Einstieg in die Arbeitswelt: Projekt Lift ist im Thurgau überdurchschnittlich erfolgreich

Das Jugendprojekt Lift wurde 2006 lanciert und wird von einem gemeinnützigen Verein in Bern schweizweit koordiniert. Es hat auch im Thurgau seit vielen Jahren seinen festen Platz. Regionalkoordinator Ostschweiz ist der Aadorfer Peter Gall.

Werner Lenzin
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Peter Gall. (Bild: Werner Lenzin)

Peter Gall. (Bild: Werner Lenzin)

«Schon frühzeitig in der siebten Klasse erfasst ‹Lift› individuell jene Jugendliche, welche aufgrund ihrer schulischen und sozialen Situation überdurchschnittlich Mühe haben könnten», erklärt der Aadorfer Peter Gall, Regionalkoordinator Lift Ostschweiz. Für ihn hat es Priorität, nach der obligatorischen Schulzeit eine gute Anschlusslösung zu finden.

Gemäss Gall sammeln die Jugendlichen von Mitte siebter bis in die neunte Klasse durch praktische Tätigkeiten an ihren Wochenarbeitsplätzen erste Erfahrungen in der Arbeitswelt und lernen die Anforderungen der Berufswelt kennen. Dabei werden sie an ihrer Schule in Modulkursen auf die Arbeitseinsätze vorbereitet und begleitet.

300 Schüler aus dem Kanton Thurgau

«Seit bald 13 Jahren nimmt eine stetig wachsende Anzahl Schulen in der ganzen Schweiz an diesem Projekt teil», sagt Gall. Mittlerweile sind schweizweit über 250 Schulgemeinden bei Lift dabei. Die ständige Evaluation zeigt, dass durchschnittlich gegen 60 Prozent der Lift-Jugendlichen direkt nach der neunten Klasse in eine Lehre übertreten.

Auch im Kanton Thurgau ist das Projekt fest verankert. Aktuell nehmen in 22 Thurgauer Schulen gegen 300 Schülerinnen und Schüler am Programm teil. Das Lift-Programm ist laut den Erfahrungen des Regionalkoordinators im Kanton Thurgau überdurchschnittlich erfolgreich. Gall bilanziert:

«Im Abschlussjahr 2016 traten 33,3 Prozent der Thurgauer Lift-Teilnehmenden in eine EFZ-Lehre über und 50 Prozent in eine EBA-Ausbildung ein.»

Das bedeutet eine Erfolgsquote von 83,3 Prozent. Je 8,3 Prozent starteten nach der Schule in einem Brückenangebot oder einem Praktikum. Aadorfer freut sich:

«Lift ist im Thurgau nicht nur überdurchschnittlich erfolgreich, sondern auch kostensparend.»

In zehn weiteren Thurgauer Schulen hätte Lift Potenzial

Laut Gall wurde das konkrete Projektgeschehen in den lokalen Standorten anlässlich einer Befragung analysiert und für den Thurgau separat ausgewiesen. Die Mehrheit der Befragten geht von einem positiven Effekt von Lift auf die anstehende Berufswahl der Jugendlichen aus. Ebenso stellt die überwältigende Mehrheit der Befragten dem Projekt vor Ort ein positives Gesamtzeugnis aus. Über 90 Prozent geben Lift eine gute oder sogar sehr gute Gesamtbewertung.

Insgesamt fällt auch die Einschätzung zum Verhältnis von Aufwand und Ertrag positiv aus. Gemäss Peter Galls Erfahrungen und Berechnungen besteht im Thurgau noch ein Potenzial von gegen 10 weiteren Schulen, in denen das Lift-Programm nutzbringend eingesetzt werden könnte. Erfreulicherweise haben bereits weitere vier Oberstufen Interesse angemeldet.