Emotionaler Abschied für Heimleiterin Ursula Fust

Ursula Fust prägte die Wohn- und Beschäftigungsstätte Lindenweg in Wigoltingen 20 Jahre lang. Nun geht sie in Pension.

Manuela Olgiati
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Ursula Fust bekommt zum Abschied ein Geschenk von Heidi Rudolf von Rohr.

Ursula Fust bekommt zum Abschied ein Geschenk von Heidi Rudolf von Rohr. 

(Bild: Manuela Olgiati)

Ursula Fust ist beliebt. Das spüren alle an der Feier vom Mittwoch im grossen Saal des katholischen Pfarreizentrums. 200 Gäste sind da, darunter Bewohner, Eltern, Betreuungspersonen, Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder. Es folgen emotionale Reden, Geschenke werden überreicht, eine Ballonfahrt und Reisechecks. Bald hat Heimleiterin Ursula Fust mehr Zeit. Ende Jahr wird sie pensioniert.

Fust ist überrascht und auch gerührt. Sie spricht von ihrem Herzblut für diese Menschen. «Sie hat sich gesorgt und sie hat gekämpft», würdigt Peter Pauli, Präsident des Vereins Wohn- und Beschäftigungsstätte Lindenweg in Wigoltingen, die engagierte Arbeit von Heimleiterin Ursula Fust. «Sie prägte die Institution Lindenweg 20 Jahre lang und setzte engagiert Neuerungen um», sagt die Agogische Leiterin, Heidi Rudolf von Rohr.

Zusammenschluss beider Häuser im neuen Jahr

In dieses Engagement passe auch die Gründung des Vereins TAB Weinfelden, welcher seit vielen Jahren Freizeit- und Bildungsangebote für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung anbietet. Fust hat eine sozial- und heilpädagogische Ausbildung absolviert. Über 40 Jahre war sie für Menschen mit Beeinträchtigung tätig. Ursula Fust war eine möglichst hohe Selbstständigkeit der Bewohner sehr wichtig. Den «Lindenweg» prägen war eines ihrer Ziele.

Seit Sommer 2018 war sie zusätzlich Co-Leiterin des Haus Miranda in Leimbach und organisierte dieses neu. Beide Häuser haben eine ähnliche Ausrichtung und sind im Thurgau eher kleine Institutionen im Bereich der Betreuung von Menschen mit Beeinträchtigung. Alle Bewohner dürfen sich Zuhause fühlen, im Rahmen ihrer Fähigkeiten üben sie eine sinnvolle Arbeit aus. «Von dieser Erfahrung profitieren wir», sagt Dominik Kumschik, Stiftungsratspräsident des Haus Miranda.

Der Zusammenschluss beider Häuser per Anfang 2020 komme zum richtigen Zeitpunkt. Die neue Institution erhält den Namen «Stiftung Lebensorte». Leiterin und damit Nachfolgerin von Ursula Fust wird Heidi Rudolf von Rohr.

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