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Energie aus dem Bodensee: Thurgauer Regierung will keinen Bericht erstellen

Ein Vorstoss im Thurgauer Kantonsparlament verlangt, das Potenzial der Energiegewinnung aus dem Bodensee aufzuzeigen. Die Kantonsregierung winkt ab: Die Abklärungen seien bereits getroffen worden.
Sebastian Keller
Der Bodensee dient nicht nur dem Freizeitvergnügen, sondern er liefert auch Wärme und Kälte. Hier bei Arbon. (Bild: Urs Bucher)

Der Bodensee dient nicht nur dem Freizeitvergnügen, sondern er liefert auch Wärme und Kälte. Hier bei Arbon. (Bild: Urs Bucher)

Die geforderten Erkenntnisse liegen bereits vor. Das schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung des Vorstosses «Energiegewinnung aus dem Bodensee». Deshalb beantragt er dem Grossen Rat auch, den Vorstoss für nicht erheblich zu erklären.

Die beiden SVP-Kantonsräte Hanspeter Gantenbein (Wuppenau) und David Zimmermann (Braunau) verlangten mit einem von 56 Kantonsräten mitunterzeichnenden Antrag einen Bericht. Darin sollte die Regierung aufzeigen, welche Möglichkeiten bestünden, die Energie beziehungsweise Wärme und Kälte aus dem Bodensee zu nutzen. Dies solle allenfalls zusammen mit dem Kanton St. Gallen oder grenzüberschreitend passieren. Deshalb wurde ein ähnlich lautender Vorstoss auch in St. Gallen eingereicht. Doch auch die St. Galler Regierung winkte ab.

Die Idee ist nicht neu

In der nun vorliegen Beantwortung verweist die Thurgauer Regierung darauf, dass die Idee, das Bodenseewasser zur Wärme- beziehungsweise Kältegewinnung zu nutzen und das entsprechende Potenzial abzuschätzen, nicht neu sei. Die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) hat im Rahmen eines Forschungsprojektes die Fragen bereits 2015 geklärt. Diese Studie kam zum Schluss, dass der See an der Oberfläche um 0,2 Grad Celsius kühler wäre, wenn permanent ein Gigawatt Heizleistung entzogen würde. Wenn die Entnahme jeweils durch eine Wärmerückgabe im Sommer kompensiert würde, ergäbe sich nur eine Senkung der Oberflächentemperatur um 0,1 Grad.

Die Regierung verweist darauf, dass die thermische Nutzung des Seewassers mit Wärmepumpen bereits heute soweit zulässig sei, als der Zustand des Sees und seiner Lebensgemeinschaften nicht beeinträchtigt werde. Gemäss einer Karte der IGKB sind derzeit 19 solcher Anlagen zur Wärme- und Kältenutzung in Betrieb. Davon befinden sich fünf im Kanton Thurgau – zwei in Arbon, zwei in Romanshorn und eine in Horn. Die Fragen der grenzüberschreitenden Koordination seien mit den Bodensee-Richtlinien beantwortet und die Auflagen für eine Konzession geregelt.

Die Gemeinden haben heute schon alle Instrumente

«Die Gemeinden haben heute schon alle Instrumente in der Hand, um eine thermische Nutzung des Bodenseewassers voranzutreiben», schreibt die Regierung weiter.

Sie verweist auch auf Hürden. Als Haupthindernis nennt die Regierung die hohen Investitionskosten sowie die langen Amortisationszeiträume. «Private Investoren finden sich kaum.» Es überrasche nicht, dass es meist Unternehmen der öffentlichen Hand seien, die derartige Projekte initiieren und betreiben. Das gelte auch für die von den Vorstössern erwähnten Projekte in Luzern und Zug.

Gleichwohl will der Regierungsrat das Potenzial der thermischen Nutzung nicht kleinreden: «Eine erfolgreiche Nutzung der Energie aus dem Bodensee kann einen massgeblichen Beitrag zum Ersatz fossiler Brennstoffe zur Heizung oder Kühlung von Gebäuden und Anlagen und damit zur Reduktion der CO2-Emissionen leisten.

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