Ende der Schonzeit auf Diessenhofer Parkplätzen

Das neues Parkierkonzept im Thurgauer Rheinstädtchen ist scharf gestellt.

Thomas Brack
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Stadtpräsident Thomas Birk bei einer der neuen zentralen Parkuhren in der Stadt, wo sich parkierende mit der Autonummer registrieren müssen. (Bild: Thomas Brack)

Stadtpräsident Thomas Birk bei einer der neuen zentralen Parkuhren in der Stadt, wo sich parkierende mit der Autonummer registrieren müssen. (Bild: Thomas Brack)

Bis vor kurzem noch hätte ein unachtsamer Parkierer in Diessenhofen folgenden Zettel unter dem Scheibenwischer vorgefunden: «Stadtgemeinde Diessenhofen: An den Fahrer dieses Fahrzeugs: Ich wäre eine Ordnungsbusse! Seit dem 1. August 2019 ist das neue Parkkonzept in Kraft. Sie müssen mich aber nicht bezahlen. Sie haben folgenden Fehler gemacht.»

Darauf folgt eine Aufzählung verschiedener Vergehen – «Überschreiten der Parkzeit» oder «Halten an unübersichtlicher Stelle» – und ein Hinweis auf die entsprechende Busse. Doch nach Ende der vierzehntägigen Schonfrist ist nun Schluss mit Konjunktiv, denn die neue Parkierordnung samt Bussenreglement ist seit Mitte Monat auf «scharf» gestellt.

Mit günstigen Preisen gegen Wildwuchs

«Es geht der Stadtgemeinde nicht darum, mit den Bussen Geld zu scheffeln», sagt Stadtpräsident Markus Birk, «sondern darum, dem Wildwuchs an parkierten Fahrzeugen den Garaus zu machen.» Er rechnet aber damit, dass die Kosten für das Aufstellen von Parkuhren und sonstiger Infrastruktur binnen eines Jahres amortisiert sind. Bei Marion Wenger, der Verantwortlichen bei der Administration Werke, sind schon über 200 Anmeldungen für Parkkarten 8253 (Diessenhofen) eingegangen. Laut Stadtpräsident Birk sei Parkieren im Städtli erschwinglich: Ein Tagesticket koste vier Franken, eine Parkkarte 8253 pro Monat 30 Franken und 300 Franken im Jahr.

Berechtigt für einen Bezug dieser Karte sind Anwohner und Gewerbetreibende der beiden zentrumsnahen Zonen 1 und 2. Beim Ticketautomaten kommt kein Ticket heraus, sondern nach Eingabe des Autokennzeichens ist das Fahrzeug registriert. Das birgt den Vorteil, im Verlauf der Parkzeit umparkieren zu können. Zu Birks Überraschung wurden über die Hälfte der Tickets mit der App «parkingpay» gelöst.
Die Stadt kontrolliert nun strikt, dass die neue Parkierordnung eingehalten wird. Da die Polizei nur für sporadische Kontrollen in der Lage ist, hat die Stadt eine externe Kontrollfirma engagiert.

Die Ehrlichen sollen nicht die Dummen sein

«Es geht uns hier um die Gerechtigkeit», sagt Birk. Bei nur laschen Kontrollen würden sich diejenigen, die eine offizielle Parkkarte gelöst haben, ungerecht behandelt fühlen, gegenüber jenen, die zwar gegen die Parkierungsordnung verstossen aber wegen mangelnder Kontrolle nicht gebüsst werden.

«Insgesamt stösst die neue Parkierungsordnung auf ein überwiegend positives Echo bei der Bevölkerung. Bei Fragen geht es zumeist um die technische Umsetzung.» Hier zahle es sich nun aus, das die Bevölkerung früh in den Prozess einbezogen und gut informiert worden sein.

Gesetzliche Sichtbermen müssen eingehalten sein

Die nun bestehenden Parkplätze sowohl in den blauen Zonen 1 und 2 als auch auf den gebührenpflichtigen Parkplätzen in den fünf definierten Zonen sollen laut Birk auch der Verkehrssicherheit dienen. Die gesetzlichen Sichtbermen müssen eingehalten sein, das heisst die Einsichtbarkeit vorhanden sein.  Dies wird erreicht, indem zum Beispiel der nötige Abstand von Kreuzungen eingehalten, Pflanzen zurückgeschnitten und ähnliche Massnahmen zur besseren Übersicht durchgeführt werden. «Kleinere Anpassungen diesbezüglich werden künftig wohl noch nötig sein», sagt er. (tb)