Er hat die Hüttwiler Sek fit gemacht: Schulpräsident Fredi Himmelberger tritt nach einem Jahrzehnt ab

Über die Freuden und Leiden eines Schulpräsidenten: Fredi Himmelberger tritt kommenden Frühling als Präsident der Sekundarschulgemeinde im Seebachtal zurück und blickt zurück, was ihn am meisten geschmerzt hat.

Mathias Frei
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Der abtretende Schulpräsident Fredi Himmelberger auf dem Pausenplatz seiner Schule. (Bild: Andrea Stalder)

Der abtretende Schulpräsident Fredi Himmelberger auf dem Pausenplatz seiner Schule. (Bild: Andrea Stalder)

Als er die Sekundarschulbehörde im Januar 2010 übernahm, dauerten die Sitzungen regelmässig vier Stunden oder auch länger. Das war Fredi Himmelberger eindeutig zu lange. Heutzutage sitzt man gut vorbereitet zwei Stunden. Auch in anderer Hinsicht hat Himmelberger, der vergangenen Frühling seinen 65. Geburtstag feiern konnte, die Sek Hüttwilen auf Vordermann gebracht – in der Privatwirtschaft würde man von «optimieren» sprechen. Man sei weniger schwerfällig geworden. Aber die Wege seien weiterhin länger als in der Privatwirtschaft, sagt Himmelberger.

Ersatzwahl am 9. Februar 2020

Fredi Himmelberger hat seinen Rücktritt per 30. April 2020 angekündigt. Sein Gesuch um Entlassung als Präsident der Hüttwiler Sekundarschulgemeinde ist Ende Oktober vom kantonalen Departement für Erziehung und Kultur bewilligt worden. Die Ersatzwahl geht am 9. Februar als Urnenwahl an einem eidgenössischen Abstimmungswochenende über die Bühne. Das Präsidiumsamt wird öffentlich ausgeschrieben. Wahlvorschläge sind bis 16. Dezember mitsamt zehn Unterschriften von im Gebiet der Sek Hüttwilen Stimmberechtigten an den bisherigen Amtsinhaber Fredi Himmelberger zu senden. (ma)

Per Ende April 2020 hat er seinen Rücktritt angekündigt. Das letzte Jahr der laufenden Legislatur lässt er sein.

«Aber es liegen keine Leichen im Keller.»

Das kann Himmelberger seine Nachfolgerin oder seinen Nachfolger beruhigen. Infrastrukturell und finanziell sei die Sek Hüttwilen hervorragend aufgestellt. «Und vor allem haben wir ein in den letzten Jahren verjüngtes Lehrerteam, das Lust hat, mitzuarbeiten und mitzudenken.» Der langjährige Versicherungs-Generalagent der Baloise in Frauenfeld kann loslassen. Die neu gewonnene Freizeit will er primär in seine Familie investieren. Und da sind ja auch noch Hobbys wie die Jagd und das Heimwerkertum.

Fredi Himmelberger. (Bild: Nana do Carmo, 5.11.2013)

Fredi Himmelberger. (Bild: Nana do Carmo, 5.11.2013)

«Das hat mir damals schon wehgetan»

Vieles ist Himmelberger im vergangenen knappen Jahrzehnt an der Sek Hüttwilen gelungen. Nur mit einem Projekt lief er bereits in der Behörde auf. Dabei war es ihm eine Herzensangelegenheit: die Bildung einer Volksschulgemeinde Seebachtal inklusive Sek und Primar. Im Jahr 2013 lancierte er die Thematik. Die Sek Hüttwilen bildet sich aus den Primarschulgemeinden Nussbaumen, Hüttwilen, Uesslingen-Buch, Warth-Weiningen und Herdern-Dettighofen.

«Sechs Körperschaften machen sechsmal dieselbe Arbeit.»

Eine Volksschulgemeinde wäre auf jeden Fall effizienter, stellt Himmelberger fest. «Und wahrscheinlich langfristig auch günstiger.» Die Gegenwehr in der damaligen Projektgruppe, die sich aus Behördenmitgliedern aller beteiligten Primarschulen zusammensetzte, war aber zu stark. Die Angst vor Schulhausschliessungen war zu gross – und unbegründet. Denn für Himmelberger war immer klar, dass es das Schulhaus im Dorf auch weiterhin braucht. «Das hat mir damals schon wehgetan», sagt er. Heute sei er darüber hinweg.

Fredi Himmelberger. (Bild: Donato Caspari, 23.10.2009)

Fredi Himmelberger. (Bild: Donato Caspari, 23.10.2009)

Viele Schüler wechseln aus Hüttwilen an die Kanti

Was Himmelberger effektiv erreicht hat, ist aber nicht weniger erwähnenswert. «Wir sind eine ländliche Schule mit wenig Problemen.» Soziales Konfliktpotenzial ist klein, dafür die Erwartungshaltung der Eltern umso grösser. Ob der Infrastruktur und der finanziellen Lage werde nicht mehr über die Daseinsberechtigung der Sek Hüttwilen diskutiert, die in den kommenden Jahren mit 160 bis 170 Schülern pro Jahr rechnet. «Viele unserer Schülerinnen und Schüler wechseln an die Kanti. Die Schule hat einen super Ruf.» An der Sek Hüttwilen gelte: fördern und fordern.

Vergangenen Sommer ging die neue Sek-Sporthalle auf. Man hat einen Schulneubau, der noch keine fünf Jahre alt ist. Auf kommendes Jahr sinkt der Steuerfuss um sechs Prozentpunkte auf 30 Prozent. Und wer weiss: Vielleicht kommt in naher Zukunft auch Himmelbergers Idee zur Umsetzung, allen Schülern ein E-Bike zur Verfügung zu stellen. Schulbus-Transporte gäbe es nur noch im Winter. Und nach der Sek könnten die Schüler ihr Stromvelo der Schule zu einem guten Preis abkaufen.