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Er verkauft Emotionen: Der beste Detailhandels-Stift der Ostschweiz arbeitet in Frauenfeld

Wer für Laufschuhe oder einen Tennisschläger zu Ochsner Sport ins Frauenfelder Einkaufszentrum Passage geht, hat die Ehre mit Jeremy Wehrli. Der Zweitjahres-Stift ist das grösste Ostschweizer Verkaufstalent 2018.
Evi Biedermann
In seinem Lehrbetrieb: Jeremy Wehrli im Ochsner Sport in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

In seinem Lehrbetrieb: Jeremy Wehrli im Ochsner Sport in Frauenfeld. (Bild: Reto Martin)

Er kann es am besten. Das haben die Prüfungsexperten entschieden, die mit Jeremy Wehrli und seinen Mitstreitern am «Sales Champion Ostschweiz» Verkaufsgespräche führten. 44 von rund 600 Lernenden aus dem Detailhandel hatten sich für den Berufswettbewerb für Zweitlehrjahr-Stifte qualifiziert, der im Juni in St. Gallen stattfand.

«Jeder Kunde ist anders, jeder Tag ist anders.»

«In den Gesprächen ging es immer um dasselbe Produkt, aber mit verschiedenen fiktiven Kunden», erklärt der Champion, der bei Ochsner Sport in Frauenfeld arbeitet. Dass er am Ende als Sieger vom Platz gehen würde, habe er nicht erwartet. «Ich habe aber gespürt, dass ich gut unterwegs war.» Das war nicht von Anfang an so. Nach den internen Klassen- und Schulausscheidungen, die an elf Ostschweizer Berufsfachschulen durchgeführt wurden, rutschte Wehrli an seiner Schule, dem Bildungszentrum Arbon, gerade noch knapp auf die Kandidatenliste für den Wettbewerb. «Ich war der Sechste von sechs», gesteht er freimütig. Gefreut hat er sich trotzdem. Er hatte sein persönliches Ziel erreicht und den Sprung nach St. Gallen geschafft. «Ich sagte mir: Alles Zusätzliche ist Bonus.»

Verkaufsgespräche geübt und Videotraining gemacht

Dieser Bonus kam so unverhofft wie ein Lottosechser. Mit dem Unterschied, dass nicht allein das Glück, sondern Talent und Fleiss den Sieg ermöglicht haben. Sein Lehrbetrieb, die Dosenbach Ochsner AG, lege viel Wert auf die Ausbildung und biete Lernenden bis zu zehn Mal pro Lehre spezielle Kurse an, sagt Wehrli. Zusätzliche Unterstützung erhielten die sechs Kandidaten auch von der Berufsschule Arbon. «Wir übten Verkaufsgespräche und machten Videotraining.» Das beste Training ist für Jeremy Wehrli jedoch die tägliche Arbeit. «Jeder Kunde ist anders, jeder Tag ist anders», sagt er. Im Verkaufsgespräch gehe es vor allem darum, Emotionen zu verkaufen. Den Kunden oder die Kundin nicht nur mit Fachkompetenz, sondern ebenso mit der eigenen Begeisterung für das Produkt zu gewinnen. Und damit dem boomenden Online-Handel die Stirn zu bieten. Denn: «Emotionen findet der Kunde im Internet nicht», sagt Jeremy Wehrli.

«Emotionen findet der Kunde im Internet nicht.»

Wie viele Jugendliche war auch er unschlüssig, als es um die Berufswahl ging. «Etwas mit Sport lag hoch im Kurs», erinnert sich der 17-Jährige, der in seiner Freizeit als Pfadileiter tätig ist und mit dem Nachwuchs des HC Rychenberg vier- bis fünfmal pro Woche Unihockey trainiert. Er habe seine Wahl noch nie bereut, sagt der angehende Sportartikelverkäufer. «Ich mag den Kontakt mit Menschen, und es macht Spass, mit ihnen ein Produkt zu finden, das sie dann mit einem guten Gefühl kaufen.» Der Erfolg am Berufswettbewerb zeige zudem, dass er am richtigen Ort sei. Bereits wartet die nächste Herausforderung auf den jungen Mann. Die «Swiss Skills» in Bern, wo im September die Schweizer Elite junger Berufsleute gegeneinander antritt. Für diesen nationalen Wettbewerb qualifizieren sich die zehn Besten des «Sales Champion Ostschweiz».

Qualifiziert für die "Swiss Skills" in Bern

Am «Sales Champion Ostschweiz» messen sich die besten jungen Verkaufstalente des Detailhandels aus den Kantonen St. Gallen, beiden Appenzell, Glarus und Thurgau sowie dem Fürstentum Lichtenstein und dem östlichen Teil des Kantons Zürich. Eine fachkundige Jury beurteilt das Verkaufsgespräch mit einem fiktiven Kunden, die Warenvorlage, die Argumentation und auch den professionellen Umgang mit einem fremdsprachigen fiktiven Kunden. Die zehn Besten dieses Berufswettbewerbs für Lernende im zweiten Lehrjahr dürfen die Region Ostschweiz an den «Swiss Skills 2018» in Bern vertreten. Im September werden dort 1100 junge Berufsleute aus Handwerk, Industrie und dem Dienstleistungsbereich um den Schweizer-Meistertitel ihrer Berufsgattung kämpfen. Der Anlass in Bern ist öffentlich. (bie)

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