Er wusste, mit wem sich ein Bier lohnte: Hans Bissegger tritt als Präsident des Kunstvereins Frauenfeld ab

Architekt Hans Bissegger gibt nach zehn Jahren das Präsidium des Frauenfelder Kunstvereins ab. Nachfolgerin ist die Rechtsanwältin Rita Wenger.

Mathias Frei
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Die neue Kunstverein-Präsidentin Rita Wenger mit ihrem Vorgänger Hans Bissegger. (Bild: Mathias Frei)

Die neue Kunstverein-Präsidentin Rita Wenger mit ihrem Vorgänger Hans Bissegger. (Bild: Mathias Frei)

Sein Präsidium begann am 21. Oktober 2009. Auf den Tag genau zehn Jahre später gibt Hans «Habi» Bissegger den Vorsitz des Frauenfelder Kunstvereins ab, arbeitet aber weiter im Vorstand mit. Auf ihn folgt Rita Wenger. Die rund drei Dutzend Mitglieder wählten die Rechtsanwältin am Montagabend zuerst in den Vorstand, dann ins Präsidium – zweimal einstimmig.

«Zehn Jahre sind eine gute Zahl, um ein Amt zu übergeben.»
Präsident Hans Bissegger an der Kunstverein-Mitgliederversammlung 2018. (Bild: Dieter Langhart)

Präsident Hans Bissegger an der Kunstverein-Mitgliederversammlung 2018. (Bild: Dieter Langhart)

Das meinte Bissegger. Nach Vorstandstätigkeiten in der Genossenschaft Eisenwerk (zehn Jahre), in der Genossenschaft Werkplatz (20 Jahre) sowie den zehn präsidialen Jahren beim Kunstverein wolle er sich nun verstärkt dem eigenen kreativen Schaffen zuwenden.

Im vergangenen Vereinsjahr: Rachel Lumsden beim Kunstverein. (Bild: Dieter Langhart)

Im vergangenen Vereinsjahr: Rachel Lumsden beim Kunstverein. (Bild: Dieter Langhart)

Habi war der insgesamt sechste Präsident im Kunstverein, der kommendes Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert. «Damit kommt er genau auf die durchschnittliche Amtsdauer von zehn Jahren», stellte Vizepräsident Otmar Dossenbach fest.

«Er hat Widerspruch akzeptiert, war als Präsident nie Chef.»
Zu Beginn des Kunstverein-Jahres 2018/19: Druckgrafiken. (Bild: Dieter Langhart)

Zu Beginn des Kunstverein-Jahres 2018/19: Druckgrafiken. (Bild: Dieter Langhart)

In Bisseggers Ägide führte der Kunstverein die erfolgreichen Sommer-Sonderausstellungen ein. Zudem wurde die Kunstsammlung entrümpelt, und man konnte weitere Räume im Bernerhaus zumieten. «Wir konnten von Habis enormem Sachverstand und seinem weitreichenden Netzwerk profitieren. Und er wusste immer, mit wem er ein Bier trinken und netzwerken musste», hielt Dossenbach fest. Weil Bier nicht so ihres sei, ist Rita Wenger froh, dass Bissegger im Vorstand weitermacht.

El Frauenfelder war ebenfalls im vergangenen Jahr im Kunstverein zu sehen. (Bild: Andrea Stalder)

El Frauenfelder war ebenfalls im vergangenen Jahr im Kunstverein zu sehen. (Bild: Andrea Stalder)

Hans Bissegger 2003 an der Eröffnung der Ausstellung «Stachel im Fleisch der Kleinstadt - 20 Jahre Chrampfe & Hirne» im Rathaus Frauenfeld. (Bild: Nana do Carmo)

Hans Bissegger 2003 an der Eröffnung der Ausstellung «Stachel im Fleisch der Kleinstadt - 20 Jahre Chrampfe & Hirne» im Rathaus Frauenfeld. (Bild: Nana do Carmo)

Bissegger präsentierte ein hochinteressantes Jahresprogramm 2019/20, das mit einer Aussenseiterkunst-Ausstellung am 2.November startet. Die Jahresrechnung indes gestaltete sich weniger positiv aus. Aufgrund eines unerwartet tiefen Verkaufserlöses und demgegenüber sehr aufwendigen Ausstellungen schliesst die Rechnung bei einem Aufwand von 82'000 Franken mit einem Verlust von über 19'000 Franken ab – gegenüber 7500 Franken Plus 2018. Damit schrumpft das Vermögen auf 6000 Franken. Wobei das Eigenkapital 34000 Franken beträgt und die Kunstsammlung des Vereins mit rund 400 Exponaten mit einem Franken in der Bilanz steht.

Das neue Jahresprogramm: www.kunstverein-frauenfeld.ch