Erfolgreiche Eschliker Spendenaktion für Brasilianer: «Beschenkte sind unglaublich dankbar für die Hilfe aus dem Hinterthurgau»

Die Spendenaktion des Eschliker Ehepaars Beat und Ursula Roggensinger hat bereits 600 Familien im Nordosten Brasiliens geholfen. Weil sich die Situation in der Region nicht verbessert hat, sammeln sie weiter.

Christoph Heer
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Eine Brasilianerin im Nordosten des Landes freut sich über Grundnahrungspakete, die sie dank Spenden erhält.

Eine Brasilianerin im Nordosten des Landes freut sich über Grundnahrungspakete, die sie dank Spenden erhält.

(Bild: PD)

Seine Augen leuchten, wenn er von der erfolgreichen Sammelaktion berichtet:

«Unglaublich, dass wir bis jetzt schon rund 24'000 Franken gesammelt haben.»

Darum sei es ihm ein grosses Bedürfnis, Danke zu sagen, erklärt Beat Roggensinger. «Danke an die Zeitungen, welche darüber berichtet haben und natürlich an jeden einzelnen Spender.»

Mit seiner Frau Ursula lebte Beat Roggensinger rund 30 Jahre lang bei den Sertanejos im Nordosten Brasiliens. Weil die Coronakrise die ohnehin schon arme Bevölkerung in der Region hart trifft, hat das Ehepaar Roggensinger für seine alte Heimat eine Spendenaktion gestartet.

Ursula und Beat Roggensinger

Ursula und Beat Roggensinger

(Bild: Christoph Heer)

Beat Roggensinger betont, dass die Aktion noch weiter läuft. «In Brasilien wurde der Höhepunkt der Coronapandemie noch nicht erreicht und im Nordosten gilt immer noch der Lockdown.» Genau diese Situation mache das Leben dort beinahe unerträglich:

«Der Lockdown ist tödlicher
als Covid-19.»

Roggensinger weiss nur zu gut, dass all die Taglöhner weder Erspartes noch ein regelmässiges Einkommen haben. «Da bleibt kein Geld für ein Stück Brot», sagt er traurig.

Schulen sind bis Ende Jahr geschlossen

Der Lockdown bringt noch weitreichendere Probleme mit sich. So sagt Beat Roggensinger, dass unter anderem die Schulen in einigen Bundesstaaten bis Ende Jahr geschlossen bleiben. «Die Pandemie klingt einfach noch nicht ab und die Hungersnot wird sich immer weiter verstärken. Das lässt uns keine Ruhe.»

Mittlerweile wurden über die Website des – von Beat Roggensinger gegründeten – Projekts Pro Sertão 24'000 Franken an Spendengeldern gesammelt. «10'000 Franken davon wurden bereits in Form von Grundnahrungspaketen verteilt.» Die Verteilung sei in vollem Gang, aber auch schwierig zu meistern «Denn zwischen den zu unterstützenden Ortschaften liegen 800 Kilometer und sie sind auf über fünf Bundesstaaten verteilt.»

Dazu komme auch das Reiseverbot, welches Schwierigkeiten mit sich bringt. Dennoch konnten bereits an 600 Familien mit über 2500 Personen in 24 Ortschaften Hilfspakete verteilt werden. Roggensinger sagt:

«Die Beschenkten sind unglaublich dankbar für die Hilfe und Solidarität aus der Schweiz, aus dem Hinterthurgau.»

Und weil die Probleme vor Ort noch grösser werden, habe man sich dazu entschieden, weiter zu sammeln und die Kontoverbindung aufrechtzuerhalten, sagt Beat Roggensinger.

Weitere Informationen: www.sam-global.org/prosertao

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