spontan die neuralgische «Rösslikreuzung», sagt aber auch:

«Ich weiss, dass der Gemeinderat schon länger dran ist an dieser Thematik. Und es ist schön, dass sich dort nun bald etwas tut.»

Lehmanns Motivation für ihre Kandidatur ist denn auch eine ganz andere. «Ich habe realisiert, dass es im Gemeinderat keine Frau gibt», sagt sie. «Und von den fünf Männern hat keiner Kinder im schulpflichtigen Alter.» Sie sei deshalb überzeugt, dass sie Erfahrungen und Sichtweisen einbringen könne, welche das Gremium bereichern. Angst, als einzige Frau in der Minderheit zu sein oder nicht ernst genommen zu werden, hat sie nicht. «Ich arbeite seit meiner kaufmännischen Ausbildung in der Reisebranche, aktuell als Reiseberaterin in einem Frauenfelder Reisebüro», sagt sie. «Als Touristikerin bin ich sehr offen und kann gut mit den unterschiedlichsten Menschen umgehen.»

Für ihre Kandidatur habe es dennoch «viel Überzeugungsleistung» gebraucht. «Ich habe mich mit einem Bekannten über die Vakanz im Gemeinderat unterhalten und festgestellt, dass es dort nur Männer gibt», blickt sie zurück. Dabei habe dieser erwidert: «Dann kandidier du doch!» Nach reiflicher Überlegung habe sie sich dann beim Ortsparteienbündnis «Matzingen Aktiv» gemeldet und lies sich dort erklären, was das Amt einer Gemeinderätin alles mit sich bringt. «Ich habe die Gemeindepolitik zwar schon immer aufmerksam verfolgt», sagt sie ‒ und gesteht freimütig:

«Eine regelmässige Gemeindeversammlungsbesucherin war ich bis anhin aber nicht.»