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Der Frauenfelder GLP-Stadtratskandidat Stefan Leuthold richtet seinen Kompass neu aus

In seiner Brust schlagen zwei Herzen: eines für die Wirtschaft, eines für die Umwelt. Stefan Leuthold will der erste grünliberale Stadtrat Frauenfelds werden und hat klare Vorstellungen, was er umsetzen will.
Samuel Koch
Stefan Leuthold geht übers Murgbrüggli in den Lindenpark, seinem Lieblingsplatz in der Stadt. (Bild: Andrea Stalder)

Stefan Leuthold geht übers Murgbrüggli in den Lindenpark, seinem Lieblingsplatz in der Stadt. (Bild: Andrea Stalder)

Schlösse der Wahlkampf morgen ab, zöge Stefan Leuthold eine positive Bilanz – unabhängig vom Resultat. «Ich habe so viele positive Rückmeldungen erhalten», meint der 51-Jährige, der am 10. Februar auf einen der freiwerdenden Sitze im Frauenfelder Stadtrat schielt. Es sei Zeit für den ersten Stadtrat der Grünliberalen (GLP).

Selber in der Lebensmitte angekommen, versteht er sich als Bindeglied zwischen der Generation seiner Kinder und derjenigen seiner Eltern. «Ich verstehe ihre Sorgen und Anliegen und kann mich dafür einsetzen», meint Leuthold. Die Nomination für den Frauenfelder Stadtrat – Leuthold gab seine Kandidatur Ende September als Erster bekannt – überraschte.

«Es gab innerhalb der Gemeinderatsfraktion CH/GLP/Grüne auch kritische Stimmen.»

Als Angriff auf die Konkordanz der fünf wählerstärksten Kräfte sieht er seine Kandidatur aber nicht. Dass Stefan Leuthold in der GLP politisiert, passt. Er ist grün durch und durch.

«Ich bin täglich draussen und fühle mich sehr wohl in der Natur.»

Auch deshalb kürte er den Lindenpark im Herzen der Stadt zu seinem Lieblingsplatz. «An diesem spannenden Ort, der sich ständig entwickelt, lässt sich vieles entdecken», meint Leuthold. Und dass in der Ferne noch die Solarzellen auf dem Dach der Werkbetriebe zu sehen sind, könnte für Leuthold passender nicht sein.

Fünf Jahre Gemeinderat und weiterhin Kantonsrat

In seiner Brust schlagen nämlich zwei Herzen – jenes für die Wirtschaft einerseits, jenes für die Umwelt andererseits. «Die Gründung der GLP 2007 war gleichbedeutend mit dem Startschuss meines politischen Lebens», meint Leuthold. Seit sieben Jahren sitzt er im Grossen Rat, und auch im Frauenfelder Gemeinderat engagierte er sich fünf Jahre.

Weil seine Partei im Grossen Rat mit der BDP eine neue Fraktion bildete, kam mehr Arbeit auf ihn zu, weshalb er den Sitz im Stadtparlament inmitten der Legislatur zur Verfügung stellte. «Zudem wollte ich einer jüngeren Kraft Platz machen», meint er.

Mit dem Weltgeschehen setzte sich Leuthold, zunächst als Organisator diverser Messen und später bei einer Firma für erneuerbare Energien, schon früh auseinander. «Es hat mir aber gezeigt, dass bezüglich Energiewende noch viel gehen muss.»

Die Industrialisierung sei für den jetzigen Weg in die Sackgasse verantwortlich, der Wohlstand basiere zu einem Grossteil auf fossiler Energie. «Wir müssen davon wegkommen, solange der Umstieg noch verträglich und unchaotisch möglich ist», meint er, erzählt von Windturbinen ohne Rotoren und nimmt gleichzeitig die Forschung in die Pflicht. «Es gibt Projekte, die mich positiv in die Zukunft blicken lassen.»

Landleben als Mittel gegen aufflammende Krise

Stefan Leuthold wählt seine Worte mit Bedacht, in seinen Augen kommt immer wieder Schalk zum Vorschein. Sich selbst bezeichnet er als neugierig, sorgfältig, vorausschauend – «und manchmal frech». Und dann erzählt er aus einer Episode, die er als Mittel gegen eine aufflammende Midlife-Krise unternahm. Leuthold meint:

«Einige krallen sich eine um 20 Jahre jüngere Frau, andere kaufen sich eine Harley und fahren ein Jahr lang durch die USA.»

Er aber habe mit seiner Frau in einem Teilzeit-Jahreskurs das Landwirtschaftsleben kennen gelernt, «mit Rebenschneiden, Ackerbau oder Schafe scheren». Er sei froh um diese Erfahrung, die ihm körperlich und geistig geholfen habe.

«Es hat aber auch gezeigt, dass man das beinharte Landwirtschaftsleben nicht einfach so nebenbei machen kann.»

Als möglicher Stadtrat liebäugelt Stefan Leuthold mit dem Departement Werke, Freizeitanlagen und Sport, auch wenn ihn die anderen ebenso interessierten. «Ich habe in meinem Leben den Kompass schon oft neu gerichtet und könnte überall Ziele finden», meint er. Mit einer Pensumerhöhung für den Energieberater, der Verbesserung der Eigenverbrauchsanlagen oder einer Senkung der Strompreise hat Leuthold für sein Parade-Departement konkrete Ziele im Köcher.

Als grossen Vorteil für seine Kandidatur sieht er seine Zeit in der Messearbeit, für die er heute als selbstständiger Organisator der Tischmesse Thurgau wieder tätig ist. «Ich richte gerne das Scheinwerferlicht auf Dinge, welche die Menschen bewegen», meint Leuthold. Seine Beschäftigung und sein Engagement im Kantonsrat wären auch als baldiger Stadtrat vereinbar, meint er. Und wenn er mal Zeit für sich findet, macht er Sport oder hält sich in der Natur auf – wie an seinem Lieblingsplatz im Lindenpark.

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