Kommentar

Entscheidung um Standort des Historischen Museums Thurgau – in Frauenfeld gilt: Sachlichkeit statt Aktionismus

Diesen Frühling will der Regierungsrat entscheiden, ob das Historische Museum auch in Zukunft in Frauenfeld bleibt. Der Stadtrat tut gut daran, die Vorzüge der Kantonshauptstadt ins positive Licht zu rücken.

Mathias Frei
Drucken
Teilen

Das offizielle Frauenfeld hat sich im Rahmen einer Pressekonferenz für den Verbleib des Historischen Museums Thurgau stark gemacht. Denn es besteht die Möglichkeit, dass der Regierungsrat diesen Frühling aus Frauenfelder Sicht falsch entscheidet – und das Museum aus dem gut funktionierenden Museumsnetzwerk der Stadt und Region rausreisst.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

Mathias Frei, Redaktor Thurgauer Zeitung, Ressort Frauenfeld.

(Bild: Reto Martin)

Dass die Kantonshauptstadt nun dem Kanton mit Nachdruck ihr Angebot präsentiert, ist auf jeden Fall begrüssenswert. Es ist richtig, dass der Stadtrat nicht in Aktionismus verfällt, sondern klar aufzeigt, was man an Frauenfeld hat – und was der Kanton verlieren könnte. In Frauenfeld könnte Bewährtes weiterentwickelt werden. Dafür braucht es Sachlichkeit, keine Lautstärke.

Mit einem Neubau auf dem Oberen Mätteli als Teil des Frauenfelder Entwicklungsgebiets Murgbogen bekäme die Thurgauer Bevölkerung am meisten für den ausgegebenen Steuerfranken. Die angedachte Museumsnutzung böte riesiges Potenzial im Raumprogramm – und könnte, wie nun seitens Stadt zu vernehmen ist, sogar Möglichkeiten in Sachen Kunstmuseum-Erweiterung eröffnen.

Fünf der sechs kantonalen Museen sind in der Region Frauenfeld daheim, davon drei in der Stadt. Dazu kommt das für die Museumsarbeit überaus wichtige Staatsarchiv. Diese Nähe, dieser sogenannter Museums-Cluster spricht für Frauenfeld. Das sind gewichtige Argumente für die Kantonshauptstadt. Auf die Frage, ob diese bei der Entscheidungsfindung des Kantons auch Gehör finden, folgt die Antwort diesen Frühling.