Erfolg im zweiten Anlauf: Die Matzinger Gemeindeverwaltung kann umziehen

Zwei Drittel der Matzinger befürworten am Sonntag die Zusammenlegung ihrer Gemeindeverwaltung in der «Luderschür».

Olaf Kühne
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Anfangs 2021 zieht die Mazinger Gemeindeverwaltung vom derzeitigen Gemeindehaus (links) in die «Luderschür» um.

Anfangs 2021 zieht die Mazinger Gemeindeverwaltung vom derzeitigen Gemeindehaus (links) in die «Luderschür» um.

Bild: Reto Martin

Das Resultat ist deutlich: Am gestrigen Abstimmungssonntag hiessen die Matzinger Stimmbürger mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 65 Prozent einen Umbaukredit über 685'000 Franken gut. Damit können die Gemeindeverwaltung in der «Luderschür» zusammengelegt und das derzeitige Gemeindehaus vermietet werden.

Das klare Votum ist keine Selbstverständlichkeit. Noch vor dreieinhalb Jahren schickten die Matzinger an ihrer Gemeindeversammlung ein ähnliches Ansinnen bachab. Für lediglich 170'000 Franken sollte damals die «Luderschür» für weitere Verwaltungsabteilungen fit gemacht werden.

Werkbetriebe und Polizei ausgezogen

Walter HugentoblerGemeindepräsident Matzingen

Walter Hugentobler
Gemeindepräsident Matzingen

(Bild: Andrea Stalder)

Seither sind aber Werkbetriebe und Kantonspolizei aus der gemeindeeigenen Liegenschaft ausgezogen, sodass die Gemeinde nun über das ganze Gebäude verfügen kann. Gemeindepräsident Walter Hugentobler sagt denn auch auf Anfrage: «Jetzt haben wir die bessere Lösung.» Entsprechend erfreut über das Abstimmungsresultat seien deshalb nicht nur der Gemeinderat, sondern vor allem auch die Verwaltungsangestellten. Eine von ihnen ist Gemeindeschreiberin Sandra Kleindl. Sie vermochte an den beiden Informationsanlässen Mitte Juni aufzuzeigen, wie sich das Hauptmanko der jetzigen Gemeindeverwaltung – unmittelbar neben der «Luderschür» – in der Praxis zeigt: Das Haus ist nicht behindertengerecht. Dies bedeutet, so Sandra Kleindl, dass nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch Betagte und Menschen mit Kinderwagen derzeit noch nach telefonischer Voranmeldung auf dem Trottoir bedient werden müssen. Der zuständige Gemeinderat Roger Wegmüller bezeichnet diesen Umstand gar als «unwürdig».

Umzug planmässig Ende Jahr

Trotzdem kam es zumindest am ersten Infoabend zu teils gehässigen Diskussionen. Rückblickend sagt Gemeindepräsident Hugentobler dennoch: «Die überwiegende Mehrheit der Voten war konstruktiv, das ist gelebte Demokratie.» Umso erfreuter sei er nun aber, dass der Umzug der Verwaltung durch das deutliche Resultat zusätzliche Legitimität erhalten habe. Läuft alles planmässig, erfolgen die Umbauarbeiten in der «Luderschür» noch in diesem Jahr, die zentralisierte Verwaltung soll Anfang 2021 starten.

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