Erdwärme soll im Thurgau bessere genutzt werden können

Vier Kantonsräte aus vier Parteien wollen das Gesetz über die Nutzung des Untergrundes ändern. Ihnen geht es um eine Deregulierung, damit die Erdwärme besser genutzt werden kann.

Larissa Flammer
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Toni Kappeler (GP, Münchwilen) will mit drei Ratskollegen eine Gesetzesänderung. (Bild: Reto Martin)

Toni Kappeler (GP, Münchwilen) will mit drei Ratskollegen eine Gesetzesänderung. (Bild: Reto Martin)

Heute ist gemäss des Gesetzes über die Nutzung des Untergrunds (UNG) die Erstellung von Erdsonden zur Nutzung der Geothermie ab einer Tiefe von 500 Metern oder mit einer maximalen Leistung von mehr als 100 kW bewilligungspflichtig. «Dieses Bewilligungsverfahren ist aufwendig und schreckt die Leute ab», sagte Toni Kappeler (GP, Münchwilen) am Montagvormittag im Grossen Rat. Vor allem die Bewilligungspflicht ab einer gewissen Leistung will die parlamentarische Initiative abschaffen. Die Einschränkung der Tiefe sei Beilage und verhandelbar.

Der Regierungsrat wies in seiner Beantwortung darauf hin, dass auch nach der Gesetzesänderung eine Bewilligung gemäss Gesetz über den Schutz der Gewässer und eine Bewilligung gemäss Planungs- und Baugesetz nötig sind. Die Anforderungen an die Gesuchsunterlagen seien dafür aber geringer. Regierung will weiterhin Hürden – aber tiefere Die Regierung empfahl, den Vorstoss zu unterstützen, will aber an einer Bewilligungspflicht ab einer Tiefe von 500 Metern oder einer maximalen Leistung von mehr als 500 kW festhalten.

Mit sehr grosser Mehrheit nahmen die Mitglieder des Grossen Rats die parlamentarische Initiative an. Eine vorberatende Kommission wird sich mit der Gesetzesänderung befassen, bevor sie erneut in den Grossen Rat kommt.

Thurgau will Erdwärme für süsse Beeren

Als grösster Beeren- und drittgrösster Gemüsekanton setzt der Thurgau Akzente beim Einsatz von Geothermie in Gewächshäusern. Der Verein Geothermie Thurgau verstärkt sein Engagement in diese Richtung.