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Engel, Freundin und gute Seele - Susanne Schwager arbeitet seit 25 Jahren für die Spitex Wängi

Die Wängemerin Susanne Schwager steht seit einem Vierteljahrhundert für die örtliche Spitex im Einsatz. Ihre Klienten schwärmen genau so von der 60-jährigen Pflegefachfrau, wie ihre Chefin.
Christoph Heer
Trudi Dengler und Pflegefachfrau Susanne Schwager kümmern sich täglich liebevoll um Armin Dengler. (Bilder: Christoph Heer)

Trudi Dengler und Pflegefachfrau Susanne Schwager kümmern sich täglich liebevoll um Armin Dengler. (Bilder: Christoph Heer)

Das Schicksal hat einmal mehr gnadenlos zugeschlagen. Armin Dengler wurde jäh aus seinem bisherigen Leben gerissen, als sich frühmorgens erste Merkmale eines Hirnschlags bemerkbar machten. Es folgten Aufenthalte in Spital und Rehaklinik.

Wie weiter stellten sich seine Angehörigen die Frage, die allerdings seine Gattin Trudi schnell beantwortete. «Ins Pflegeheim kam nie in Frage. Solange ich kann, werde ich ihn bei mir zu Hause pflegen». Starke Worte, einer starken Frau. Trudi Dengler hatte im Vorfeld keine Erfahrungen gesammelt, was pflegerische Massnahmen betrifft.

"Ins Pflegheim kam nie in Frage."

Trudi Dengler, Ehefrau eines Spitex-Klienten

Ihr Mann ist nun seit einem Jahr wieder zu Hause, rechtsseitig gelähmt und stets in der Gefahr der Aspiration. «Dieser Gefährdung des Eindringens von Speichel, Flüssigkeit oder Nahrung in die Atemwege bin ich mir selbstverständlich bewusst, ich weiss aber auch ganz genau, wie ich in so einem Fall reagieren muss, dieses Wissen habe ich mir in Kursen angeeignet», sagt Trudi Dengler, während sie liebevoll die Hand ihres Mannes streichelt.

Neben ihr sitzt Susanne Schwager von der Spitex Wängi. Die beiden reden mit dem im Bett liegenden Armin Dengler, lachen, necken sich und geniessen die kurze gemeinsame Zeit des Besuches der Pflegefachfrau. Oft ist es schwierig, Armin Dengler zu verstehen, infolge seiner halbseitigen Lähmung ist er in seinem «jetzigen und neuen» Leben stark eingeschränkt. Seinen Lebensmut hat er jedoch in der Reha wiedergefunden und dieser wächst von Tag zu Tag – auch dank den täglichen Besuchen der Spitex-Angestellten.

In der Gynäkologie angefangen

Susanne Schwager liebt den täglichen Kontakt mit ihren Klienten. Gleichzeitig betont sie, dass sie noch nie in einem Pflegeheim gearbeitet hat. «Ich komme aus der Spitalpflege. So habe ich unter anderem zwölf Jahre lang im Kantonsspital Frauenfeld auf der Gynäkologie gearbeitet», sagt sie. «Durch die damalige Vorstandsmitarbeit in der Spitex – und durch den damals herrschenden Personalmangel – bin ich hier zu einem Teilzeitpensum gekommen. Schnell war mir klar, dass mir nur die häusliche Pflege zusagt und das ist bis heute so geblieben».

Pflegefachfrau Susanne Schwager und Karin Eggenberger, Geschäftsführerin der Spitex Wängi, arbeiten Hand in Hand für das Wohl ihrer Kunden.

Pflegefachfrau Susanne Schwager und Karin Eggenberger, Geschäftsführerin der Spitex Wängi, arbeiten Hand in Hand für das Wohl ihrer Kunden.

Wichtig war ihr stets, dass sie ihre Pflegeanstellung mit der Mithilfe auf ihrem Landwirtschaftsbetrieb vereinbaren konnte. Heute gilt sie als Bindeglied zwischen dem Spitex-Team mitsamt den Lernenden sowie der Geschäftsführerin Karin Eggenberger. Doch Susanne Schwager will sich nicht herausheben, im Gegenteil. Sie sagt, dass jedes einzelne Spitex-Mitglied etwas zum guten Ruf der Institution beitrage. «Jeder Einzelne sorgt dafür, dass wir eine hohe Qualität beim Kunden an den Tag legen, uns in einem strukturierten Betrieb bewegen und ein familiäres Miteinander pflegen».

«Armin ist in guten Händen»

Zurück im Schlafzimmer von Armin Dengler. Susanne Schwager und Trudi Dengler tauschen sich aus, besprechen Probleme und reflektieren die vergangenen Stunden des heute zufriedenen und oft lachenden Armin Dengler. «Armin ist in guten Händen, wenn am Morgen und am Abend die Spitex kommt. Die restlichen 22 Stunden bin ich für ihn da und das bleibt auch so».

Die ursprünglich aus Österreich stammende Frau überzeugt mit einer enorm grossen Lebensenergie. Ihre Fröhlichkeit steckt an, nicht nur ihr Ehemann, auch Susanne Schwager geniesst es, wenn bei Kunden noch viel gelacht werden kann – und darf.

Spitex-Pflege wird zunehmend schwieriger

Susanne Schwager ist sich der zunehmend schwierigen Situation in der allgemeinen Pflege bewusst. «Bei uns in der Spitex sind es vor allem die immer anspruchsvoller werdenden Kundenanforderungen und die immer mehr zunehmenden komplexen Situationen. Gesetzlich wird äusserst viel verlangt, dahingehend müssen wir andauernd mehr Vorgaben und Richtlinien gerecht werden.»

"Die Finanzierung im palliativen Bereich ist nicht gut geregelt."

Susanne Schwager, Pflegefachfrau

Es sind die tagtäglichen Herausforderungen, die den Pflegeberuf derart schwierig – aber auch attraktiv – machen. Traurig wird Susanne Schwager, die in ihrer spärlichen Freizeit gerne schwimmt, liest und sich um ihre Enkelkinder kümmert, wenn die finanzielle Situation von Kunden schlecht ist. «Die Finanzierung im palliativen Bereich ist nicht gut geregelt, es bleibt dahingehend noch viel zu tun auf der kommunalen, regionalen und nationalen Ebene».

Armin Dengler setzt wieder sein Lächeln auf, als sich Susanne Schwager von ihm verabschiedet, für die nächsten elf Stunden sind er und seine Frau wieder auf sich alleine gestellt; ein starkes Duo, welches sich durch Tiefschläge durchgekämpft hat und sich jetzt durch nichts mehr aus der Ruhe bringen lässt.

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