SVP Hinterthurgau nominiert Ersatzkandidaten für das Bezirksgericht

Die SVP des Bezirks Münchwilen nominiert ihren Kandidaten für den zweiten Wahlgang ans Bezirksgericht vom 15. März.

Olaf Kühne
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Das Bezirksgericht Münchwilen wird erst im zweiten Wahlgang vom 15. März personell komplettiert.

Das Bezirksgericht Münchwilen wird erst im zweiten Wahlgang vom 15. März personell komplettiert.

(Bild: Nana Do Carmo)

«Eine spezielle Situation», titelte unsere Zeitung vor zwei Wochen. Gemeint sind die anstehenden Wahlen an das Bezirksgericht Münchwilen. Hierfür haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger bereits die Wahlunterlagen für den 9. Februar erhalten. Für die beiden Berufsrichterstellen finden sich darin auf der Kandidatenliste – ohne Herausforderer – die beiden Bisherigen: Nina Schüler-Widmer (FDP) und Cornel Inauen (SVP).

So weit, so normal. Das Spezielle ist nun aber, dass Cornel Inauen vergangene Woche vom Thurgauer Grossen Rat zum Oberrichter gewählt wurde. Auf der Kandidatenliste für das Bezirksgericht steht er noch, weil hierfür die Einreichefrist abgelaufen war, lange bevor feststand, dass Inauen der einzige Wahlvorschlag für das Obergericht der SVP-Fraktion des Kantonsrates sein wird.

Inauen hat deshalb auch bereits erklärt, dass er seine voraussichtliche Wahl ans Bezirksgericht noch am Wahlsonntag vom 9. Februar formell ablehnen wird. Ein Akt, der in der Folge zum zweiten Wahlgang vom 15.März führt. Ob dann auch noch weitere Posten am Bezirksgericht zu besetzen sein werden, ist derzeit offen. Stehen doch für die Funktionen der nebenamtlichen Richter sowie der Ersatzrichter Kampfwahlen an; mit sieben Kandidierenden für die vier Nebenamtlichen respektive vier Kandidierenden für die zwei Ersatzposten.

Erst Theologie studiert

Stefan Miorikandidiert im zweiten Wahlgang vom 15. März als Berufsrichter am Bezirksgericht Münchwilen

Stefan Miori
kandidiert im zweiten Wahlgang vom 15. März als Berufsrichter am Bezirksgericht Münchwilen

(Bild: ZVG)

Fest steht hingegen bereits jetzt, dass eine von zwei Berufsrichterstellen erst im zweiten Wahlgang besetzt werden wird. Mit wem, ist nun wohl auch klar. Zur Nomination eines Ersatzkandidaten für Cornel Inauen traf sich der Vorstand der SVP des Bezirks Münchwilen am vergangenen Freitagabend. Und wie Bezirkspräsident David Zimmermann nun mitteilt, ist man dabei auch fündig geworden: Für den zweiten Wahlgang stellt sich Stefan Miori zur Verfügung.

Der Frauenfelder mit Jahrgang 1972 ist gebürtiger Schaffhauser und studierte einst Theologie. Danach folgte ein Rechtsstudium in St.Gallen sowie Anwalts- und Gerichtspraktika in St.Gallen und Arbon. Ins Berufsleben stieg Stefan Miori als Zeitoffizier-Untersuchungsrichter in der Schweizer Armee ein, danach war er Untersuchungsrichter und Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft St.Gallen. Während dieser Zeit absolvierte er auch ein Nachdiplomstudium in Forensik. Derzeit ist Miori als gewähltes Behördenmitglied bei der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Toggenburg tätig.

Wohl nicht zuletzt aufgrund dieses aussergewöhnlichen Werdeganges beendet Parteipräsident David Zimmermann seine Medienmitteilung mit dem Satz: «Die SVP des Bezirks Münchwilen freut sich sehr, der Bevölkerung eine so kompetente und interessante Persönlichkeit zur Wahl vorschlagen zu dürfen.»