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Er steigt und steigt nicht, der Aadorfer Steuerfuss

Der Aadorfer Gemeinderat budgetiert für 2020 ein Defizit, tastet aber den Steuerfuss nicht an.
Olaf Kühne
Der Steuerfuss der Politischen Gemeinde Aadorf beträgt kommendes Jahr unverändert 55 Prozent. (Bild: Olaf Kühne)

Der Steuerfuss der Politischen Gemeinde Aadorf beträgt kommendes Jahr unverändert 55 Prozent. (Bild: Olaf Kühne)

Rekordtief ist der Aadorfer Steuerfuss nicht. Beklagen können sich die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler der grössten Hinterthurgauer Gemeinde dennoch nicht.

«Die G6 sind allesamt teurer als wir. Oder anders gesagt: Innerhalb der G7 haben wir den tiefsten Steuerfuss.»

55 Prozent beträgt der Steuerfuss der Politischen Gemeinde. Er könnte aber genauso gut bei 61 Prozent liegen. Zumindest stand dies einst so im Finanzplan der Abstimmungsbotschaft zum 22-Millionen-Projekt «Sport- und Freizeitanlagen». 2013 war das. Schon damals lag der Steuerfuss bei 55 Prozent. Gemäss damaligen Prognosen hätte er bis zum laufenden Jahr auf 61 Prozent steigen sollen. Gestiegen ist er indes nie – und soll es im kommenden Jahr nicht. Und dies obwohl der Gemeinderat in seinem 20-Millionen-Budget ein Defizit von 433'000 Franken vorsieht.

Matthias KüngGemeindepräsident Aadorf

Matthias Küng
Gemeindepräsident Aadorf

Die anhaltend guten Steuereinnahmen sind der Hauptgrund, weshalb die Aadorfer trotz teuren Investitionen weiterhin nicht mehr Steuern zahlen. Davon geht der Gemeinderat auch in naher Zukunft aus. «Wir sehen im laufenden Jahr, dass der Steuerertrag über unserem Budget liegt», sagt Gemeindepräsident Matthias Küng auf Anfrage unserer Zeitung. «Und zwar von natürlichen und juristischen Personen.» Dies lasse auf eine bleibend gute Wirtschaftslage schliessen.

Prämienverbilligungen kosten immer mehr

Weil der Gemeinderat zudem auf ein Eigenkapital von 11,6 Millionen zugreifen kann, wird er nun also der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember einen gleichbleibenden Steuerfuss von 55 Prozent beantragen.

Trotz diesem Optimismus: In ihrer diesbezüglichen Mitteilung weist die Behörde gleich auf mehrere Kostentreiber hin. So muss Aadorf kommendes Jahr einen Mehraufwand von über 200'000 Franken stemmen – in Form eines «massiv höheren Beitrages an den Kanton betreffend Prämienverbilligung.» Und auch wenn die Aadorfer Sport- und Freizeitanlagen den Steuerfuss in den vergangenen sechs Jahren nicht steigen liessen: Geld kosten sie dennoch. So steigen 2020 die Abschreibungen des Aadorfer Verwaltungsvermögens von 2 auf 2.2Millionen Franken.

Nebst Kostentreibern fallen auch Ausfälle ins Gewicht: Der Gemeinderat spricht in seiner Mitteilung von «zu erwartenden Mindereinnahmen aufgrund der Umsetzung der vom Stimmvolk angenommenen Steuerreform und AHV-Finanzierung.» Auf Nachfrage beziffert Küng diese mit 394'000 Franken.

«Auch wenn die Eigenkapitalreserve genügend gross ist, müssen Liquidität und Verschuldung weiterhin aufmerksam beobachtet werden», schreibt der Gemeinderat schliesslich. Die Schulden beliefen sich auf rund 20 Millionen Franken, erläutert Küng hierzu und betont gleichzeitig: «Dafür haben wir in Aadorf auch eine super Infrastruktur.» Und bezüglich Steuerfuss müsse man sich hinter den sechs Thurgauer Städten auch nicht verstecken: «Die G6 sind allesamt teurer als wir. Oder anders gesagt: Innerhalb der G7 haben wir den tiefsten Steuerfuss.»

Hinweis
Die Gemeindeversammlung findet am 5. Dezember ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum statt.

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