Energietank aus Tanz und Taiko: Am Untersee gibt's transzendente Körper und fernöstliche Trommelschläge zu sehen

Zwei Tänzerinnen trafen im Steckborner Phönix-Theater auf eine Trommelcombo in japanischer Tradition.

Christof Lampart
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Im Phönix-Theater: vorne das Tanzduo Léa & Lea, hinten die Taiko-Trommelcombo Goraiko.

Im Phönix-Theater: vorne das Tanzduo Léa & Lea, hinten die Taiko-Trommelcombo Goraiko.

Bild: Christof Lampart

Es war ein Programm, das ein wenig aus dem Rahmen fiel – und deswegen umso neugieriger machte. Tatsächlich wurde die Neugier des Publikums am Samstag im ausverkauften Phönix-Theater durch zwei höchst gegensätzliche, sich jedoch dadurch auch spannend kontrastierende Künste geschürt: Tanz und Trommeln.

Am Boden und am Tuch

Den Anfang machten Léa (Thomen) & Lea (Weber) mit einer etwas über 20-minütigen Tanzperformance, die stark die Dualität des Handelns betonte. Während Léa im Tryout mit dem neckischen Titel «Avec ou sans accent?» unten am Boden tanzte, vollführte ihre Partnerin «ohne accent aigu» am Vertikaltuch die wildesten Übungen und Verrenkungen.

Wobei zumindest zu Beginn beide Tänzerinnen zum einen zwar die Grenzen des Tanzbaren ausloteten, zugleich aber auch stets bemüht waren, dass der eigene Tanz den Tanz der Partnerin zumindest reflektierte.

So fanden beide Tänzerinnen immer stärker inhaltlich und ausdrucksmässig zusammen, und das Publikum folgten ihnen schon bald einmal gebannt durch die Begegnung der getanzten Gegensätze. Wunderschön umrahmt wurde der Tanz durch die Begleitung zweier Hangs, welche von zwei Goraiko-Spielerinnen geschlagen wurden, die seitlich vom Publikum postiert waren.

Trommeln ist ein Fest für alle Sinne

Nach der Pause leuchtete dann «das kommende Licht» – das bedeutet nämlich «Goraiko» auf Japanisch – in seiner ganzen Farbenpracht auf der Bühne. Denn was die Ostschweizer Taiko-Formation unter der Leitung von Sibylle Raths zeigte, war an Spielfreude kaum zu überbieten. Nicht nur übertrugen sich die wirbelnden Trommelklänge über den Boden auf die Körper des Publikums, das wohl am liebsten gleich mitgetrommelt hätte. Nein, die Trommlerinnen zeigten, dass das Trommeln für sie weit mehr als nur Musik war – nämlich ein Fest für alle Sinne.

Da wurde gelacht, gerufen, fliegenden Schrittes die Trommeln gewechselt.

Da waren alle Körper ständig in Bewegung, sodass eine Energie freigesetzt wurde, der man sich je länger, desto weniger entziehen konnte, entziehen wollte. Nach dieser kraftvollen Demonstration konnte man gar nicht anders, als sich einfach gut zu fühlen. So sah und fühlte auch das Publikum nach einer letzten kurzen Co-Produktion der Tänzerinnen und Trommlerinnen.

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