Ermatingerin arbeitet fast vier Jahrzehnte für den Gelben Riesen – unter anderem in Frauenfeld, Müllheim und Steckborn

Treue Quereinsteigerin: Ruth Stuber erlebt am Dienstag nach 36 Jahren ihren letzten Arbeitstag am Schalter der Frauenfelder Hauptpost.

Samuel Koch
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Ruth Stuber vor dem Eingangsbereich zur neuen Frauenfelder Hauptpost.

Ruth Stuber vor dem Eingangsbereich zur neuen Frauenfelder Hauptpost.

Bild: Samuel Koch

Eines ist sie sich jetzt schon ganz sicher: Sie wird ihren Beruf vermissen. Ruth Stuber geht am Dienstag nach 36 Jahren als Angestellte bei der Schweizerischen Post vor ihrer wohlverdienten Pensionierung das letzte Mal zur Arbeit. «Ich habe nicht darauf geplangt», sagt die 64-Jährige aus Ermatingen.

Zu ihren sportlichen Hobbys wie Wandern, Schwimmen oder Velofahren sei ihr Beruf – zuletzt 20 Jahre in der Hauptpost in Frauenfeld – ein toller Ausgleich gewesen.

Kundenkontakt in etlichen Poststellen der Region

Zu verdanken hat Stuber ihre Karriere bei der Post ihrem Ehemann Otto, der sie 1984 als neuer Posthalter in Müllheim zum Quereinstieg überredete. «Damals arbeiteten Frauen beim Posthalteramt ihres Mannes noch mit», sagt die gelernte Kleinkindererzieherin. In der alten Post, wo die Familie damals wohnte, sei das wegen ihres Sohnes praktikabel gewesen.

Später folgten sogenannte Landdienstjahre bei den Poststellen unter anderem in Islikon, Matzingen oder Steckborn, weshalb sie sehr viele Leute kennt. «Der Kundenkontakt hat mir immer sehr gefallen.» Man habe es ihr immer einfach gemacht, mit tollen Mitarbeitenden, fürsorglichen Leiterinnen und einem sozialen Arbeitgeber.

Alarm und Polizeieinsatz ausgelöst

Ruth Stuber, langjährige Post-Angestellte

Ruth Stuber, langjährige Post-Angestellte

Bild: Samuel Koch

Da hat man ihr selbst verziehen, dass sie frühmorgens bei der Hauptpost in Frauenfeld mal einen stillen Alarm ausgelöst und deshalb die Polizei vergeblich vorbeigeschaut hat. Ein anderes Mal – noch in Müllheim – brachte Stuber den Geldkoffer zur Bank. Sie erzählt und lacht:

«Plötzlich kam Rauch aus dem Koffer.»

Das Geld sei dann wegen der Farbpatrone zerstört worden. Vom letzten Arbeitstag am Dienstag lässt sich Stuber überraschen. «Ich freue mich darauf.» Aber danach werde sie ihren Job bestimmt vermissen.

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