Glosse
Ersatz fürs Stadtratsreisli: Wieso der Frauenfelder Stadtrat zum Spaziergang einlädt und was das mit der Antifa zu tun hat

Murgspritzer: Es spart Geld, sechsmal durch die Innenstadt zu wandern statt auf ein zweitägiges Reisli zu gehen. Und der Frauenfelder Stadtrat ist eben schon recht kostenbewusst. Da liegt auch ein Getränk in einer Altstadtbeiz noch drin, findet TZ-Redaktor Mathias Frei.

Mathias Frei
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Wegweiser in den Bergen.

Wegweiser in den Bergen.

Bild: Manuela Jans-Koch

Jetzt geht der Stadtrat also auf Stadtspaziergänge. In Bern gab es schon antifaschistische Abendspaziergänge. Der «Innenstadtrundgang mit Mitgliedern des Stadtrats», wie es im «Frauenfeld weiterbringen!»-Flyer heisst, findet aber auch vor- und nachmittags statt. Also kein Thema für die Antifa.

Mathias Frei.

Mathias Frei.

Bild: Andrea Stalder

Von Handwerkergesellen kennt man die Wanderjahre. Für den Stadtrat kämen diese Lehrjahre aber ein bisschen spät, sind die beiden Verkehrsabstimmungen doch bereits auf den 15. Mai terminiert. Wird knapp mit den drei Jahren und dem einen Tag, die man mindestens auf die Walz geht. Und ehrlich gesagt: Unsere Stadträtinnen und Stadträte machen es dann doch ein wenig besser, als kämen sie grad aus ihrer politischen Lehrzeit. Können die Innenstadtrundgänge also nur eine Sparmassnahme sein: als Ersatz für das alljährliche Stadtratsreisli. Da liegt dann am Schluss auch noch ein Getränk auf Spesenrechnung in der Gartenbeiz des «Scharfen Eck» drin.